Forum: Kultur
Antimuslimischer Rassismus: Es passiert einfach nichts
Matthias Hiekel/ DPA

Die Neuen Rechten richten ihren Hass vor allem auf Muslime - und finden Zuspruch in der Mitte der Gesellschaft. Jeder Zweite fühlt sich "überfremdet" wegen der Minderheit. Warum wird dagegen nichts getan?

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phg2 12.07.2019, 15:32
270.

Mir sind alle Gläubigen suspekt - aber einzelne, ob Christ oder Moslem, haben mich überzeugt, dass sie als Person kein Problem darstellen, teilweise sogar ganz im Gegenteil.

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Beethoven_1770 12.07.2019, 15:38
271.

Zitat von mostly_harmless
Die Antwort ist exakt dieselbe wie die Antwort auf die Frage, warum vor ein paar Jahrzehnten "fast nur das Judentum" in die Kritik geriet. Auch in jener "Diskussion" spielte "der Hinduismus, der Buddhismus [...] keine Rolle".
Da dies eine Antwort ist und die Frage des zitierten Foristen im Zitat nicht erscheint, hier Frage und Antwort in Reihenfolge:

ʺWobei sich mir immer die Frage stellt, warum fast nur der Islam in die Kritik gerät. Der Hinduismus, der Buddhismus spielen in dieser Diskussion keine Rolle, das Judentum wird sicher öfters tangiert. Was läuft da schief?ʺ

mostly harmless: "Die Antwort ist exakt dieselbe wie die Antwort auf die Frage, warum vor ein paar Jahrzehnten "fast nur das Judentum" in die Kritik geriet. Auch in jener "Diskussion" spielte "der Hinduismus, der Buddhismus [...] keine Rolle"."

Da ist sie also wieder, die berüchtigte Nazikeule. Da geht es im ersten Post um die Frage, warum heute der Islam von so vielen Menschen so kritisch gesehen wird, mehr als andere Religionen, und als Antwort kommt ein Vergleich zur Nazizeit. Im ersten Post geht es um berechtigte Kritik an einer Religion, welche heute durch ihre extremistischen Ausleger für Terrorgefahr in aller Welt sorgt, auch in Deutschland, ohne jetzt noch all die anderen Kritikpunkte zu nennen, die man bei den Verhältnissen in Deutschland und der Welt nennen könnte. Nach diesen Kritikpunkten fragte der User und als Antwort kommte ein Vergleich zum Judenhass der Nazis. Kritik ist aber nicht gleich Hass, der zum Völkermord führt. Das zu vergleichen ist obszön. Wenn wir nicht mehr kritisieren dürfen, das heißt ja nicht hetzen, kann der Spiegel einpacken und wir können die Meinungsfreiheit begraben.

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moev 12.07.2019, 15:38
272.

Sie bringen das die Zeitachse ein wenig durcheinander.

Der Islam hat quasi seit bestehen erst mal nichts anderes gemacht als andere Religionen und später hauptsächlich das Christentum zu überfallen.

Die 4 Kreuzzüge waren nichts als ein gemeinsames defensives Aufbegehren des Abendlandes, das angesichts von Jahrhunderten islamischer Eroberungen lange überfä3war.

Vor dem ersten Kreuzzug hatte der Islam bereits alle christlichen Reiche im mittleren Osten bis vor Konstantinopel erobert, hatte die iberische Halbinsel eingenommen und wurde erst in Frankreich gestoppt.

Und was das osmanische Reich in Osteuropa angerichtet hat und die Ausflüge bis vor Wien waren auch alles andere Kaffeefahrten

Sorry, aber mit christlichen Überfällen brauchen sie nicht zu kommen. Islamische Heere haben sich über 400 Jahre vor dem ersten Kreuzzug aufgemacht und dann nach dem letzten Kreuzzug auf ein neues.

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freekmason 12.07.2019, 15:39
273.

