Forum: Kultur
ARD-Sonntagskrimi: Der Münster-"Tatort" im Schnellcheck
Willi Weber/ WDR

Wie wurde aus dem Nerd Karl-Friedrich der einsame Klugscheißer Boerne? Der Münster-"Tatort" erkundet die Kindheit des Rechtsmediziners - Drogentrips und Alkoholabstürze inklusive.

schehksbier 03.11.2019, 16:38
1. Was ist denn da los?

Die Krimi-Komödien aus Münster werden doch üblicherweise von SPON mit sehr wenigen Pünktchen bewertet, und jetzt gleich sieben? Hat man tatsächlich erkannt, daß Thiele und Boerne keine Krimis sondern flockigen Klamauk (durchaus unterhaltsamen) bieten?

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Indigo76 03.11.2019, 17:19
2.

Normalerweise gilt die Regel: Je schlechter spon einen Münster-Tatort bewertet, desto besser ist er. Das lässt mich um meine heutige Abendunterhaltung fürchten. Spon hat nicht die geringste Ahnung von humorvollen Inhalten in nichthumorgeprägten Genres. Was nicht zusammengehört darf nicht zusammen sein. Nach diesem Motto bewerten sie Münster-Tatorte seit 17 Jahren - und lernen einfach nicht dazu.

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Dramaturgen-Frau 03.11.2019, 18:35
3. Nicht ganz

Zitat von Indigo76
Spon hat nicht die geringste Ahnung von humorvollen Inhalten in nichthumorgeprägten Genres. Was nicht zusammengehört darf nicht zusammen sein.
Der Kritiker hat sich in den letzten Jahren peu à peu dem Publikumsgeschmack in punkto Münster angepasst. Bis auf wenige Ausnahmen redet er im Falle Münster den 15 Millionen zu erwartenden Zuschauern seit geraumer Zeit schon nach dem Mund. Normalerweise würde er das Fehlen von "Gegen rechts!"-Thematik, Genderthemen, Homosexualität und ähnlichen seiner Leibthemen monieren. Sicher trägt auch dazu bei, dass das Thema Inklusion hier bei jeder Folge in Form der Figur "Alberich" präsent ist. Ein Mainstreamthema also wird bedient. Überhaupt scheint beim Kritiker über Jahre eine Art Lernprozess eingesetzt zu haben: er erkennt, dass wir es nicht mit einem Krimi klassischer Prägung zu tun haben. Und dann ist da die erdrückende Macht des Zuspruchs. Den Begriff "Quote" lasse ich mal außen vor, denn beim Münster-Tatort geht es nicht (nur) um Quote, sondern um eine allgemeine Grundsympathie der Zuschauer den dargestellten Figuren gegenüber. Axel Prahl ist ein ausgemachter Publikumsliebling in allen Lagen. Dagegen kann sich nicht einmal der modische Kritiker wehren.

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Little_Nemo 03.11.2019, 19:44
4. Und jeden Sonntag grüßen die Murmeltiere

In den "Tatort" werde ich wohl auch mal reingucken, obwohl ich die Münsteraner eigentlich nicht so mag. Vorausgesetzt natürlich, dass mich die üblichen Kommentare hier im Forum, der Marke "Wenn's der Buß gut findet kann's ja nichts sein" und anderer Transusen, die dem "Tatort" notorisch vorwerfen, er würde ihnen versuchen Meinung aufzuzwingen, während sie selbst genau das hier und anderswo bei jeder sich bietenden Gelegenheit mehr oder weniger clever bis zum Erbrechen betreiben, nicht vorher eingeschläfert haben. Gott Leute, Ihr seid so langweilig.

Naja, anyway, wenn der "Tatort" hier nicht hält was er verspricht, sehe ich mir "Tod im Hacksler" an. Der ist auch grad in der Mediathek. Klassiker!

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mike siegel 03.11.2019, 21:52
5. Sehr erfrischend

Der SPON Rezensent kategorisiert in DAS BILD, DER DIALOG, DER SONG... Na ja. Wer Film versteht, schaut anderswo hin. Etwa zur Regie, zur Kamera, zum Schnitt... Ein feiner Münsteraner war das. Ein bisserl "zu viel" des Guten zwar, aber im Vergleich zu den sonstigen Totorten ein Gewinner. Erstklassige Kamera (optisch mit das Beste, was ich je in diesem Format gesehen habe), eine straffe einfallsreiche Regie, einige sehr gute Lacher (wir sind in Münster), gute Drehbucheinfälle. Die Darsteller sind ja eh immer zuverlässig. Mir hat's sehr gefallen, so viel besser als das verunglückte John Carpenter - Remake neulich - mit dem ansonsten wunderbaren Ulrich Tukur....

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taxo 03.11.2019, 22:08
6. Bitter,

da kämpft der Berufsstand der Alten.-und Krankenpflege seit Jahren um mehr bessere Arbeitsbedingungen, entsprechende Entlohnung und vor allem Anerkennung dieser wichtigen Tätigkeit - und dann kommt so ein Tatort daher - wahrscheinlich mit Topquote- der die Darstellung des Berufes und seiner Protagonisten geradezu torpediert.
Klar, es wurde maßlos überzogen und im Kontext des klamaukigen Münstertatortes hat man sich vielleicht gedacht, dass der Großteil aller Zuschauer heute dieses als Parodie erkennt. Ich glaube das nicht und mir tut jeder Altenpfleger/in leid, der sich das heute angetan hat.

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