Forum: Kultur
Antimuslimischer Rassismus: Es passiert einfach nichts
Matthias Hiekel/ DPA

Die Neuen Rechten richten ihren Hass vor allem auf Muslime - und finden Zuspruch in der Mitte der Gesellschaft. Jeder Zweite fühlt sich "überfremdet" wegen der Minderheit. Warum wird dagegen nichts getan?

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eckert 12.07.2019, 16:14
280. Nicht die Muslime

Der Inhalt des Islam ist hier das Problem und nicht die Muslime.
Das sehen auch viele Muslime so.
Islam ist halt keine Rasse .
Diese Vergleiche zeugen von Oberflächlichkeit .
Dann kann man solche Schlüsse , ja.
Wenn man tiefer geht und die ganze Welt betrachtet ist es relativ klar das man das Buch ändern und hinterfragen sollte.
Dann sieht’s 2 Generationen später besser aus

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zweifelturm 12.07.2019, 16:17
281. Was für eine Argumentation.

Zitat von licht_und_schatten
Ne, es zeigt nur, dass ich mich nicht auf ein solch infantiles Niveau begeben möchte. Sowieso bin ich erstaunt, was man hier so alles lesen kann. Selbst wenn die Argumentation der Islamkritiker nicht immer schlüssig ist, wenigstens bemüht sich der überwiegende Teil zu argumentieren. Allerdings sind die meistens argumentationslosen Einlassungen der Islamfreunde teilweise so von Fanatismus geprägt, dass einem Angst und Bange wird.
Also wer kein bekloppter brauner Vollpfosten ist, der ist Ihrer Meinung nach "so von Fanatismus geprägt, dass einem Angst und Bange wird". Interessant, wie Sie das so sehen.

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spon_4_me 12.07.2019, 16:19
282. @ vera gehlkiel (# 258):

Wenn man, verehrte Forums-Freundin, lang genug bloggt, wird man irgendwann für irgendwen hier rechts, neoliberal, islamophob, gutmenschlich versifft oder eben unterkomplex. Da Sie für mich nicht irgendwer sind, schmerzt das Adverb ein wenig. Frau Ataman beklagt (wenn ich sie recht verstehe) das rassistische Gewalt gegen Muslime nicht die Aufmerksamkeit und strukturelle Beachtung in unserer ehrbaren Gesellschaft erfährt wie bespielsweise Gewalt gegen Juden. Ich will hier keine wissenschaftliche Erbsengefechte um Begriffe wie Rassismus oder Islamismus usw. beginnen. Journalisten müssen Worte so wählen, wie sie ihnen die größte Resonanz bringen. Was Sie unterkomplex nennen, ist in meinen Augen ein einfaches Beispiel für den Doppelsprech der medialen und politischen Klasse, der nach meinem Empfinden uns seit vielen Jahren begleitet und der die Dämme gegen echten Radikalismus durch den inflationären Gebrauch einer selektiven Wahrnehmung und ein eintöniges Empörungstrommeln so weit abgetragen hat, dass mir Angst und Bange davor wird, wie einfach es sein könnte, mit einer sympathischen patriotischen Botschaft (stellen Sie sich Robert Habeck in braun vor) 25% der Wählerstimmen zu bekommen. Glauben Sie, es gibt nicht smartere, coolere, artikuliertere Rechte als die Wichtelparade der AFD? Was, wenn die nach vorne kommen? Dann sind die Kategorien, um mit ihnen zu diskutieren, durch Medien wie SPON so ausgehöhlt, dass die neuen Agitatoren über uns lachen werden und unsere ohnehin schon vom Dulden und Verstehen müde Kultur werden sie beiseite schieben wie falsch geparkte Rollatoren.

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phg2 12.07.2019, 16:20
283.