Zitat von Christoph
Was meinen Sie nun? Das dort erwähnte verallgemeinerte Konzept von Rassimus? Falls ja, schreibe ich dazu, dass dieses verallgemeinerte Konzept totaler Quatsch ist. Denn da religiöser Glaube letztlich nichts anderes als eine Meinung ist, kann man die genauso ändern wie jede andere Meinung auch. Fällt zwar vielleicht schwerer als bei anderen Meinungen, aber dass es trotzdem funktioniert, erleben wir ständig.
ich meine rassismus. die art von diskriminierung, die hier immer semantisch-magisch wegignoriert werden soll. die definition, wie sie halt verwendet wird, sinn macht, in der rechtssprechung aufgefasst wird, weil sie sich direkt aus dem grundgesetz ergibt. rassismus halt.

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egonv 12.07.2019, 15:40
274.

Einen "Islambeauftragten" würde ich sehr begrüßen, aber bitte einen, der wirklich vermittelt.
Ich habe täglich beruflicj mit muslimischen Menschen zu tun. Keiner von diesen einzelnen Personen stellt ein Problem wegen des Glaubens dar. Höchstens der Ramadan führt hin und wieder zu organisatorischen Hürden, nichts was sich nicht lösen lässt. Allerdings sind diese Menschen eher jung, das will ich nicht verschweigen.
Ich denke, der Islam bekommt in Deutschland (auch Europa?) diese Wahrnehmung entgegengebracht, weil er oft - nicht immer - deutlicher nach außen getragen wird als z.B. Christentum oder Judentum. Ich fühle mich auch unwohl, wenn ich eine Prozession von Christen sehe. Das kommt aber eher selten vor, sah ichvin den letzten 10 Jahren zweimal. Große Versammlungen vor islamischen Gebetshäusern sehe ich schon mehrmals im Jahr. Das ist dann nicht direkt bedrohlich, aber befremdlich oder löst ein mulmiges Gefühl aus. Das mag aber auch daran liegen, dass ich Religionen generell als gruselig empfinde.
Der Islam ist eben die "aktuelle Religion" in Deutschland. Alle anderen spielen öffentlich kaum eine Rolle, höchstens noch die Missbrauchsvorwürfe gegen die Kirchen. Der Islam strahlt am stärksten in das gesellschaftliche Leben, da z.B. das Tragen eines Kreuzes an einer Halskette i. d. R. in keiner Weise andere Grundrechte als die Religionsfreiheit berührt, die Frauenbekleidung im Islam hingegen möglicherweise schon.
In keinster Weise darf dieses Unbehagen mit Gewalt ausgedrückt werden, insbesondere nicht durch Rechte Täter, denen es letztlich nur um Macht geht. Die Diskussion und entsprechende Regelungen halte ich hingegen für unverzichtbar. Diese betreffen eben aus den oben genannten Gründen nicht die Religionen, sondern speziell den Islam. Ich bin auch der Ansicht, als überzeugter Nicht-Religionsanhänger (nicht zwangsweise Atheist), dass alle, die eine Religion ausüben sich mal Gedanken machen sollten, diese nicht freiwillig etwas zurückzustellen, dazu muss man sich aber intensiv und eigenständig mit dem Begriff der Freiheit außeinandersetzen und speziell mit der Freiheit die eigene Freiheit einschränken zu dürfen - aber nicht müssen. Dazu gehört die Frage, ob es noch bestimmte Freiheiten geben kann, wenn jeder darauf verzichtet. Kann man z.B. noch frei seine Meinung äußern, wenn es kein anderer mehr tut? Da liegt, denke ich , der Kern vieler Sorgen.

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Fehlerfortpflanzung 12.07.2019, 15:55
275. Reden wir also nicht drum herum:

wir haben ein handfestes Problem mit antimuslimischem Rassismus.
So ist es. Die überwiegende Mehrheit der Kommentare bestätigt diese Behauptung aufs schlimmste.

