Forum: Kultur
ARD-Sonntagskrimi: Der Magdeburger "Polizeiruf" im Schnellcheck
MDR/ Stefan Erhard

Jagdszenen auf der Autobahn, Punkrock als Rauschbeschleuniger: Der früher so schleppende Magdeburger "Polizeiruf" zeigt sich neuerdings von seiner rasanten Seite.

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straightly 23.09.2018, 23:16
10. @6 Logik-Fehler

Er hat das Grab nicht vor dem Tod des Mädchens bestellt, lediglich bevor er - gemäß der Einschätzung der Kriminalbeamten - von ihrem Tod erfahren hätte haben können. Ich dachte auch kurz, dass es in der Rückblende mit der Friedhofsverwaltung darum gänge, dass er das noch vor ihrem Ableben klar gemacht hätte, das wäre nur ziemlich dämlich von ihm gewesen. Genauso wäre es ein geradezu grotesker Fehler gewesen, hätte es sich so zugetragen, wie sie es verstanden haben...

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Max Dralle 24.09.2018, 08:27
11.

Zitat von Dramaturgen-Frau
Alle diese Beispiele, von Berlin bis Köln, hatten "Migranten" (Türken, Araber und Co.) als Täter. Was aber sehen wir in diesem P110: Deutsche "Jungs" (wie Buß das seinem Milieu gemäß nennt), sogar mal wieder einen Upperclassgelangweilten, der dann natürlich auch der "Mörder" ist. So bleibt wieder einmal die Vermutung oder Frage: Sind das unabdingbare Vorgaben der Guidelines für Drehbuchautoren, dass nicht an den tatsächlichen Fällen entlang recherchiert wird? - Rhetorische Frage.
Vielleicht sollte man bei solchen Thesen dann doch die demographischen Grundlagen nicht ganz außer Acht lassen. So leben nämlich "Köln", um eines Ihrer Beispiele einmal genauer zu betrachten, ca. 60.000 "Türken" (in engerem Sinne), während es in Magdeburg gerade einmal um die 500 sind. Die "Wahrheit" ist, auch wenn es um Fiktion geht, letztendlich meist doch komplexer, als manche Menschen es gerne hätten.

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Rüdiger IHLE, Dresden 24.09.2018, 09:57
12. WER hatte eigentlich die blöde Idee ...

.. Frau Michaelsen fast die ganze Zeit im Flüsterton sprechen zu lassen ?
Sollte das Spannung aufbauen oder hat sie`s an den Stimmbändern ?
Falls Letzteres : Gute Besserung !

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Aberlour A ' Bunadh 24.09.2018, 09:58
13. Kein Logik- aber ein Plausibilitätsfehler

Zitat von straightly
Er hat das Grab nicht vor dem Tod des Mädchens bestellt, lediglich bevor er - gemäß der Einschätzung der Kriminalbeamten - von ihrem Tod erfahren hätte haben können. Ich dachte auch kurz, dass es in der Rückblende mit der Friedhofsverwaltung darum gänge, dass er das noch vor ihrem Ableben klar gemacht hätte, das wäre nur ziemlich dämlich von ihm gewesen. Genauso wäre es ein geradezu grotesker Fehler gewesen, hätte es sich so zugetragen, wie sie es verstanden haben...
Sie haben vollkommen recht. Es gab in diesem Zusammenhang keinen "Logik-Fehler". Aber vielleicht einen "Plausibilitätsfehler": Der Todesfahrer musste - um seine Freundin wie geplant mitzunehmen - ausweislich der Routenplanung der Polizei einen Umweg von ca. 4 Minuten fahren. Dieser Zeitverlust hätte niemals ausgereicht, um bei dem illegalen Rennen als erster den Zielort zu erreichen. (Ein Hauptgrund für die Polizei anzunehmen, dass der Täter auch außerhalb der Gruppe zu suchen sein könnte). Das musste natürlich auch dem späteren Todesfahrer vorher bekannt sein, dass er hier als Letzter ins Ziel kommt. Um am Zielort, so seine Aussage, mit den Kumpels das freudige Ereignis mit seiner Angebeteten zu feiern. Dennoch fährt er mit 200 Sachen durch die Straße (abseits der Kumpels sein eigenes Rennern) in der er seine Freundin vermutet und überfährt diese nur, weil die von der anderen Straßenseite kommt. Der Raser als High-Risk-Lover in allen Lebenslagen?
Plausibel war das nicht. Eher Fantasie von Drehbuchschreibern.

