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ARD-Sonntagskrimi: Der München-"Tatort" im Schnellcheck
Hendrik Heiden/ BR

Zwischen Atlantikbrandung und Eisbach-Welle: Der München-"Tatort" erzählt von einem kleinen Drogendealer, der vom ewigen Sommer träumt. Surfer-Melancholie pur.

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Little_Nemo 26.05.2019, 22:26
10. Unaufhaltsam nach unten

Herrlich skurrile Typen, abgrundtief bittere Lebenslinien. Trotz einiger Längen am Anfang und für meinen persönlichen Geschmack ein wenig zu viel Hippie-Attitüde, ein sehr anrührender und schmerzhaft authentischer "Tatort". Ich finde ja ehrlich gesagt, dass sich dieses Ermittler-Duo nach wirklich großen Zeiten langsam ein bisschen abgenutzt hat. Aber dieser "Tatort" war mal wieder ein Lichtblick. Für mich keine 9, aber doch locker 7 von 10 Punkten.

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Little_Nemo 26.05.2019, 22:29
11. Rückwärtsgewandt ist wohl das Stichwort

Zitat von asnide
Der Tatort entwickelt sich wie die sogenannten Volksparteien. Die etablierten Schauspieler spielen füreinander, sind begeistert von ihrem eigenen Auftritt, schwelgen in Reminiszenzen und vergraulen ihre Wähler, sorry, ihr Publikum.
Nur das speziell veranlagte.

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Rok73 26.05.2019, 22:35
12. 9 von 10?

Wer diesen Tatort so bewertet hat wahrscheinlich was von dem ausgekochten Pflastersud genommen. Meine Güte, so schlecht.

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Dramaturgen-Frau 26.05.2019, 23:19
13. Zur selben Zeit im ZDF...

... konnte man eine schlechte Darstellerin im rosa Kostümchen sehen, wie sie sich in einer Rosamunde-Pilcher-Schmonzette verdingte. Das fand ich gut: Auf dem einen Programm ein richtiger Tatort mit richtigen Kommissarsdarstellern und einem wieder einmal hervorragenden Andreas Lust, in dem anderen Programm der Entwurf einer Anschlussverwendung einer Tatortkommissarin mimenden Edelkomparsin. (so, wie man in der Politik bundesdeutsche Politiker immer nach Brüssel entsorgt, siehe Oettinger). Habe sehr gelacht, als ich sie tiefstimmig und breitbeinig im rosa Kostüm rumstaksen sah.

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meiner_einer 26.05.2019, 23:37
14. Richtig langweilig

Das Drehbuch war wirklich schlecht und jede einzelne Handlung war schon minutenlang vorhersehbar, Spannung kam keine Sekunde auf, keine Stereotype wurde ausgelassen und die Schauspieler agierten sichtbar lustlos und unterfordert.

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hafnafjoerdur 26.05.2019, 23:47
15. Freakshow

Ich schaue nachwievor relativ regelmäßig Tatort und mag durchaus auch die ambitionierten Projekte wie mit Ulrich Tukur. Aber in den letzten Jahren hat sich ein wirklich unguter Trend etabliert - die Kriminalstory tritt in den Hintergrund, stattdessen werden irgendwelche sozialen Ebenen ausgelotet oder gleich nur noch Klamauk geboten. München war dabei eigentlich immer eine gute Wahl - Leitmayr und Batic sind gute Typen, die Storys meistens stark und trotzdem nicht banal. Das heute war eine lächerliche Freakshow. Vollkommen durchgeknallte Psychowracks, die sich kaum ohne Anleitung die Schuhe binden können, machen einen auf Dealer. Im echten Leben wären die nach den ersten drei Minuten tot gewesen, aber die echten Platzhirsche im Drogenhandel sind halt auch nicht so im Kern umgängliche, ebenfalls leicht beschränkte Typen, die nach dem Fingerbrechen noch freundlich pusten (immerhin noch eine der besten Szenen im ganzen Film). Die lächerliche Ballerei hat dem ganzen die Krone aufgesetzt, eigentlich hätten sie nur noch "Peng Peng" rufen müssen, dann wärs die perfekte Kinderballerei gewesen. Aber Respekt, was man alles mit so einer offenen Wunde bewerkstelligen kann, bis man dann doch irgendwann am Blutverlust stirbt. Lächerlich, 0 von 10 Punkten und bitte endlich wieder Kriminalfälle.

