Forum: Kultur
ARD-Bestseller-Verfilmung "Der Turm": Die DDR lebt am Ende auf
DAS ERSTE

Sparen mit Gewinn! Die ARD-Verfilmung von Uwe Tellkamps DDR-Roman "Der Turm" konzentriert sich auf die TV-tauglichen Momente des Großwerks und besticht vor allem im letzten Drittel. Und zum Gück verzichtet sogar Jan Josef Liefers auf das Knallchargentum seiner "Tatort"-Rolle.

Seite 1 von 7
Lemmi42 02.10.2012, 12:07
1. Muß ich mir

solche Hetze antun,ich bin in der DDR aufgewachsen und bin froh,daß ich vierzig Jahre Arbeit hatte,seit der Wende war ich zwei Jahre arbeitslos und ging für fast 20 Jahre für Peanuts in den Westen,Danke !Ihr Helden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Th.Tiger 02.10.2012, 12:23
2.

Zitat von Lemmi42
Muss ich mir solche Hetze antun,ich bin in der DDR aufgewachsen und bin froh,daß ich vierzig Jahre Arbeit hatte,seit der Wende war ich zwei Jahre arbeitslos und ging für fast 20 Jahre für Peanuts in den Westen,Danke !Ihr Helden.
Nein, müssen Sie nicht!
Das Buch ist keine Pflichtlektüre, der Film ist kein Pflichtfilm. So etwas gab es in der DDR (selbst erlebt). Und wenn Sie vorher das große Geld verdient hatten, um danach für Peanuts im Westen zu arbeiten: Es gibt arme Schweine, die arbeiten bereits 40 Jahre für Peanuts im Westen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Robert_Rostock 02.10.2012, 12:53
3.

Zitat von Lemmi42
solche Hetze antun,ich bin in der DDR aufgewachsen und bin froh,daß ich vierzig Jahre Arbeit hatte,seit der Wende war ich zwei Jahre arbeitslos und ging für fast 20 Jahre für Peanuts in den Westen,Danke !Ihr Helden.
Wieso Hetze? Sie haben den Film doch (wie ich) noch gar nicht gesehen. Nach allem, was man so über den Film hört, und auch wenn man Tellkamps Buch nimmt, ist es eher eine realistische, differenzierte Darstellung der DDR. Vor allem, wenn man es mit anderen Werken vergleicht.

Eine Frage noch: Sie haben also 40 Jahre in der DDR gearbeitet (also von '49 bis '89 und dann noch 20 Jahre im Westen? Und außerdem noch in der DDR aufgewachsen? Mit wieviel Jahren haben Sie denn angefangen zu arbeiten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arsentaps 02.10.2012, 13:02
4. @Lemmi42

Sie arbeiteten in der DDR 40 Jahre, 20Jahre in Deutschland und 2 Jahre arbeitslos. Summasummarum müssten Sie ca. 76Jahre alt sein (wenn sie mit 14 Jahren im Jahre 1949 die Schule verlassen haben)- Alle Achtung.
Hetze ist im Artikel keine Entnehmbar, in Ihrem Kommentar jedoch die Sehnsucht nach der guten alten DDR.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
H.Lorenz 02.10.2012, 13:03
5. Knapp 23 Jahre nach dem 9.November ...

Zitat von sysop
...Es gab in der DDR nicht nur Arbeiter und Bauern, es gab womöglich Pfeifenraucher in Tweed. ...
... was für eine Erkenntnis! Und wieder einmal zeigt sich die Überlegenheit des anderen deutschen Bildungssystems, dass auch das Staatenbild des Klassenfeindes nüchtern, emotionslos und eben sachlich abhandelte.

Wäre dem Autor, dem seine Schulbildung auf dem Gebiet der Bundesrepublik in den Grenzen von 1949 - 1990 zu Teil wurde und der nun stellvertretend für die fünfte Gewalt öffentliche Kommentare verfassen darf, wohl wissend, dass diese meinungsbildend sein können, nur einmal der Gedanke gekommen, die Bestandteile des Staatssymbols der DDR zu erruieren, wüßte er: Ja, es gab in der DDR auch "Pfeifenraucher". Denn: Hammer, Zirkel und Ährenkranz kamen nicht nur im Liedgut vor, sondern bezeichneten die im fälschlicherweise als "Arbeiter-und-Bauern-Staat" betitelten Staat die gleichberechtigten Bevölkerungsschichten. Bauern, Arbeiter und Akademiker. Die Zuordnung der Symbole dürfte ohne Hilfe zuzuordnen sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karibiknixe 02.10.2012, 13:06
6. Erst schauen....

