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"Anti-Geschäftsmodell des Journalismus": Huffington wettert gegen Döpfners Kritik
AFP

Ist das Geschäftsmodell der "Huffington Post" legitim, ihre Plattform hauptsächlich mit Inhalten anderer Medien zu füllen? Nein, findet Springer-Chef Döpfner. Aber ja doch!, antwortet ihm jetzt Namensgeberin Arianna Huffington im "Handelsblatt". Ihr Portal soll im September in Deutschland starten.

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Hugh 29.05.2013, 20:02
10. Taxifahrer und Bordellwirt

Zitat von sysop
Ist das Geschäftsmodell der "Huffington Post" legitim, ihre Plattform hauptsächlich mit Inhalten anderer Medien zu füllen? Nein, findet Springer-Chef Döpfner. Aber ja doch!, antwortet ihm jetzt Namensgeberin Arianna Huffington im "Handelsblatt". Ihr Portal soll im September in Deutschland starten.
Huffington hat natürlich recht und Döpfner imitiert den Wirt der vom Taxifahrer kassieren will, der ihm Gäste für sein Bordell anliefert.

Aber, was schon bei Google nicht funktioniert, wird bei Huffpo auch nicht klappen.
Dann kommen eben Blogeinträge ohne Verlinkung. Zu schreiben, dass der und der das und das geschrieben hat, ist ja noch nicht verboten.
Aber vielleicht lässt Springer ja auch durch die schwarz/gelben Freunde das Zitieren verbieten?

Ob Huffington in Deutschland aber genügend Leute findet, die umsonst für sie arbeiten, das ist nun wieder eine ganz andere Sache.

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kreis_rund 29.05.2013, 22:13
11.

Zitat von Obi-Wan-Kenobi
Döpfner mag ein exzellenter Mann für Print sein, aber von online hat er so wenig Ahnung wie meine Großmutter. Er wird den Laden an die Wand fahren und Springer sollte sich in dem Bereich dringend verstärken (nein, ich mein nicht mit Lobo :-)), wenn sie online was reißen wollen. Ich erinnere mich noch gut an Döpfners Huldigung an Jobs :-) "Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet." gibt es jetzt 3 Jahre danach Zahlen, wie die Verlage, dank Apple, boomen? Oder hat, wie so oft, nur Apple den Schnitt gemacht? :-)
Also ist die Quintessenz Ihres Beitrages "Döpfner ist ein Dummschwätzer"?
Ich würde Ihnen jedenfalls nicht widersprechen wollen. ;-)

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grafkoks2002 29.05.2013, 22:20
12. Großartiges Konzept

Ich lasse tolle Leute für mich schreiben, zahle denen nix, verdiene an deren Arbeit aber einen Haufen Kohle: Das ist doch das Geschäftsmodell der Gegenwart. Besser geht es nicht. Dagegen sind selbst Abzocker wie Zalando, die ihre Leute ausbeuten, arme Wichte. Die zahlen ja noch was. Zwar nicht viel, aber immerhin etwas. Und Frau Huffington? Sie ist genial.
Übrigens gibt es solch ein Modell hierzulande in regionaler Form im Ruhrgebiet (und wahrschheinlich nicht nur da). Da nennt es sich Lokalkompass und die Blogger nennt man Bürgerreporter. Es ist zwar regional ausgerichtet, aber die Idee ist ähnlich: Ich lasse die Leute schreiben und kassiere die Kohle.
Einfach genial.

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Obi-Wan-Kenobi 30.05.2013, 14:18
13.

Zitat von kreis_rund
Also ist die Quintessenz Ihres Beitrages "Döpfner ist ein Dummschwätzer"? Ich würde Ihnen jedenfalls nicht widersprechen wollen. ;-)
wie gesagt. Seine Qualifikation für Print kann ich nicht beurteilen. Aber online hat er keine Ahnung. Jeder "onliner" fand seine Äusserungen damals, höflich ausgedrückt, naiv. :-)