Soziologe Alain Chouraqui warntWir sind auf halbem Weg in die Barbarei

Alain Chouraqui hat das Schema eines Baums entworfen, um die Prozesse zu veranschaulichen, die eine Gesellschaft auf dem Weg von der Demokratie zur Barbarei durchmacht.

„Es beunruhigt uns sehr, dass die Saat des Rassismus und Nationalismus in vielen europäischen Ländern wieder dabei ist aufzugehen. In Frankreich und in Deutschland stehen wir etwa auf halber Strecke des Weges, der vom gewöhnlichen Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit hin zum Massenverbrechen führt. Und das ist extrem beängstigend.“

https://www.deutschlandfunkkultur.de/soziologe-alain-chouraqui-warnt-wir-sind-auf-halbem-weg-in.976.de.html?dram:article_id=453525

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licht_und_schatten 12.07.2019, 16:02
276.

Zitat von Das Denkerchen
…. Die Tatsache das Sie auf meine Fragen nicht weiter eingehen möchten zeigt in der Tat ihre Ideologie.
Ne, es zeigt nur, dass ich mich nicht auf ein solch infantiles Niveau begeben möchte.
Sowieso bin ich erstaunt, was man hier so alles lesen kann.
Selbst wenn die Argumentation der Islamkritiker nicht immer schlüssig ist, wenigstens bemüht sich der überwiegende Teil zu argumentieren. Allerdings sind die meistens argumentationslosen Einlassungen der Islamfreunde teilweise so von Fanatismus geprägt, dass einem Angst und Bange wird.

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hauro2005 12.07.2019, 16:05
277. Vertauschung von Täter und Opfer hoch gefährlich

Wenn man einen Vertreter eines Autoherstellers fragt, ob er an die Zukunft des Autos glaube, ist es unwahrscheinlich, dass er antwortet, wir würden in Zukunft alle mit dem Rad fahren.
So ist es kein Wunder, dass Frau Ataman ihre subjektive Sicht auf den Umgang mit Moslems wie hier geschehen in einem Kommentar verfasst. Es ist also absurd, ihr das zum Vorwurf zu machen.
Unpassend ist allerdings, dass uns der Spiegel einen Kommentar aus einem anderen Blickwinkel schuldig bleibt. So hat es den Eindruck, als wäre die Kritik am Islam und seiner Anhänger, die sich aufgrund mangelnder staatlicher Handlung zur Eindämmung der Auswüchse des radikalen Islams aufstaut und somit dann auch in Gewalttaten entlädt, nicht angebracht und ohne jede Grundlage.
Es kann nicht sein, dass die Benennung des Problems "radikaler Islam" wiederum zum Problem selbst umgedichtet wird. Solche Verharmlosungen, so eine Vertauschung von Täter und Opfer sind hoch gefährlich und helfen nicht, das Problem zu lösen.

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tzoumaz 12.07.2019, 16:10
278. Schön wärs

Frau Ataman, wären Sie Christ und hätten über die Diskriminierung von Christen in der Türkei, Saudi Arabien dem Iran oder Ägypten geschrieben, wären Sie verhaftet worden. Das ist der Unterschied! Jeden 2. Deutschen befällt Unwohlsein, wenn er nur an türkische Hochzeitsgesellschaften denkt. Darüber, das immer noch junge türkische Kinder in die Türkei geschickt und zwangsverheiratet werden, will ich erst gar nicht anfangen.

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spon_12 12.07.2019, 16:10
279.

Zitat von taglöhner
Natürlich waren nicht alle Nazis antisemitisch, aber alle Antisemiten waren Nazis. Klingelt was? [...]
Ich glaube, Sie haben nicht ganz verstanden, auf was ich hinauswollte. Unter der NS-Herrschaft sind Menschen gestorben, weil DAVOR zu viele teilnahmslos zugeschaut haben. Das DANACH genügend Menschen mitgemacht haben, weil sie selbst Angst hatten, sich Vorteile versprachen oder schlicht in ihrer Trägheit weiter gemacht haben (keine qualitative Reihenfolge!) - darüber brauchen wir nicht diskutieren.

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