Forum: Kultur
Anschlag in Halle: Der Sturm, vor dem wir euch gewarnt haben
Gregor Bauernfeind/ DPA

Deutschland ist ein Land, in dem der Hass auf Andere mühelos vom Wahlkreuz in die Vernichtung übergeht. Es genügt nicht, ein paar Sicherheitskameras bereitzustellen - wir brauchen einen antifaschistischen Konsens.

Seite 1 von 31
alt-nassauer 10.10.2019, 23:45
1. Ich stelle immer mehr die Frage...

Ich stelle mir immer mehr die Frage, leben wir oder einige in einer Seifenblase?

Ich könnte seit 1990 Wiedervereinigung zig Rechtsradikale Anschläge nennen und war da nicht auch mal wie eine NSU hier im Lande tätig?

Lübcke (Regierungspräsident Kassel) erst im Sommer noch ein Opfer.

Der Sturm ist meines Erachtens schon etwas "stärker". Heute macht man "wieder" einmal Lichterketten. Hat man das Anfang der 90er nicht auch schon gemacht?

Nun hört man Dinge von Herrn Seehofer, was man alles tun sollte. Hat man also nichts getan, zumindest so wenig. Das alle Vorfälle seit den 90er Jahren Möglich waren und in Zukunft wohl dann auch.

Na ja man hatte ja auch bei den Sicherheitsbehörden einen Chef der so etwas "relativiert" und nichts sieht...

Das ist schon eine große Seifenblase in denen einige hier Leben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tzoumaz 10.10.2019, 23:50
2. Wir reiten auf einer Welle

der Respektlosigkeit, des Zynismus, des Egoismus gegenüber unseren Mitmenschen. Die Taten solcher Menschen produziert verstärkt unsere kapitalistische Gesellschaft und die sozialen und öffentlichen Medien. Wir brauchen also den Konsens des Anstands und Respekts vor unseren Mitmenschen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spaceagency 10.10.2019, 23:51
3. Richtig

der selbsternannte Aufarbeitungsweltmeister hat offensichtlich eine ganze Anzahl Probleme nocht sehen wollen. Die schleichende Nazifizierung ganzer Gebiete, die Radikalisierung der AFD, die Unterwanderung der Institutionen bei NSU und Probleme bei Polizei und Bundeswehr. Synagogen gehören in Deutschland rund um die Uhr durch Polizei bewacht und zwar immer. So findet es in Italien statt. 24/7 in drei Schichten. Es ist nicht akzeptabel dass in einem Staat mit dieser Vergangenheit Deutsche wieder Juden erschiessen. Wenn Deutschland jetzt nicht ganz klar und eindeutig reagiert und in Relativierung und Selbstgefälligkeit erstarrt, dann hat es in einer EU nichts verloren

Beitrag melden Antworten / Zitieren
salomon17 10.10.2019, 23:54
4. Vollständige Zustimmung!

Antisemitismus und Rassismus sind nicht rechts von der Mitte, sie sind außerhalb des Kreises. Völlig außerhalb dessen, was akzeptabel ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diewag 10.10.2019, 23:59
5. Keine politische Instrumentalisierung bitte!

Wer diese skrupellose, terroristische Tat dafür instrumentalisiert, die AfD zu diffamieren, der unterscheidet sich in seiner Argumentationsweise nicht von einem Rechtsextremisten, der nach einem islamistischen Anschlag alle Moslems oder Flüchtlinge dafür verantwortlich macht.
Ja, wir müssen alles dafür tun, dass sich solche Taten in Deutschland nicht wiederholen. Dafür ist aber ein fundiert-analytischer Ansatz notwendig und nicht ein politisch-ideologischer!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pdqbach2005 10.10.2019, 23:59
6. Chapeau

Damit ist wirklich alles gesagt, vielen Dank! Leider werden wir "linksgrün versifften" immer noch nicht Ernst genommen, in den Foren führen Faktenverweigerer das große Wort. Linker Terror wird zum großen Problem ausgerufen, die Rechten wollen ja nur spielen. Die Rechten töten ja nur Ausländer, die Linken machen Autos kaputt... .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Grinsekateur 11.10.2019, 00:01
7. Beschämt

Ich wohne in Dresden und ich komme nicht mal eben so in die hiesige Synagoge. In Berlin kam ich auch nie in eine. Nicht, weil die Leute dort ignorant wären, sondern weil ich mich anmelden muss, um als gesicherter Gast einer religiösen Gemeinschaft keinen Schaden anzukünden.

