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ARD-Sonntagskrimi: Der Münchner Jubiläums-"Tatort" im Schnellcheck
BR/ Regina Recht

Alles sauber in München? Eher nicht. Zum 25. Dienstjubiläum lernen die "Tatort"-Kommissare Batic und Leitmayr, wie es osteuropäischen Prostituierten in ihrer Heimatstadt ergehen kann.

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ed_tom_bell 04.04.2016, 18:40
50. Geld und gute Vorsätze

Zitat von Bondurant
Das mag ja sein, aber das reicht nun nicht aus, um mal eben hartgesottene Kriminelle im Handumdrehen dazu zu bringen, hinter einem "sauberzumachen", obwohl es für diese selbst keinen erkennbaren Anlass dafür gibt, sich so in Gefahr zu begeben (Merke: in diesem unserem Lande ist Prostitution erst mal legal). Das unterstellt der Plot aber so einfach und deshalb ist er schlecht.
Ich denke, man sollte so einen Krimi immer als eine dramaturgische Verdichtung betrachten, nicht als ein Abbild der Realität. Fakt ist, dass Leben und Gesundheit osteuropäischer Prostituierter für viele aus dem Halbweltmillieu keinen großen Stellenwert haben, dass sie in erster Linie Ware sind, "nachwachsender Rohstoff". Diese Form der Prostitution ist auch in unserem Lande nicht durchweg legal. Und Fakt dürfte auch sein, dass Luden, die sich als Geschäftsmänner verstehen, betuchte Kunden besonders bei Laune zu halten versuchen werden. Sicher wird nur eine Minderheit so skrupellos vorgehen wie hier im "Tatort". Aber dass hier Allgemeingültigkeiten dargestellt werden behauptet ja wohl auch niemand.

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ed_tom_bell 04.04.2016, 18:57
51. Feindortung

Zitat von Dramaturgenfrau
Man nennt das, was Sie beschreiben "Wohlstandsverwahrlosung" in der (Psycho-) Soziologie. Sehr gut kann man das jedes Jahr wieder in Köln beobachten, wenn die Früchtchen der besserverdienenden, aber vollversagenden Grünen Eltern und Laissez-Faire-"Pädagogen" ihre Zulassung zum Abitur bekommen haben: Dann marodieren diese verzogenen Früchtchen zerstörend, brandschatzend, vergewaltigend und Gewalt ausübend durch die Stadt. Dieses Jahr war's besonders schlimm. Das wäre vielleicht auch mal ein Thema für Ernie und Bert aus dem Kölner Tatort.
Das hat dann aber wohl weniger mit Grün, Links oder Laissez-Faire zu tun, denn das Umfeld von dem ich sprach war ein definitiv konservatives. Der millionenschwere Vater meines damaligen vermeintlich besten Freundes war Landtagsabgeordneter einer großen, deutschen Volkspartei mit einem großen "C" im Namen.

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Dramaturgenfrau 04.04.2016, 21:41
52. Doch, doch...

Zitat von ed_tom_bell
Das hat dann aber wohl weniger mit Grün, Links oder Laissez-Faire zu tun, denn das Umfeld von dem ich sprach war ein definitiv konservatives. Der millionenschwere Vater meines damaligen vermeintlich besten Freundes war Landtagsabgeordneter einer großen, deutschen Volkspartei mit einem großen "C" im Namen.
... das hat schon damit zu tun. Auch mit "vollversagend" und "besserverdienend". Beides Attribute der Parteien, die (siehe Baden-Württemberg) zusammengehören: die bürgerlichen Parteien CDU und Grüne. Schauen Sie sich die Ergebnisse verschiedener Wahlen an: In den bürgerlichen Stadtteilen siegen immer Die Grünen und die CDU! Die beiden sind nicht weit voneinander entfernt. Angela Merkel ist ja die Kanzlerin der Grünen. Bitte, kommen Sie in der Gegenwart an, und konstruieren Sie nicht irgendein "C", das sich angeblich von meiner Aussage unterscheidet! CDU und Grüne sind vom Ausgangsmilieu genau jene, die diese Wohlstandsverwahrlosung erzeugen!

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ed_tom_bell 04.04.2016, 22:34
53. Giftige Kiwi?