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Obacht!!! 27.05.2019, 07:57
16. Gott...

...war das langweilig! Und dann dieses Ende... I brech' z'samm!

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Aberlour A ' Bunadh 27.05.2019, 23:23
17. Sollte Standard-Film für Schlaflabore werden!

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zum ersten Mal bei einem Tatort eingeschlafen bin.
Und das obwohl München mein Lieblings-Tatort ist. Eigentlich. Ich fand es langweilig hoch drei. Die SPON-Bewertung - 9 von 10 Punkten - ist ein Witz. Gähn!

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Dramaturgen-Frau 28.05.2019, 00:11
18. Das Genre des Krimis ist Fiktion...

Zitat von Ekkehard Grube
Lasst um Himmels willen die Finger von dem Teufel "Drogen" Es ist zutiefst besorgniserregend, dass auch die Freigabe von Drogen zum "Eigenbedarf" auf dem Weg in den Abgrund ist. Ganz zu schweigen von den Forderungen nach noch weitergehender Legalisierung von Drogen.
... Wir sahen keinen pädagogischen Lehrfilm wie in Nordkorea. Man muss nicht aus jedem fiktionalen Format belehrende Schlussfolgerungen, Belehrungen, gelenkte Besorgnisse etc. ziehen, so wie Du das machst. Das geht allmählich ins Lächerliche bei Dir, wenn Du hier als schulpädagogisches Fazit salbaderst: "Lasst die Finger von den Teufelsdrogen." Während des Films habe ich ja schon gelacht. Über Deine Nacherzählungen mit "Die Moral von der Geschicht'" (anders kannst Du offenbar keinen Filme sehen) muss ich aber wirklich jede Woche wieder schallend lachen. Bitte mach weiter, denn: Ist der Tatort auch noch so schlecht, Grube findet mit Sicherheit wieder volkspädagogisierende Elemente oder überlegt sich, welche Szenen unbedingt getilgt gehören, und welche, von ihm selbst geschrieben, unbedingt noch dazu gehören sollten.

Der Tatort selbst krankt an allen Enden und plätschert belanglos vor sich hin. Ich bin grundsätzlich ein Gegner dieser Vorgehensweise, die Kommissare in den Fall zu verwickeln. Dies ist im Münchner Tatort "Im freien Fall", wo sich Leitmayr in die Kunstfälscherin Anne Mars verliebt. Hier aber als Surfer ist alles nur Behauptung ohne dramaturgisch und darstellerisch nachvollziehbar begründete Form. Warum jetzt Andreas Lust auch hier wieder am Ende sterben, eher: verlöschen muss, weil er das mal so wunderbar in dem Film "Der Räuber" vorexerziert hat, bleibt das Abschreibegeheimnis von Drehbuch und Regie. Und natürlich muss Batic kiffen und sich ein Fahrrad wünschen, weil: wir lungern ja so gern im Englischen Garten, gelt?! Nein, es bleibt ein absolutes Rätsel, warum der Kritiker hier 9 von 10 Punkten vergibt. Ach, wäre da nicht der Verweis auf ein abgewandeltes Lieblingsthema des Kritikers: Gender, hier: Bisexualität. Oder war's einfach die Schlusseinstellung, die an die toten Flüchtlinge an den Stränden des Mittelmeeres erinnerte? Also, so rein assozialtiv-reflexhaft, meine ich. Wir wissen es nicht. So wie jeden Sonntag.

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