Forum: Kultur
Anschlag in Halle: Der Sturm, vor dem wir euch gewarnt haben
Gregor Bauernfeind/ DPA

Deutschland ist ein Land, in dem der Hass auf Andere mühelos vom Wahlkreuz in die Vernichtung übergeht. Es genügt nicht, ein paar Sicherheitskameras bereitzustellen - wir brauchen einen antifaschistischen Konsens.

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Derwatt 11.10.2019, 06:47
90. Das Problem mit dem Begriff ...

... Antifaschismus ist, dass der Begriff von der radikalen und gewaltbereiten Linken dermaßen diskreditiert worden ist, dass ich mich, der sich als der liberalen Mitte zugehörig fühlt und einer Wahl eher fernbliebe als auch nur im Traum daran zu denken, sein Kreuz bei der AfD zu machen, sich niemals als Antifaschist bezeichnen würde.

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ackermart 11.10.2019, 06:48
91. Was für eine Brandrede

, aus der nicht die Definition von Konsens sondern die Absicht dessen Vernichtung spricht. Sie entspricht in ihrer maßlosen Realitätsferne der geografischen, aus der dieser Brandstifter mal eben Wahlkreuze zu Grabkreuzen der Demokratie erklärt, in wohlfeil doppelter Deckung von vermeintlich auch moralischer Unantastbarkeit. Woher nimmt der seine bornierte Selbstermächtigung zu solcher Vernichtungssprache? Aus einem Politikstudium, kraft dessen radikaler Linkslastigkeit er also einfach nun mal den seit Jahrzehnten geführten Historikerstreit für beendet erklärt? Der Linksfaschismus habe also nie existiert, den der Autor uns hier literarisch verbrämt unverhohlen propagiert?

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akiiii 11.10.2019, 06:48
92. alles ja richtig

Alles ja richtig, aber was heißt das konkret? wie soll so einen neue Gesellschaft aufgebaut werden? konkret

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eichenbrett 11.10.2019, 06:49
93. Rechte Volksverräter

... denn sie verraten und zersetzen unser Land, unsere Demokratie. Wer rechts wählt, ist mitverantwortlich für den rechten Terror. Und das wird man ja wohl auch mal sagen dürfen.
Vor eingen Jahren zeigte mir ein Kommilitone in Berlin seine frühere Schule: Sie war hinter einem hohen Zaun, überall Kameras, Wachleute vor der Tür. Ich war irritiert. „Wieso wird die Schule so bewacht?“ Er sagte nur schlicht: „Ich bin Jude“, als würde das alles erklären. Ich war entsetzt: „Ist das wirklich nötig, in Berlin, heutzutage?“ Er meinte nur: „Du würdest kaum glauben, wieviel Antisemitismus es heute noch gibt, wie sehr wir von euch zu spüren kriegen, dass wir Juden sind“. Wir und ihr. Eine Spaltung, die mir nie bewusst war, von der ich nicht mal ahnte, dass es sie gibt. Ich war schockiert. Seitdem bin ich sensibilisiert und achte mehr auf Diskriminierungen, Vorurteile und Stereotypen. Die Sprache ist der Hebel, wenn man lange genug bestimmte Dinge ungestraft behaupten kann, werden sie als wahr erachtet. Mit ungestraft meine ich nicht mal die Justiz, sondern jeden einzelnen von uns, aktiv dagegen vorzugehen. Wer rechts wählt, mit rechts sympatisiert oder such nur nichts dagegen sagt, der ist mitschuldig an der derzeitigen Demokratiezersetzung, dem Werteverfall, der Verrohung der Gesellschaft. Das muss klar gesagt werden und hat mit Meinungsvielfalt nichts zu tun oder mit berechtigter Kritik. Es ist schlichtweg der Nährboden für rechten Terror, vor dem sehr viele seit Jahren warnen. Wir sind mitten drin und nicht erst seit Halle. Das war kein Einzeltäter, sondern eine Gemeinschaftstat. Ich fühle mich bedroht von rechts und von dieser unerträglichen Masse an Leute, die weiterhin so tun, als ginge es sie nichts an. Was muss denn noch passieren, damit PolitikerInnen nicht mehr von Alarmzeichen reden, sondern von dem, was es ist: Rechter Terror, der schockierend viel Rückhalt in der Mitte der Gesellschaft hat und unsere demokratischen und freiheitlichen Werte massiv bedroht. Wer Minderheiten attackiert, macht auch vor der Masse nicht halt, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Wir sind alle in Gefahr.

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ursbecker 11.10.2019, 06:52
94. Wir brauchen kein Verständnis mehr ...

für Menschen, die sich "abgehängt" fühlen und deshalb den braunen Sumpf wählen. Die selbst versagen und dafür anderen Menschen die Schuld geben. Die in Dikataturen aufgewachsen sind und nur noch daran glauben, dass "starke, weiße Männer" sie retten können. Hört endlich auf für gescheiterte Existenzen den Staat - und damit alle anderen Bürger verantwortlich zu machen. Wer sein Kreuz bei der AFD gemacht hat, der trägt auch die Verantwortung für die Morde in Halle.