Zitat von Fehlerfortpflanzung
wir haben ein handfestes Problem mit antimuslimischem Rassismus. So ist es. Die überwiegende Mehrheit der Kommentare bestätigt diese Behauptung aufs schlimmste. Soziologe Alain Chouraqui warntWir sind auf halbem Weg in die Barbarei Alain Chouraqui hat das Schema eines Baums entworfen, um die Prozesse zu veranschaulichen, die eine Gesellschaft auf dem Weg von der Demokratie zur Barbarei durchmacht. „Es beunruhigt uns sehr, dass die Saat des Rassismus und Nationalismus in vielen europäischen Ländern wieder dabei ist aufzugehen. In Frankreich und in Deutschland stehen wir etwa auf halber Strecke des Weges, der vom gewöhnlichen Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit hin zum Massenverbrechen führt. Und das ist extrem beängstigend.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/soziologe-alain-chouraqui-warnt-wir-sind-auf-halbem-weg-in.976.de.html?dram:article_id=453525
Die AfD hat zur Zeit so 14%. Geht man davon aus, dass ne'n guter Teil
nicht zum Höcke Flügel gehört kann man auch weniger Rassisten annehmen. Legen Sie ruhig noch ein paar Prozent drauf, aber auch davon geht das Abendland nicht unter.
Wenn ich an Barbarei denke denke ich erstmal an den IS. Diese Dimension ist hier auch mit dem grössten Sternenteleskop nicht erkennbar. Anders gesagt, wer diese sieht hat die gleichen Denkmuster wie die, die im Islam den IS mit der Trüffelnase wittern.
56% der befragten fühlen sich manchmal fremd im eigenen Land?
Und deshalb sind sie potentielle rassistische Barbaren?
Antisemitismus? Ja, also jetzt mal ernsthaft - Antisemiten sind ne'
Schande für Deutschland, egal welcher Religion sie angehören.

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kmmzaa 12.07.2019, 16:32
284. Reformation

Ich denke das solange der Islam nicht eine Reformation ala Christentum und Judentum durchmacht es kein wirklich friedliches Zusammenleben geben wird. Das heisst nicht alle Muslims sind schlecht oder boese aber ich denke schon das der Islam sich dem modernen Zeitalter anpassen muss/sollte.

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Das Denkerchen 12.07.2019, 16:38
285. @moev

Vielen Dank für Ihre Korrektur. Tatsächlich wurde die, zu Anfang sehr kleine Gruppe von Muslimen, bereits ab Tag eins verfolgt U.a. wegen ihrer Finanzpolitik (keine Zinsen) und, man mag es kaum glauben, wegen 'neumodischer' Frauenrechte, die zu damaliger Zeit eine immense Bedrohung des Sozial- wie Wirtschaftssystems der Region darstellten. Als der Islam größer wurde, wurden auch die Gegner größer. Die Perser z.B. waren über die gesellschaftlichen Neuerungen (Frauen und Mann stehen nebeneinander vor Gott, Frauen haben ein Recht auf Eigentum, Frauen haben ein Recht auf eigene Einkünfte, Sklaverei ist verboten, Zinsen sind verboten) derart entsetzt, dass sie ein Heer von 500.000 Mann schickten um ein Heer von 10.000 Araber zu schlagen., aber das nur am Rande.
Um Ihnen bei Ihrer Zeitachsenwahrnehmung ein wenig zu helfen: Die islamische Expansion fand im Wesentlichen zwischen 630 und 750 statt (In jener Zeit in der jeder mal meinte sich die 'Neuen' vorknöpfen zu müssen, um dem Wunsch nach gesellschaftlichem Fortschritt in den eigen Reihen zu verhindern (der nun mal passiert, wenn bei den Nachbarn 'Untermenschen' ('Christliche' und vorislamische Sicht über Frauen in dieser Zeit) plötzlich Rechte bekommen. Der erste Kreuzzug fand allerdings erst ca. 200 Jahre später statt (nach 1000). Die Frage ist, warum es den 'Christen' 200 Jahre nicht Wert war die 'heiligen Stätten' zu 'befreien'? Es handelten sich immerhin um die heiligsten Stätten des Christentums. Kann es sein, dass die Eroberer möglicherweise gar nicht so unzivilisiert waren, wie manche es heute wissen wollen?
Kann es sein, dass die Muslime in einem Bürgerkrieg zerfressenen Jerusalem (Verschiedene 'christliche' Gruppierungen kämpften um die Vorherrschaft) die Ordnung wieder hergestellt haben? Die Tatsache, dass der Schlüssel zur Grabeskirche in Jerusalem bis heute (über 1000 Jahre lang!) von einer muslimischen Familie verwaltet wird, legt diesen Gedanken nahe. Kann es sein, das sich 200 Jahre die 'Christen' deshalb nicht um Jerusalem gekümmert haben, weil dort nichts zu holen gab? Erst als die Abbasiden Dynastie (Die Kalifen von Bagdad) für kulturellen, wissenschaftlichen, medizinischen und wirtschaftlichen Fortschritt gesorgt hatten, wurde die Region vor die 'Christen' interessant (dann startete der ersten Kreuzzug).

