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ARD-Sonntagskrimi: Der neue Köln-"Tatort" im Schnellcheck
WDR/ Martin Valentin Menke

Zwischen Barbecue und Beerdigung: Nach dem Mord bei einem Reifenhändler loten die Kölner "Tatort"-Kommissare die fragile Mitte der Gesellschaft aus.

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Ekkehard Grube 19.03.2018, 00:03
1. Ich war enttäuscht!

Ein guter Krimi zeichnet sich dadurch aus, dass der Zuschauer dem Handlungsgang von Anfang an folgen kann. Falsche Fährten und Überraschungen gehören zwar auch dazu, dürfen aber nie dazu führen, dass der Zuschauer sich über längere Strecken nicht orientieren kann.

Insofern war dieser Tatort idealtypisch schlecht:

Man brauchte sehr lange – fast bis zum Ende des Films! – bis man die Beziehungs- und Konfliktkonstellationen halbwegs durchschaute. Vieles – u.a. die Rolle der Figur Luzi – blieb im Vagen.

Und auf die Filmmusik, über die sich meine Fernsehzeitschrift vor Begeisterung nicht einkriegen konnte, hätte ich nur zu gerne verzichtet.

Im Ganzen: 1 von 10 Punkten - und der geht an den neuen Assi. Wirklich gelungen, wie Jütte mit scheinbarer Trotteligkeit seinen Kollegen Ballauf und Schenk immer wieder ein Schnippchen schlägt.

Die Kölner waren schon mal viel besser – u.a. in dem Karneval-Tatort „Tanzmariechen“ aus dem Jahr 2017, der dieses Jahr mit Recht wiederholt wurde.

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koh 19.03.2018, 00:57
2. Plausibilität?

Hat der Autor den Film bis zum Ende gesehen? Der "Plausibilitätsfaktor" des Filmes war keineswegs 8 von 10, eher in der nähe von 0. Klar, man musste Tatort-Regel 6 einhalten "Wenn die Kommissare zu einer Person völlig grundlos unfreundlich sind, ist das am Ende immer der Mörder", aber es völlig unplausibel dass der hier als "Seele von einem Mensch" gezeichnete Täter sich offenbar als eine Art Auftragskiller entpuppt, der auch noch den Preis in die Höhe verhandelt. Da kann der Autor hier noch so sehr vom "Aufbrechen des Mittelstandes" fabulieren, der Film hatte einfach einige dicke Logiklöcher. Auch war das Verhalten der Kommissare an vielen Stellen einfach nicht nachzuvollziehen.

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Knützel 19.03.2018, 07:23
3. Netter Tatort aus den 90er Jahren

Ganz ehrlich, wie kann man hier von guter Musik reden, nur weil einmal Leonard Cohens zu hören ist. Der Rest war ein musikalischer Offenbarungseid. Die Story war flach, der neue Sidekick ist Humor aus dem Seniorenzentrum. Die Bildsprache und das ganz drum rum hätte auch 1990 spielen können, abgesehen davon das die Komissare jetzt Tablets benutzen. Ich habe mich tatsächlich dabei erwischt, wie ich in der EPG geschaut habe, ob das eine Wiederholung ist... Einer der schlechtesten und auch langweiligsten Kölner Tatorte seit 15 Jahren! Die Kölner Tatorte leben aktuell von ihren damaligen wirklich gut produzierten Tatorten z.B. "Pechmarie" (2006), dass was heute in Köln produziert wird, hat bestenfalls SOKO-Qualität.

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salamicus 19.03.2018, 07:48
4. D'accord

Zitat von cafe-wien
Es ist eine Wohltat, den neuen, mit Witz geschriebenen Assistenten zu sehen. Der bisherige Quotist namens "Tobias" war schrecklich. Ein wirklich sehr guter Tatort. Im Moment ist es so, dass sich Tatort-Perlen mit Lowperformer-Tatorten ständig abwechseln.
Ein temporeicher und harter Tatort. Mir hat er sehr gut gefallen. Wo da die "ackernden Frauen" und "schnatternden Männer" gewesen sein sollen, entzieht sich meiner Kenntnis.

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PremiumB 19.03.2018, 08:20
5. Deutsche können kein Krimi

Wenn ich in einer Rezension schon lese "Der politische Auftrag" weiß ich schon warum die Deutschen das nicht können. Die Deutschen sollen mal ihre Problemfilme drehen und alles was mit Unterhaltung zu tun hat den angelsächsischen Raum überlassen. Deshalb sind die Deutschen auch so wenig optimistisch und depressiv. Wenn selbst in einem Krimi Probleme gewälzt werden müssen. Aber gut, dass es auf den Privatsendern noch gute amerikanische Filme geboten wurden.

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EUtopia 19.03.2018, 08:43
6. Wie üblich

8 Punkte bei Herrn Buß, 1 Punkt von mir. Einfach nur schnarchlangweilig und komplett verwirrend.
Wirkte extrem konstruiert und gewollt - aber eben nicht gekonnt.
Einer zum vergessen, zum Glück gibt es allerdings oft genug echte Perlen beim Tatort, von daher lohnt das Einschalten oft.

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i.dietz 19.03.2018, 08:49
7. Der gestrige Tatort

war wirklich Klasse !

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shalom-71 19.03.2018, 09:06
8. Der Tatort von gestern ...

... hatte Stärken und Schwächen. EIn Highlight war für mich das Cohen-Lied, was ich noch nicht kannte.
Die JVA im Film wurde nicht gerade als angenehmer Lebensort dargestellt, aber die Zustände waren harmlos im Vergleich zur echten JVA in Köln-Ossendorf (siehe etwa das Buch "Einschluss mit Engeln" von Wolfgang Betracchi).

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dollenschmiere 19.03.2018, 09:10
9. 88Minuten

solange war der Tatort wirklich gut - die Szene, in der die Witwe am Opel zusammenbricht, untermalt mit der Musik von Leonard Cohen - einfach Klasse.
Und dann werden einem in den letzten 2 Minuten die Zusammenhänge erklärt.
Was soll das?

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