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sandnetzwerk 11.10.2019, 06:54
95. Sehr, sehr gut

vielen Dank für diesen Beitrag. Genau so sehe ich das auch. In D liegt ein prinzipielles, ja systemischer Problem vor. Adenauer hat es mit seinem Spruch „Man schüttet kein schmutziges Wasser aus bevor man reines hat“ auf den Punkt gebracht. Das braune Gedankengut ist Teil der deutschen Denkmuster geblieben. Bis heute. Es fand und findet keine Auseinandersetzung statt. Es wird nur Symbolpolitik betrieben. Selbst die Justiz ist unwillig dagegen vorzugehen und versteckt sich hinter juristischen Formalismen. Der NSU-Prozess hat es gezeigt. Selbst höchste staatliche Stellen stecken im braunen Sumpf und haben eine beispiellose Vertuschungsaktion durchgezogen. D ist unfähig aus seiner Vergangenheit und Gegenwart zu lernen. Man merkt es daran, dass sofort die Schuld bei der AfD oder im „Netz“ gesucht wird. Beides sind nur die Folgen unfähiger deutscher Politik. Also Schuld der CDU/CSU und SPD, die seit Jahren in der Regierungsverantwortung sind.

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anonymousx 11.10.2019, 07:00
96. Ja aber!

"Ja aber man darfnnatürlich in diesem Zusammenhang nicht die linksgrün-versifften Gutmenschen vergessen, die auch schlimme Sachen machen, wie Autos anzünden oder add-Politiker Häuser mit Farbe bewerfen, die sind doch mindestens genauso schlimm. Es muss unbedingt Extremismus von allen Seiten des politischen Spektrums bekämpft werden! "... Ironie aus. Ich will garnicht wissen wieviele Faschisten da noch aus der prepper- oder reichsbürgerszene oder als Überbleibsel irgendwelcher gladio- und v-mann-strukturen oder aus sonstwelchen rechtsextremen Gruppierungen hochbewaffnet auf den Tag x warten oder ihn vorher versuchen selber herbeizuführen. Unsere sicherheitsapparate sollten endlich mal gründlich untersucht und entnazifiziert werden, damit das rechte Auge wieder was sehen kann!

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Oldwildwackeswildqualle 11.10.2019, 07:02
97. Mitschuld der Bildungspolitik

Für so ein Verbrechen kann es kein Verständnis geben. Mir kommt die Zornesröte: Auf hessischen Gymnasien verlassen Viele die Schule nach der 10. Klasse - ohne im Geschichtsunterricht ein Wort über die Nazizeit gehört zu haben. Unsere Politiker, darunter der hess. Kultusminister Lorz, sind mitschuld an diesem Verbrechen!

Ich bin keiner, der von "Kollektivschuld" oder Erbschuld spricht, die gibt es weder im deutschen noch im internationalen Recht. Und da ich nie auch nur für einen Sekundenbruchteil Sympatien für die Verbrechen der Nazis spürte, fühle ich mich an den Verbrechen der Nazis völlig unschuldig. Nicht nur wegen später Geburt.

Das ändert aber nichts daran, dass unter diesem totalitären Regime mönströse Verbrechen geschahen, für das die (meisten) damaligen Deutschen nichts konnten, da sie aufgrund der Pressezensur und Propaganda der Nazis getäuscht wurden, und die damals gleichgeschaltete Justiz das Ihrige tat.

So etwas darf sich nie wiederholen. Wenn es sich doch wiederholt wie in Halle, müsste alles geschehen, um das zu verhindern. Im Bildungsbereich geschieht das nicht, und das ist ein Skandal!

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fabi.c 11.10.2019, 07:02
98. Rechter Terror....

Rechter-Terror wurde in Deutschland immer klein geredet.
Wenn von Rechts Anschläge verübt wurde war die Bestürzung groß und dann musste die Gesellschaft zusammen halten und gegen Rechts aufstehen.
Die Verrohung der Gesellschaft hat in Wort und Schrift in Deutschland Einzug gehalten so nach dem Motto : das wird man wohl sagen dürfen :
Wenn ein Deutsches Gericht noch ein Urteil fällt,dass man eine Volksvertreterin auf das Übelste beleidigen darf,dann denkt der kleine Mann auf der Straße : da muss man dagegen vor gehen :
Hat jemals jemand von der AfD versucht de eskalierend ein zugreifen?
Die Frage bleibt im Raum woher hat der Attentäter die Waffen her gehabt. ?
Es muss in Deutschland noch viel mehr Waffen in verrückten Hände geben.
Staat wach auf !!!

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erbebraun 11.10.2019, 07:03
99. Tja...

...ein Beitrag, der einseitig ist und dem das Intellekt fehlt. Um einen Konsens über Antifaschismus zu erreichen, bräuchte es Konsens über Faschismus. Und der fehlt in Deutschland schon immer. Wer die deutsche Asylpolitik hinterfragt, kritisiert ist schon mindestens ein Rechtspopulist.

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