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Antimuslimischer Rassismus: Es passiert einfach nichts
Matthias Hiekel/ DPA

Die Neuen Rechten richten ihren Hass vor allem auf Muslime - und finden Zuspruch in der Mitte der Gesellschaft. Jeder Zweite fühlt sich "überfremdet" wegen der Minderheit. Warum wird dagegen nichts getan?

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spon-facebook-10000012354 11.07.2019, 18:05
50. Weltbilder entstehen in der Kindheit

Weltbilder entstehen in der Kindheit - und es ist nicht immer einfach, sie später zu hinterfragen oder gar zu revidieren. Dies gilt aber und vermutlich im besonderen Maße auch für die Muslime:
Der Journalist und Tagesschau-Moderator Constantin Schreiber hat ein Buch mit dem Titel „Kinder des Koran“ geschrieben, für das er 100 Schulbücher aus Afghanistan, dem Iran, Ägypten, Palästina und der Türkei untersuchte. Darin fand er Geschlechterklischees, übersteigerten Nationalismus, politische Propaganda und religiöse Intoleranz, die teilweise auch in versteckten Botschaften den Kindern übermittelt werden. Das Buch erreichte Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste.
Dieses Buch zeigt klar und ohne Belehrung, wie Unterricht an palästinensischen oder iranischen Schulen beispielsweise stattfindet, welche Vorstellungen und Ideen vermittelt werden, wie die Denkweise von Schülern geprägt wird. Es werden Schulbücher vorgestellt und erklärt. Bücher übrigens, die – so Schreiber – auch von Steuergeldern der EU mitfinanziert werden, scheinbar ohne sich näher mit den Inhalten beschäftigt zu haben. Zum Beispiel Afghanistan, eines der ärmsten Länder der Welt. Das Land hat gar nicht die finanziellen Mittel, um Bücher dieser Art drucken zu können. Schreiber hat nach intensiver Recherche herausgefunden, dass es einen Fond gibt, der von westlichen Ländern (auch Deutschland) gespeist wird und aus dem sich die Regierung in Karbul bedienen darf. Aus Sicht von Schreiber sollten diese Zahlungen eingestellt werden, denn es handelt sich um Entwicklungshilfe, die allerdings nicht den Menschen vor Ort hilft und demzufolge fremdgenutzt wird – sich am Ende gegen diejenigen richtet, die diese Hilfen finanzieren.
Die Bücher aus den muslimischen Ländern herauszuholen sei zudem extrem schwierig gewesen, zumal man einige nicht ohne weiteres ausgehändigt bekommt. Die Inhalte im Religionsunterricht zeigen auf erschreckende Weise, wie Schüler massiv manipuliert werden:
„Den Schülern wird Angst gemacht. Es sagt: Allah, der muslimische Gott, ist zornig, er straft, er will Rechenschaft, wenn man sich nicht entsprechend den Weisungen des Islam verhält“
Schreiber hat insgesamt für das Buch „Kinder des Koran“ Schulbücher aus acht Ländern gesammelt, über insgesamt fünf davon berichtet er ausführlich in seinem Werk. Seiner Meinung nach geht es in den Schulbüchern weniger darum, Kinder zu bilden, sondern zu indoktrinieren, dass heißt in eine bestimmte (politische, ideologische) Richtung zu drängen. Das trifft besonders auf die Bücher aus dem afghanischen Raum zu, die sehr religiös waren, „pseudo-islamisch“ nennt es Schreiber, da sie mit dem eigentlichen Islam relativ wenig zu tun haben. Wohingegen in der Türkei oder Ägypten die Bücher sehr nationalistisch religiös untermauert sind. Krieg wird entsprechend als „heilig“ bezeichnet, so er denn Andersgläubige/Andersdenkende betrifft.
https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_Schreiber
https://scarlett-magazin.de/buchtipp-kin...antin-schreiber

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loeweneule 11.07.2019, 18:05
51. Geschichtsklitterung

Zitat von harald441
Ein Blick in die Geschichte lehrt, daß die Völker des Balkan sich vierhundert Jahre lang erbittert gegen den türkischen Islam wehrten und letztendlich nur durch die aktiv-kämpferische Unterstützung durch das Haus Habsburg in Wien wieder frrei wurden - aber unter welchen Opfern! Weiterhin lehrt die Geschichte, daß selbst die kämpferischen Spanier etwa achthundert Jahre benötigten, um ihre Halbinsel unter unsäglichen Opfern von den Moslems zu befreien. Sizilien wehrte sich einhundert Jahre lang gegen die Sarazenen, bis diese etwa einhundertundfünfzig Jahre später endlich von den Normannen vertrieben werden konnten. Lernt aus der Geschichte und handelt, und zwar rechtzeitig!
Ein Blick in die Geschichte lehrt, daß die Völker des Balkan ihre christlich-orthodoxe Religion behalten konnten (gegen Bezahlung einer Steuer, gut, aber die war nicht existenziell belastend), sie lehrt weiter, daß die von den Spaniern vertriebenen Juden im Osmanischen Reich leben und glauben durften, wie sie wollten, während die allerchristlichen Eroberer Lateinamerikas alles abgeschlachtet haben, was nicht zu buchstäblich Kreuze kroch.

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doppelmoral23 11.07.2019, 18:06
52. Come on

Antimuslimischer Rassismus, naja. ich weiß von einem Polizisten, dass er und seine Kollegen angewiesen wurden, muslimische Straftäter in ihren Berichten nicht zu erwähnen und deutsche hervorzuheben, damit die Bevölkerung ruhig bleibt. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Fakt. So viel dazu.