Zitat von Dramaturgenfrau
... das hat schon damit zu tun. Auch mit "vollversagend" und "besserverdienend". Beides Attribute der Parteien, die (siehe Baden-Württemberg) zusammengehören: die bürgerlichen Parteien CDU und Grüne. Schauen Sie sich die Ergebnisse verschiedener Wahlen an: In den bürgerlichen Stadtteilen siegen immer Die Grünen und die CDU! Die beiden sind nicht weit voneinander entfernt. Angela Merkel ist ja die Kanzlerin der Grünen. Bitte, kommen Sie in der Gegenwart an, und konstruieren Sie nicht irgendein "C", das sich angeblich von meiner Aussage unterscheidet! CDU und Grüne sind vom Ausgangsmilieu genau jene, die diese Wohlstandsverwahrlosung erzeugen!
Naja, aber "Wohlstandsverwahrlosung" ist doch nicht parteigebunden. Gehen Sie mal achtzig Jahre zurück oder in die Zeit vor '89 oder blicken sie in andere Länder, und Sie werden feststellen, dass es ein Phänomen von Reichtum, gesellschaftlicher Stellung und Macht ist - Elitedenken (Geld-/Bildungselite, Adel, Herrenmenschen...). Man kann sich natürlich der Illusion hingeben, dass solche bösen Phänomene mit der Machtübernahme durch die AfD überwunden sein würden. Aber man kann sich auch ebenso gut die Welt rosarot kiffen.

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kael 05.04.2016, 12:57
54. Schlagzahl wieder verringern ist gut

Zitat von zucker-schnute
Ich muss auch nicht jeden Sonntag einen Tatort sehen. War es nicht vor ewigen Zeiten mal so, dass es nur einmal im Monat einen Tatort gab? Wenn es der Qualität dienlich wäre, dann wäre es jetzt an der Zeit, die "Schlagzahl" zu verringern.
Ich muss es auch nicht. Aber die Öffentlich-Rechtlichen neigen dazu, einen einmal erfolgreichen Gaul so lange ins Rennen zu schicken, bis er erkennbar ermüdet und schließlich tot umfällt. So halten sie es auch mit dem Tatort, der vor vielen, vielen Jahren einmal einen TV-Monatshöhepunkt markierte und seitdem in Wochenfrist ständig weiter abflacht. Das schließt natürlich nicht aus, dass es auch heute noch gelegentlich sehenswerte Tatorte gibt. Aber es sind wenige.

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Bondurant 05.04.2016, 15:05
55.

Zitat von Dramaturgenfrau
Die Arroganz der ARD-Regie, -Technik (Ton) und -Redaktion zeigt sich genau darin: Dass sie davon ausgeht, man sei für die TV-Nebensächlichkeiten im Zeitalter von Internet, Laptop, Smartphone etc. so ausgerüstet, wie Sie es beschreiben.
Genau. Und wer nicht high-end aufgerüstet ist, der versteht eben nicht richtig, selbst schuld.

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Bondurant 05.04.2016, 15:11
56. Ja, richtig, aber

Zitat von ed_tom_bell
Ich denke, man sollte so einen Krimi immer als eine dramaturgische Verdichtung betrachten, nicht als ein Abbild der Realität. Fakt ist, dass Leben und Gesundheit osteuropäischer Prostituierter für viele aus dem Halbweltmillieu keinen großen Stellenwert haben, dass sie in erster Linie Ware sind, "nachwachsender Rohstoff".
trotzdem ist es ein dramaturgischer Fehler, wenn nicht erklärt wird, warum diese hartgesottenen und berechnenden "Unternehmer" für das reiche Bürschchen mal eben lebenslänglich riskieren. So dumm sind die normalerweise nicht, am Tod des ersten Mädchens waren sie doch anscheinend nicht schuld. Warum nicht den Bubi im Regen stehen lassen? Hier hätte es eben einer Erklärung bedurft, überhaupt, wie das unmittelbar nach der "Party" gelaufen ist. Anscheinend gab es ja auch jede Menge mitwissende Partygäste, ein weiterer Grund, warum ein Prof-Krimineller die Finger von der Sache lassen würde. Hier liegt eindeutig eine - ärgerliche - Schwäche des Drehbuchs vor.

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Jor_El 05.04.2016, 15:31
57. Schon wieder Faktencheck ?

Ist der Tatort wirklich ein derart wichtiges Fernsehereignis, daß der Spiegel JEDEs ! mal einen sog. Faktencheck bringen muß? Nicht daß ich die Tatortreihe für schlecht oder überflüssig halten würde, aber man kann es mit Promotion auch übertreiben.

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murrle01 06.04.2016, 00:32
58. Komplett richtig!!

Zitat von rosaberg
akustisch verstanden. Vielleicht sollte der BR seine Tatorte untertiteln und für bessere Tonqualität sorgen. Letztes betrifft alle Tatorte.
Die miese Tonqualität in Verbindung mit dem Dialekt, dazu Musik (sogenannte) an Passagen wo keine hin gehört, dazu Geflüster um mehr Spannung zu verdeutlichen... das alles macht die Reihe Tatort für mich unhörbar. Macht man es lauter um zu verstehen - wird plötzlich der Ton von Nebengeräuschen wieder zu laut...Neben diesen Kritiken dann noch die für mich zu vielen Fehler der technischen Art, was Munition und Waffen angeht, unlogische, unrealistische Dinge usw. Nein, ich werde nicht mehr einschalten...

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