Aber ich ich komme in eine Kirche. In eine Moschee. Einen Tempel der Hindus. Darf den Weisheiten buddhistischer Mönche lauschen, den Wirrungen von Scientologen..

Eine Synagoge gehört hier, in Deutschland, geschützt. Der Zugang ist beschränkt. Ich habe immer gehofft, dass diese Notwendigkeit niemals bewiesen wird.

Das ist erbärmlich. War es vor zehn Jahren auch schon. Ist es in Anbetracht der Geschichte. Ich war und bin kein religiöser Mensch und werde es vermutlich auch nicht werden. Aber ich respektiere den Glauben der Menschen und hoffe, dass sie meinen Nicht-Glauben ebenfalls respektieren.

Juden werden in unserem Land bespuckt, beleidigt, misshandelt, als Opfer für Mordtaten auserkoren... Das will ich nicht. Es gibt so wenige Menschen dieser Religion in diesem Lande und dennoch müssen sie sich fürchten.

Ich bin beschämt aufgrund dieser Situation.

Ich hoffe, dass die jüdische Gemeinschaft in Halle und die Angehörigen der Opfer solidarisch beisammen stehen können. Wenn nicht heute, dann vielleicht morgen.

Hass ist keine Antwort.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peteftw 11.10.2019, 00:01
8. ...

Sorry, aber Rassismus und Antisemitismus ist leider weltweit verbreitet. Und kranke Attentäter oder Terroristen gibt es leider ebenso in jeder Gesellschaft. Jetzt die AfD hierfür verantwortlich zu machen ist mir zu billig und vor allem auch falsch. Der kranke Nazi war wenn dann schon auf NPD Linie. Die politische Mitte ist die letzten Jahre ausschließlich nach Links gerückt, dadurch konnte die AfD ja erst entstehen. Jetzt noch einen weiteren politischen und gesellschaftlichen Linksruck zu fordern ist absolut kontraproduktiv. Das würde die Extreme nur noch stärken. Wir brauchen Vernunft, nicht Rechts- oder Links-Denken, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Teilhabe, gleichzeitig muss alles dafür getan werden dass sich Juden, Muslime, Christen, Ateisten ua hier gleichermaßen zuhause fühlen. Dabei muss gelten, keine Toleranz der Intoleranz, und zwar für alle. Und Probleme beim Namen zu nennen und nicht aufgrund PC zu verschweigen. Dazu gehört, Deutsche wie ausländische Straftäter beim Namen zu nennen, Juden und Muslime wie Christen und Buddisten gleichermaßen kritisieren zu können. Erst wenn wir soweit sind, kommen wir einer gleichberechtigten Gesellschaft mit einem natürlichem Umgang untereinander nahe...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
autonomo 11.10.2019, 00:02
9. Feinde von Demokratie und Rechtsstaat

unterscheiden sich nicht, ob sie nun auf der rechten oder linken Seite stehen: Es sind Leute mit totalitärer Gesinnung - gleichermaßen zu bekämpfen. Gewiß, die 68er haben das immer bestritten oder waren doch unangenehm berührt, es zu hören. Egal, Wertungslogik und Grundgesetz lassen keinen Raum für Einwände. Was nun diesen antisemitischen Mörder in Halle angeht, so darf man einen IQ und einen psychischen Zustand vermuten, der noch sehr in Frage stellen könnte, ob der Mann durch irgendwelche Parolen extremistischer Randfiguren der AfD anregbar war. Allein schon der Umstand, daß er - offenbar aus Frust über den gescheiterten Überfall auf die Synagoge - beliebige Menschen erschoß, die nicht einmal zu seinen Feindbildern paßten, legt jedenfalls auch pathologische Züge nahe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 31