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mcmercy 24.09.2018, 12:44
14. Langatmig

Besser als mancher Tatort, aber auch der Polizeiruf leidet an der gelichen Tragik, hier wird eine Serienfolge auf Spielfilmlänge aufgebblasen ohne wirkliche Dramaturgie, stattdessen ewiges hin und her. Das ganze hätte in 45 Minuten abgewickelt, spannend sein können, so schleppt es sich einfach nur gähnend langsam dahin. Hinzu kommen unglaubwürdige Charaktere, wie der reiche Schnösel. Kürzt den Tatort doch einfach auf 1 Stunde. Andere Krimi Serien wie die Chefin, Letzte Spur Berlin oder Soko Leipzig könnens einfach besser.

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Dramaturgen-Frau 24.09.2018, 16:41
15. Auf den Leim gegangen

Zitat von Max Dralle
Vielleicht sollte man bei solchen Thesen dann doch die demographischen Grundlagen nicht ganz außer Acht lassen. So leben nämlich "Köln", um eines Ihrer Beispiele einmal genauer zu betrachten, ca. 60.000 "Türken" (in engerem Sinne), während es in Magdeburg gerade einmal um die 500 sind. Die "Wahrheit" ist, auch wenn es um Fiktion geht, letztendlich meist doch komplexer, als manche Menschen es gerne hätten.
Sie sagen es. Und genau deshalb sind Sie, ja, wir alle, sozusagen, der diffizilen und perfiden Quasipropaganda, die in den ARD-Guidelines für Autoren zum Tragen kommt, auf den Leim gegangen: Fast alle Mordraser dieser Republik haben migrantösen Hintergrund. Die erschreckendsten Fälle stammen aus Berlin und Köln. So könnte man, ja, MÜSSTE man, wenn man qua Drehbuch einen Realitätsbezug herstellen wollte, das Setting in diese Städte bzw. deren Nähe verlegen, wo das gefasste und verurteilte Klientel solche Raser-Szenen bildet. Was aber macht die ARD: Sie verlegt alles in die Provinz, damit keine Parallelen zu den tatsächlichen Kriminellen in der Realität hergestellt werden. Ja, wir leben nicht in der DDR, wo man selbst als Blinder die Lenkung der Bevölkerung sehen konnte. Hier bei uns im Jahre 2018 ist es, wie gesagt, "kunstvoller": Welche Bilder bleiben also bei den Zuschauern im Kopf? - Die von blonden, teilweise sogar homosexuellen (siehe Figur eines der Raser) "Jungs", wie Buß das nennt. Diese Art medialer Anleitung, die bei den meisten Zuschauern unterbewusst wirkt, haben wir z.B. auch beim Abbilden vom Zuzug von Flüchtlingen: In fast allen Medien sehen wir tagtäglich Fotos von Flüchtlingsfrauen mit Kopftuch und von Kindern. Die Tatsache aber ist (siehe Statistik des Bamf), dass zu 80 Prozent (junge) Männer die Flüchtlinge darstellen. Da das Bild immer schneller und unmittelbarer wirkt, hat sich im Gefühl also etwas ganz Anderes verankert als in der Realität. Man könnte das schon Fake nennen. Und so sind also auch Sie, wie Ihre Antwort auf meine Einlassungen zeigt, der "bewussten Gestaltung der Realität im fiktionalen Krimi-Format der ARD" auf den Leim gegangen.

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Max Dralle 25.09.2018, 09:33
16.