Aber ich gebe Ihnen natürlich Recht, wenn der Westen sich bedroht fühlt, hat er natürlich das Recht zu erobern , zu besetzen und auszubeuten. Wenn andere das Gleiche aus gleichem Grund machen geht das natürlich gar nicht. PS: Die Muslime waren bedroht, haben erobert und besetzt. Im Gegensatz zu den 'Christen' haben sie nicht ausgebeutet sondern entwickelt. Die Mauren z. B. brachten Brot und Medizin für alle, die Reconquista brachte das Mittelalter.

Wie dem auch sei, Ich gebe den Foristen recht, die sagen, man kann Unrecht aus der Vergangenheit nicht mit Unrecht in der Vergangenheit aufrechnen. Meine Fragen betreffend der Gegenwart wurden aber leider auch von Ihnen nicht aufgegriffen oder gar beantwortet.

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vera gehlkiel 12.07.2019, 16:44
286. @eckert ...Säkularisierung ist...

Zitat von eckert
Der Inhalt des Islam ist hier das Problem und nicht die Muslime. Das sehen auch viele Muslime so. Islam ist halt keine Rasse . Diese Vergleiche zeugen von Oberflächlichkeit . Dann kann man solche Schlüsse , ja. Wenn man tiefer geht und die ganze Welt betrachtet ist es relativ klar das man das Buch ändern und hinterfragen sollte. Dann sieht’s 2 Generationen später besser aus
Wenn man den Verfassungsauftrag ernst nimmt, ist die Grundlage unserer Gesellschaft die Differenzierung. Das ist etwas anderes, nämlich das Gegenteil, von Verkomplizierung. Wenn Markus Lanz in seiner Talkshow permanent die Geringschätzung für seine Zuschauer in der redundanten Ansage gipfeln lässt: "Tut mir leid, Herr Minister, aber ich frage mich gerade: wer versteht so etwas noch?!" muss man ihm also keineswegs unbedingt folgen. Differenzierung heisst etwa, dass wir glasklar politische von privaten Implikationen der Religion trennen. Also Religionen niemals per se als etwas betrachten, was entweder nur aus dem einen oder nur aus dem anderen besteht. Wer diesem Tatbestand nicht voll gerecht werden möchte, gerade der lässt sich eine Deutingshoheit von außen aufzwingen, in diesem Fall ist es eben diejenige des radikalen Islamismus. Was unsere westliche Werteordnung in Wahrheit schwächt sind Leute, die ihr zu vertrauen aufgehört haben. Nicht ein paar Sinnsprueche auf altem Pergmanent. Der private Mensch braucht sogar Spiritualität, sonst werden seine atavistischen Bedürfnisse nach Geliebtwerden und Gesehenwerden allzu schnell die Beute von Fundamentalisten. Das klappt, die DDR hat es ja in unserer unmittelbarsten Nähe nachhaltig bewiesen, unter Einspielung von wirklich jeder scheppernden Hintergrundmusik.

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brotherandrew 12.07.2019, 16:50
287. Die ...

... Frage war:

"Jeder Zweite fühlt sich "überfremdet" wegen der Minderheit. Warum wird dagegen nichts getan?"

Der Versuch einer Antwort:

1. Viele Muslime werden als nicht integrationswillig wahrgenommen. Wenn hier in Deutschland alte türkische Frauen seit mehr als 40 Jahren leben, die keinen zusammen hängenden deutschen Satz sprechen können, dann spricht das Bände.
2. Die meisten Muslime positionieren sich nicht klar und eindeutig gegen islamistischen Terror. Man hat das Gefühl, sie wollen entweder nichts davon wissen und ducken sich weg oder sie hegen doch irgendwie Symphatie für ihre radikalen Glaubensbrüder.
3. Viele Muslime erscheinen sehr schnell beleidigt, fühlen sich benachteiligt u.a, zeigen aber kein Verständnis für deutsche Befindlichkeiten.
4. Muslimische Kultur is faktisch fremd: Verschleierte Frauen oder solche mit Kopftüchern und langen geschlossenen Kleidern, archaische Familienbilder und Vorstellungen und ein Glaube, der für sich beansprucht, Politik und Kultur eines Landes zu vereinnahmen - das alles IST SEHR FREMD!