Der Artikel hat mich neugierig gemacht, da ich auch in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin, aber schon 32 Jahre in den 'alten Bundesländern lebe. Man kann ja erst űber etwas urteilen, wenn man es gesehen hat. Aber warten wir die Ausstrahlung ab, dann werde ich mein Statement abgeben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sengenator 02.10.2012, 13:08
7. Ein grosser Roman

Ich bin sehr gespannt auf die zwei Teile der Verfilmung. Der Roman gehört sicher zum Stärksten, was unsere Nachwendeliteraur angeht. das Buch schildert so unnachahmlich die letzten Jahre der DDR, dass ich neugierig bin, wie das fernsehtaugliche Eindampfen gelungen ist.
Ja sicher, es gibt unterschiedliche Lebenserfahrungen in der DDR. Aber mir hat der Roman echt aus der Seele gesprochen. Und wer hier von Hetze spricht, hat einfach keine Ahnung oder ist schlicht geschichtsvergessen. letztlich geht es um den mittelmässigen Staat DDR und nicht darum, menschen, die hier gelebt haben, zu desavouieren. Aber leider erinnert sich heute niemand mehr daran, wie unser Leben aussah, jenseits des vollen Kühlschranks oder des "sicheren Arbeitsplatzes". Eine Partei, die "ihr" Volk nur durch Druck und Bespitzelung im Zaum zu halten vermochte. Ein Staat, der eine Mauer brauchte, um nicht früher unter zu gehen. Ein Staat, in dem man wegen eines Witzes wegen in den Knast gehen konnte. Ein Land, durchmilitarisiert bis in den letzten Zipfel. Die NVA habe ich noch selbst erleben können. Von wegen Friedensarmee. Ich kann weder die Ostalgie, noch die "Rückbesinnung" auf die scheinbare soziale Sicherheit verstehen. Aber wer die Freiheit mehr oder weniger geschenkt bekommen hat, dem ist sie eben auch nichts wert.
Übrigens, meine Oma hat mir auch immer wieder erzählt, was für eine schöne, glückliche Kindheit und Jugend sie in den 30er Jahren in Deutschland hatte. Das ist eine Wahrheit und ändert trotzdem nichts daran, dass das 3. Reich ein einziges Verbrecherregime gewesen ist. Historische Fakten und Einsichten sind die eine Seite der Medaille, die private und persönliche Erlebnisse und Leistungen nicht immer Lügen strafen müssen. Aber diese Sicht verlangt Abstraktionsvermögen und auch ein bisschen Distanz.
Ich wünsche allen einen sonnigen Tag der Deutschen Einheit. Vergessen wir nicht, was damals war...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
walschmi11 02.10.2012, 13:11
8. Keine Pflicht

Zitat von sysop
Sparen mit Gewinn! Die ARD-Verfilmung von Uwe Tellkamps DDR-Roman "Der Turm" konzentriert sich auf die TV-tauglichen Momente des Großwerks und besticht vor allem im letzten Drittel. Und zum Gück verzichtet sogar Jan Josef Liefers auf das Knallchargentum seiner "Tatort"-Rolle.
Den Film muß man sich nicht ansehen - keine Pflicht !! eben weil wir die " herrliche DDR " nicht mehr haben. Und das ist gut so !!!
Wer Sehnsucht nach Sozialismus hat - es gibt ihn noch 2x auf der Welt. Nur zu - nur Mut.Nicht die Rente vom Klassenfeind nehmen.Denn in der DDR gab es keine Rentenversicherung
Dr.Walter Schmidt

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sengenator 02.10.2012, 13:19
9. Akademiker, ja, ja

Sicher gab es Akademiker. Aber Ihnen ist vielleicht nicht entgangen, welche Intellektuellenfeindlichkeit es gegeben hat. Das fing schon bei Stalin an und fand in der DDR und der Politik der SED ihre eigenen Fortsetzung. Kinder aus der s.g. Intelligenz hatten es z.B. schwerer einen Studienplatz zu bekommen. Und grundsätzlich war der "Intellektuelle" verdächtig. Künstler, Wissenschaftler, Denker überhaupt mussten in Schach gehalten werden oder wurden in die Provinz verbannt. Insofern ist der Zirkel im Statussymbol auch nur eine leere Geste gewesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7