Zitat von Dramaturgen-Frau
Diese Art medialer Anleitung, die bei den meisten Zuschauern unterbewusst wirkt, haben wir z.B. auch beim Abbilden vom Zuzug von Flüchtlingen: In fast allen Medien sehen wir tagtäglich Fotos von Flüchtlingsfrauen mit Kopftuch und von Kindern. Die Tatsache aber ist (siehe Statistik des Bamf), dass zu 80 Prozent (junge) Männer die Flüchtlinge darstellen. Da das Bild immer schneller und unmittelbarer wirkt, hat sich im Gefühl also etwas ganz Anderes verankert als in der Realität. Man könnte das schon Fake nennen.
80%: Diese Zahl hört man in letzter Zeit häufiger in Diskussionen und zumindest meiner Wahrnehmung nach auch häufiger, als man noch Bilder von Müttern mit Kindern als Symbole für die Flüchtlingsbewegung sieht. Indes sind die Werte, die aus den Statistiken des BAMF hervorgehen, auf die Sie sich ja ausdrücklich berufen, doch deutlich geringer. Nach denen lag nämlich der Anteil männlicher Asylbewerber 2015 bei ca. 70%, 2016 bei etwa 65% und 2017 bei ungefähr 60%. Die 80% sind also eine Angabe von zweifelhafter Herkunft. Darüber hinaus stellt sich mir die Frage, warum Sie eigentlich auf dieses Thema kommen. Oberflächlich natürlich, um ein weiteres Beispiel für angebliche mediale Manipulation zu liefern. Aber das hätte man sicherlich auch einem anderen Beispiel verdeutlichen können. Nun stehen in Ihrem Beitrag also zwei Mal junge Männer mit Migrationshintergrund im Fokus: einmal als explizite Straftäter, einmal als anonyme Masse. Das kommt mir im Zusammenhang mit der zu hoch gegriffenen Zahl doch sehr suggestiv vor. Von daher zweifele ich doch ein wenig daran, ob Sie wirklich ein neutraler Analyst sind, wenn es um das Thema unterschwelliger Manipulation geht.

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Dramaturgen-Frau 03.10.2018, 19:22
17. Dralle subjektive Wahrnehmung

Zitat von Max Dralle
80%: Diese Zahl hört man in letzter Zeit häufiger in Diskussionen und zumindest meiner Wahrnehmung nach auch häufiger, als man noch Bilder von Müttern mit Kindern als Symbole für die Flüchtlingsbewegung sieht. Blablaba.
Sie berufen sich in Ihren Kommentaren immer wieder gern auf Ihr "persönliches Umfeld" und auf Ihre "subjektive Wahrnehmung". Warum auch immer. Leider lassen sich solche persönlichen Wahrnehmungsstörungen schlecht mit Argumenten behandeln, denn auch meine Themenherleitung ist eigentlich ganz nachvollziehbar: Die Mehrheit der bei illegalen Autorennen mit Todesfolge gefassten Täter haben migrantösen Hintergrund. Die Erwähnung von 80 Prozent männlicher Flüchtlinge geschieht auch nicht "in letzter Zeit", sondern seit 2015, 2016. Könnte natürlich sein, dass sie zwei, drei Jahre als "in letzter Zeit" zusammenfassen. Ihre Zahlen des BAMF sind bloße Behauptung. Zu Ihrer subjektiven Weiterbildung empfehle ich Ihnen, sich willkürlich die abgebildeten Fotos in der ZEIT, dem Tagesspiegel, der TAZ usw. anzuschauen, die aktuelle und ältere Artikel zur sogenannten Migrations- und Flüchtlingsdebatte zieren. Ich sage Ihnen voraus, was Sie sehen werden: Frauen mit Kopftüchern, Kinder, weinende Kinder - und eine verschwindend geringe Anzahl von (älteren!) Männern. Die unterschwellige Manipulation wirkt fort - auch wenn Sie das "subjektiv" nicht wahrhaben wollen, weil es in Ihrem "direkten Umfeld" anders ist.

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