Damit sage ich NICHT, dass es gerechtfertigt ist, feindselig auf Muslime zu reagieren. Überhaupt nicht. Und die AfD lehne ich ab und verabscheue sie nachgerade. Nur, "überfremdet" fühle ich mich schon in bestimmten Situationen.

Wer aber soll dagegen denn etwas tun? Der gebürtige Deutsche soll wohl so tun, als fände er das alles total cool und bereichernd. So viel Heuchelei bringe ich aber nicht auf, Frau Ataman.

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fflorian 12.07.2019, 16:57
288. Viele der Kommentatoren hier beweisen, dass Frau Ataman recht hat

Liebe Frau Ataman, vielen Dank für Ihren Zwischenruf, der notwendig und wichtig ist. Denn antiislamischer Rassismus bedroht nicht nur Moslems und Muslimininnen. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, so der Fachausdruck, bedroht Frauen (die Mehrheit der Gesellschaft!), Behinderte, Juden, LGBTIQ*, praktisch jede*, der/die nicht in das eindimensionale Weltbild der Hasser passt - und damit unsere offene Gesellschaft. Leider reden hier viele Kommentatoren in ihren Beiträgen voller Vorurteile und Ablehnung den Menschenhassern das Wort (anstatt Ihnen, Frau Ataman, beizuspringen), und beweisen damit (wenn auch unfreiwillig), dass Sie, Frau Ataman, leider absolut recht haben. Manche Kommentare konnte ich gar nicht zu Ende lesen, weil sie so ekelhaft und unsachlich sind und geradezu von Vorurteilen, Lügen und Halbwahrheiten strotzen, dass mir schlecht wird. Genau das ist der Kern der Islamophobie, der hier in vielen Kommentaren zum Ausdruck kommt: "Den" Islam pauschalierend und vollkommen undifferenziert als menschenfeindliche und aggressive und expanisve Ideologie hinzustellen und damit eigene gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu legitimieren. Und auch sonst sprechen die Fakten für sich: Im Juni 2014 antwortete die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage zum Thema Islamfeindlichkeit. [Drucksache 18/1627 (4. Juni 2014)]. Demnach kam es im Zeitraum Januar 2012 bis März 2014 – also in 27 Monaten – in und um Moscheen 78 Mal zu antimuslimischen Vorfällen. Ich kann mich angesichts dieser Fakten und der hier versammelten (zum Glück nicht aller) Kommentatoren nur mehr fremdschämen.

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Das Denkerchen 12.07.2019, 16:57
289.

Zitat von licht_und_schatten
Ne, es zeigt nur, dass ich mich nicht auf ein solch infantiles Niveau begeben möchte. Sowieso bin ich erstaunt, was man hier so alles lesen kann. Selbst wenn die Argumentation der Islamkritiker nicht immer schlüssig ist, wenigstens bemüht sich der überwiegende Teil zu argumentieren. Allerdings sind die meistens argumentationslosen Einlassungen der Islamfreunde teilweise so von Fanatismus geprägt, dass einem Angst und Bange wird.
Vielen Dank für ihre ausführliche wie scharfsinnige Argumentation und Antworten auf meine Fragen.

Wenn man keine valide Antwort hat (ganz einfach weil es möglicherweise keine valide Antwort gibt), ist der Diskussionspartner dann eben infantil und fanatisch. Dabei habe ich eigentlich nur Fragen gestellt und versucht Sichtweisen ganz verschiedener Menschengruppen darzustellen. Das finden Sie also schon so bedrohlich das Sie die ganz alberne Keule rausholen?

Frage: Haben Sie auch Argumente? Oder irgendeinen anderen Beitrag, der zur Erhellung beitragen kann? (Außer dass das Gegenüber infantil und fanatisch ist, weil es sich nicht 'besorgt' ist)

Wenn Sie dann nichts weiter beizutragen haben als mich zu beleidigen, können Sie sich ja an der Antwort auf meine Fragen versuchen...
Auf geht's!

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