Forum: Kultur
Antisemitismus-Debatte bei "Hart aber fair": Wir lassen das nicht stehen
Oliver Ziebe/ WDR

Bei "Plasberg" wird eine antisemitische Zuschauermail verlesen, es passiert: nichts. Es bleibt die Frage, ob der Moderator seine Sendung im Griff hat. Und die Erkenntnis, dass Rassismus in der Mitte salonfähig ist.

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wi_hartmann@t-online.de 15.10.2019, 14:54
1. Antisemitismus in Deutschland

Alle Äußerungen mit antisemitischer Tendenz in den Medien sollten
einer strengen Zensur unterworfen werden.
Bei Nichtbeachtung hat ein verschärftes Strafrecht Anwendung zu
finden.

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heinz.murken 15.10.2019, 14:56
2. Zustimmung und Applaus!

Auch wenn es ja zum Konzept der Sendung gehört.
Aber in manchen Fällen wirkt ein streng verfolgtes Konzept nur konzeptionslos.
Und gefährlich.
Wir haben uns, Dank sogenannter Alternative für Deutschland, viel zu sehr an einiges gewöhnt.
Diese Zuschauerin gehört dazu!
Und ich hoffe, dass sie noch nicht in der eigenen Blase lebt, sondern aus ihrem Freundes-und Bekanntenkreis einiges zu hören bekommt.

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christianus_occator 15.10.2019, 14:58
3. Noch viel schlimmer...

Noch viel schlimmer die darauffolgenden Kommentare, nachzulesen auf der Facebookseite von "Hart aber fair". Eindeutig rechtsextremes Gedankengut und wenn man die entsprechenden Profile aufruft, sieht man: AfD-Fanboys- und girls. Damit sollte man die Herren Meuthen oder Gauland mal konfrontieren, wenn diese wieder lügen, dass in ihrer Partei kein Platz für Antisemitismus oder Rassismus sei.

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jottwede22 15.10.2019, 15:00
4. Generell ungeeignet

Talkshows in ihrem bestehenden Format sind generell nicht darauf aus, irgendwelche Nachhaltigen Erkenntisse oder Einordnungen zu liefern. Besonders das Format "hart aber fair" spiegelt die Hilflosigkeit bei großen Themen wider. Plasberg und die immer gleichen Gäste sitzen in einem Showformat und Zuschauerpost aus dem Affekt geschrieben sind keine Diskussionsgrundlage.
Es gibt weder soziologische noch religiöse Gründe gegen Juden zu sein. Ich verstehe den immer wieder neu geschürten Hass in keinster Weise. Zu diskutieren wäre, woraus sich der Hass speist.

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Archie69 15.10.2019, 15:00
5. In meiner Schulzeit, habe 1989 Abitur gemacht,

sind wir nie weiter als bis zur Machtergreifung Hitlers gekommen. Die ersten Jahre, 5.-10. Klasse, von der Steinzeit bis zur Weimarer Republik, in der 11. Klasse wurden dann geschichtliche Geschehnisse tiefer beleuchtet, z.B. französische Revolution, Bismarck Zeit, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, Aufstieg Hitler und Machtergreifung. In der Kollegstufe dann in das gleiche Spiel. Bis zum 2. Weltkrieg und Holocaust sind wir nie gekommen. Natürlich waren wir alle mal im KZ Dachau, damit war dann das Thema erledigt. Wenn wir im Deutsch Unterricht nicht ein Bücher über diese Zeit gelesen und besprochen hätten, wäre das Thema ganz ausgefallen. Kann mir nicht vorstellen, dass es heute anders ist.

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zweydinger 15.10.2019, 15:01
6. Aus dem Kontext?

Ich habe die Sendung heute nachts in der Wiederholung gesehen - und ich muss sagen, dass mir Ihre Sichtweise nicht zum Verlauf der Sendung passt. Es wurde m.E. im Gegenteil sehr deutlich, wie sehr alle an der Sendung Beteiligten schockiert und beschämt sind über das erkennbar gestiegene Ausmaß an "Selbstverständlichkeit", mit der alle Formen von Rassismus salonfähig werden. Den Augenblick, in dem Plasberg von dem Kommentar überleitete in die Gruppe war zunächst ein nonverbaler Bruck, in dem das Erschrecken und Nachdenken über diese Sichtweise im Raum stehen blieb.
Ungeachtet dessen wünsche auch ich - und da sind wir sehr konform - viel deutlichere Worte und vor allen Dingen von uns allen mehr Zivilicourage zusätzlich zum Reden!
Ich gehe mit 64 wieder auf die Straße und werde mich nicht scheuen, laut mein Wort zu erheben gegen das Vergessen! Meine Generation hat so viel vergeigt, das uns bereits zu Lebzeiten noch auf die Füsse fällt... wann, wenn nicht jetzt, ist die letzte Chance, für unsere ebenso wertvolle wie herrliche wie fragile Demokratie (und das Wohl des ganzen Planeten) persönlich einzustehen?

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man-o-war 15.10.2019, 15:02
7. Schlusspunktdebatte

Das Phänomen spukt seit Jahren in der deutschen Gesellschaft umher. Es müsse doch irgendwann einmal Schluss sein mit den ewigen Anschuldigungen! Mehrere Bundespräsidenten haben es ein für alle mal geklärt: Es darf niemals Schluss sein mit der Aufarbeitung und Verurteilung der Judenvernichtung. Jede Schlusspunktdebatte muss zu diesem Schluss kommen. Danke für diesen notwendigen Beitrag!

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proratio 15.10.2019, 15:02
8. Danke

für diesen Kommentar. Sendungen wie die von Plasberg sind inzwischen unerträglich. Sie transportieren immer häufiger ohne journalistische Einordnung und aus reiner Sensationslust antisemitische, rassistische, nationalistische Botschaften.

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s.l.bln 15.10.2019, 15:03
9. Bei der Überschrift hatte ich...

...ehrlich gesagt übelste antijüdische Hetze erwartet.
Tatsächlich war das einfach nur unreflektiertes Stammtischgeschwätz wie ich das schon in den 80ern gehört habe.
Es gibt einen bestimmten Menschenschlag, der gerne stolz auf sein Land wäre( warum auch immer) , so als ob besondere Leistungen anderer irgendwie auf einen abfärben würden, weil man zufällig innerhalb der gleichen Grenzen aus dem Geburtskanal geflutscht ist.
Da paßt das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte natürlich nicht ins Konzept und deshalb hätten diese Leute gerne, daß das weitestgehend ausgeblendet wird.
Die Schwelle für echten Antisemitismus würde ich doch etwas höher
ansetzen. Z.B. wenn Leute anfangen, über die Weltverschwörung des jüdischen Kapitals zu referieren, wie ich das schon persönlich erleben durfte .

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