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Ruppig 11.07.2019, 18:08
53. Eine Antwort

Sehr geehrte Frau Atamann,
ihre Beispiele von Übergriffen auf Muslime sind schlimm und dürften nicht passieren. Keine Frage.
Aber haben Sie sich schon mal gefragt, warum so viele Menschen nicht nur in Deutschland, sondern überall in der westlich-demokratisch geprägten Welt Probleme mit dem Islam haben?
Eine der besten Antworten, finde ich, liefert Ihnen der der dänische Psychologe Nicolai Sennels:
"Muslims and Westerners: The Psychological Differences"
Weitere Antworten liefern Ihnen Islamkritiker wie z.B. Hamed Abdel-Samad, Imad Karim, Michael Stürzenberger, Ayaan Hirsi Ali und all die anderen. Die Liste ist lang.
Islamkritik oder sogar Islamfeinlichkeit sind trotz Ihren Verweises auf die Judenverfolgung immer noch kein Rassismus. Die Juden wurden vornehmlich aufgrund Ihrer Abstammung verfolgt und nicht aufgrund ihres Glaubens. Da wurde kein Unterschied zwischen einen jüdischstämmigen Atheisten oder einem jüdischstämmigen Katholiken gemacht. Jude war Jude.
Ein guter Kumpel von Adolf Hitler war übrigens Amin al-Hussein, der Mufti von Jerusalem, der im Auftrag das Judentum in Palästina vernichten sollte. Heute würde das gerne die von den Muslimbrüdern gegründete Hamas erledigen. Steht sogar in Ihrer Charta.
Und da fragen Sie sich ernsthaft, warum aufgeklärte Menschen dem Islam kritisch und ablehnend gegenüberstehen?

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zeisig 11.07.2019, 18:08
54. Warum wird nichts getan?

Was soll denn bitteschön getan werden? Und von wem? Die Gedanken sind frei, und die daraus folgenden Gesinnungnen halt auch. Diese Tatsache in Frage zu stellen oder gar abschaffen zu wollen ist einfach nur naiv.

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kranich16 11.07.2019, 18:08
55. Den Nagel auf den Kopf getroffen

Prägnante und logische Analyse. Wenn Islamfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, dann ist die Verrohung in der Debatte allmählich ein Normalzustand. Wer das Problem verharmlost, wird dabei Teil des Problems - und das wurde viel zu lange einfach als Randerscheinung abgetan. Ein friedliches, inneres Miteinander sollte doch im Interesse aller Beteiligten sein. Dafür müssten sich allerdings mehr Menschen ernsthaft und kritisch mit komplizierten Problemstellungen auseinandersetzen, was in Zeiten einer Flut an süßen Katzenvideos verständlicherweise viel zu anstrengend ist.

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euro-paradies 11.07.2019, 18:09
56. Die Erfolge der Integration werden nicht besser, wenn romantisch

verklärende und beschwichtigende Artikel über den Islam veröffentlicht werden. Auch gut gemeinte, milde richterliche Urteile bei islamischen Straftätern ermuntern diese Leute eher zu weiteren Straftaten. Unsere ideologisch verklärten Politiker und Journalisten, die ja als Meinungsmacher fungieren, sollten mal die Realitäten hier im Land akzeptieren.

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inecht 11.07.2019, 18:10
57. Fakten! Aufklärung. Atheismus.

Es gibt keinen Gott.
Also ist jede Religion blanker Unsinn. Antidemokratisch und autoritär stellen sich die drei großen monotheistischen Religionen dar.
Es ist aber das seltsame Privileg des Islams, solche klaren Worte mit der Todesstrafe zu bedrohen.
Dagegen ist die katholische Kirche (mittlerweile) fast als tolerant einzustufen.

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Pankhurst 11.07.2019, 18:10
58. Muslimfeindlichkeit

"Korrekt wäre für mich also die Überschrift: 'Zeugin von islamfeindlichem Rechtsextremisten getötet'"
Nein. Es war Muslimfeindlichkeit. Genauso wie Antisemitismus Judenfeindlichkeit ist und nicht Judentumsfeindlichkeit.
Aufklärung und die wissenschaftlichen Revolutionen - allen voran heliozentrisches Weltbild & Evolutionstheorie - richteten sich in Europa (auch) gegen das Christentum selbst, nicht aber gegen die Christen. Und wenn heute vor Sekten, Esoterik - Ideologien aller Couleur - gewarnt wird, dann richtet dass sich nicht gegen die Anhänger, die ja eher Opfer desselben sind, sondern die Ideologien selbst. Man erinnere sich insbesondere an Scientology.
Der Islam ist eine Religion, eine Ideologie, von vielen die im Wettstreit mit anderen Religionen steht und die zusammen wider einem wissenschaftlichen Weltbild. Es gibt m.E. viele gute Gründe Religion und damit auch den Islam abzulehnen - aber keine für Muslimfeindlichkeit.

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loeweneule 11.07.2019, 18:10
59. Geschichtsklitterung

Ein Blick in die Geschichte lehrt, daß die Völker des Balkan ihre christlich-orthodoxe Religion behalten konnten (gegen Bezahlung einer Steuer, gut, aber die war nicht existenziell belastend), sie lehrt weiter, daß die von den Spaniern vertriebenen Juden im Osmanischen Reich leben und glauben durften, wie sie wollten, während die allerchristlichen Eroberer Lateinamerikas alles abgeschlachtet haben, was nicht zu buchstäblich Kreuze kroch.

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