Zitat von
Ich lasse tolle Leute für mich schreiben, zahle denen nix, verdiene an deren Arbeit aber einen Haufen Kohle: Das ist doch das Geschäftsmodell der Gegenwart. Besser geht es nicht. Dagegen sind selbst Abzocker wie Zalando, die ihre Leute ausbeuten, arme Wichte. Die zahlen ja noch was. Zwar nicht viel, aber immerhin etwas. Und Frau Huffington? Sie ist genial. Übrigens gibt es solch ein Modell hierzulande in regionaler Form im Ruhrgebiet (und wahrschheinlich nicht nur da). Da nennt es sich Lokalkompass und die Blogger nennt man Bürgerreporter. Es ist zwar regional ausgerichtet, aber die Idee ist ähnlich: Ich lasse die Leute schreiben und kassiere die Kohle. Einfach genial.
Ganz so einfach ist es nicht :-)
Frau Huffington hat, wie Google, etwas, das jeder haben will. Nämlich Reichweite und dem besten Schreiberling nutzt es nichts, wenn niemand ihn liest. Somit ist es für viele sehr wohl interessant sich hier zu engagieren um überhaupt bekannt zu werden.

Aber kein Verlag wird sich für die klicks aus Google oder der Huff beschweren.

Die Verlage können das nur überstehen, wenn sie akzeptieren, dass sich das Leseverhalten der User eben geändert hat. Früher musste ich mich als Leser entscheiden, abonniere ich den Stern, den Focus oder den Spiegel? Les ich die süddeutsche oder die FAZ? Heute entscheide ich von Fall zu Fall und hab eben den Vorteil, dass ich bei einem Aggregator schauen kann was es gibt und wenn mich die Headline und der Anreißtext interessiert klick ich. Vielleicht bin ich dann sogar bereit einen Beitrag für den Artikel zu bezahlen, sofern er recherchiert ist und nicht eine Agenturmeldung, die es auf jeder anderen Seite auch gibt.

Die Verlage sollten aufhören hinter jeder Ecke den Feind zu vermuten der sie kaputt machen will. Sondern sich Gedanken machen, wie sie Google oder die Huff als Freunde gewinnen.

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albert schulz 30.05.2013, 21:05
14. SPON macht mal wieder auf Unschuldslamm

Zitat von juergenhartl
... Die Qualität der Artikel, zumindest auf der US Seite, sind von sehr gut bis Grotten schlecht, wie halt überall.
SPON macht doch letztlich auch nichts anderes. Die Beiträge sind fast regelmäßig besser als die Artikel, die von irgendwelchen preiswerten Leiharbeitern heruntergerotzt werden, falls man es nicht bei den einfachen Agenturmeldungen beläßt, die nur unwesentlich mehr kosten. Wirklich teuer sind nur die Sysopinnen, die sich fortwährend mit den internen Richtlinien des richtigen Denkens herumschlagen müssen und den Anweisungen und Beschwerden von allerlei Inserenten, Parteien, Kirchen, Unternehmen und Anwälten. Und denen der Mitforisten, für die das hinterhältige Herummosern schon Kultstatus hat, also äußerst anziehend ist. Man könnte es problemlos durch einen Button „gefällt mir so gar nicht“ ersetzen.

Aber mal grundsätzlich zum Urheberschutzrecht. Wenn ich einen Hinweis gebe oder eine Adresse (Link), so kommt das dem Linkbesitzer zugute, also seinen Klicks und seinen Werbeeinnahmen. Viele wenig bekannte und lesenwerte Autoren und Verlage und Portale würden sich darüber freuen. Ich zitiere auch kurz, wenn ich was dazu absondern will, und auch das ist absolut legitim. Der gute Bildmann will einfach nur, daß das konzentrierte Kapital weiterhin unangefochten und unhinterfragt Meinung bestimmt, wie so manch anderer Konzern. Im Moment tobt genau deswegen ein gnadenloser Kampf. Auch der Urheberschutz ist fast ausschließlich ein Machtinstrument der kapitalkräftigen Verlage. Sie kassieren und bestimmen. Das Kroppzeug an Schreibern kostet ohnehin nur einen Appel und ein Ei.

Daß Bild mit der Nennung seiner Links verwöhnt werden könnte, ist allerdings nur schwer vorstellbar. Bestenfalls als abschreckendes Beispiel. Es wird nicht ganz klar, was der Typ eigentlich will. Vorhutgeplänkel für SPON ?

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bolzenbrecher 04.06.2015, 09:16
15. *lol*

Endlich fangen die Medien vor lauter Geldgier an, sich gegenseitig zu zerfleischen. Habe ich schon vor 20 Jahren gesagt, dass das einmal passieren wird. Jetzt ist es endlich soweit...
Viel Spass im grenzenlosen (Medien-)Kapitalismus!

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