Forum: Kultur
ARD-Sonntagskrimi: Der neue Rostock-"Polizeiruf" im Schnellcheck
NDR/ Christine Schroeder

Was tun, wenn die Betreuung verhaltensauffälliger Jugendlicher zu teuer wird? Einfach ins billige Ausland outsourcen! Der Rostocker "Polizeiruf" nimmt Missstände in deutschen Heimen ins Visier.

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Metternich 07.04.2019, 18:28
1. Country Song aus Nashville

Wenn es um Musik in Tatorten und sonstigen TV-Filmen deutscher Produktion geht: immer angloamerikanisch, englisch. Sehr einfallsreich. Was hat ein Nashville-Song mit Rostock oder Polen zu tun, Herr Regisseur? Is est ein Tribut an die veramerikanisierte deutsche Gesellschaft?

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salvage_hunter 07.04.2019, 19:05
2. Ach Metternich #1....

Sie kennen Lambchop nicht, oder? Die Musik hat nichts mit Nashville-Country zu tun wie es DT wohl hefällt. Hören Sie es sich an! Es lohnt sich! Tolle Stimmung, tolle Stimme für diese Art von Songs! Ich kenne wenig Vergleichbares aus Deutschland.... am ehesten „Element of Crime“.

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Schartin Mulz 07.04.2019, 19:27
3. Filmmusik

Zitat von Metternich
Wenn es um Musik in Tatorten und sonstigen TV-Filmen deutscher Produktion geht: immer angloamerikanisch, englisch. Sehr einfallsreich. Was hat ein Nashville-Song mit Rostock oder Polen zu tun, Herr Regisseur? Is est ein Tribut an die veramerikanisierte deutsche Gesellschaft?
ist dafür da, eine bestimmte Athmosphäre zu erzeugen oder zu verstärken.
Da ist es ziemlich schnuppe, aus welchem Land die Musik stammt.
Vor 4 Wochen lebte der Tatort übrigens von dem genialen Rio-Reiser-Song.
Und vor 2 Wochen war der Italiener Paolo Conte zu hören. Also so ganz angloamerikanisch kam mir das nicht vor.

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Dramaturgen-Frau 07.04.2019, 20:10
4. Musikeinsatz bei Tatort und P110 erschließt sich kaum

Zitat von Schartin Mulz
Vor 4 Wochen lebte der Tatort übrigens von dem genialen Rio-Reiser-Song.
Warum in einem Krimi über Kindesmissbrauch Rio Reiser gespielt werden muss, erschließt sich mir weder inhaltlich noch formal bis heute. Außer, man geht in die Richtung Michael Jackson und Co. und stellt eine Beziehung zu möglichen Handlungen Rio Reisers her. Ansonsten geht es beim Ensatz von Songs im Tatort und P110 primär nach dem Musikgeschmack des Regisseurs und dient in 99% der Fälle plattester Emotionalisierung und damit der Ablenkung von Mankos des Drehbuchs und der Regie. Dass Buß seit geraumer Zeit ne eigene Rubrik "Musik in Tatort und P110" macht, ist lächerlich. Der Musikeinsatz bei Kinofilmen ist relevant, der bei Tatort und P110 ganz und gar nicht.

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Schartin Mulz 07.04.2019, 21:16
5. Schon witzig

Zitat von Dramaturgen-Frau
Warum in einem Krimi über Kindesmissbrauch Rio Reiser gespielt werden muss, erschließt sich mir weder inhaltlich noch formal bis heute. Außer, man geht in die Richtung Michael Jackson und Co. und stellt eine Beziehung zu möglichen Handlungen Rio Reisers her. Ansonsten geht es beim Ensatz von Songs im Tatort und P110 primär nach dem Musikgeschmack des Regisseurs und dient in 99% der Fälle plattester Emotionalisierung und damit der Ablenkung von Mankos des Drehbuchs und der Regie. Dass Buß seit geraumer Zeit ne eigene Rubrik "Musik in Tatort und P110" macht, ist lächerlich. Der Musikeinsatz bei Kinofilmen ist relevant, der bei Tatort und P110 ganz und gar nicht.
Da beklagen Sie "platte" Filmmusik und scheuen sich andererseits nicht, eine absolut "platte" Interpretation der Verwendung von Reisers Song im Tatort hier loszulassen.
Sie haben offenbar für deutsche Krimis nichts über. Ist ja ok. Warum schauen Sie sie sich trotzdem an und lesen auch noch die Artikel darüber?
Und Filmmusik ist immer relevant. Und da wird im Normalfall ausgesucht, was nach Meinung des Regisseurs zum Film passt. Dass ein Regisseur da ein Lied nur unterbringt, weil er es gut findet, auch wenn es nicht passt, ist unwahrscheinlich.
Und ich freue mich, wenn veröffentlicht wird, was da gespielt wird. Auch wenn man sich in der Musik ganz gut auskennt, kommt es immer wieder vor, dass da etwas gespielt wird, was man nicht direkt zuordnen kann.

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christian simons 07.04.2019, 21:17
6.

Im ersten Thread zu diesem "Polizeiruf" ging es um zuviel Sex.
Im dem neuen geht es um zu wenig deutsches Liedgut.

Ich fasse zusammen:
Make Heino Not Love.

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Susi Sorglos 07.04.2019, 21:19
7. Wolf Schneider schrieb einst..

...Der erste Satz eines Artikels muss den Leser so heiß machen, dass er weiter Lesen will.
Ich habe das Rührstück wegen genau dieses fehlenden Effekts nach 15 Minuten abgeschaltet - sonst wäre ich eingepennt.

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Dramaturgen-Frau 07.04.2019, 21:57
8. Wo war denn nun die ominöse "Sex-Szene" mit Frau König alias Sarnau?

- Ich habe keine gesehen. Es gab einen Knutschrumpelversuch, mehr nicht. Hatte Buß wieder den Schnelldurchlauf an, als er das Material sichtete, um dann hier lediglcih 7 von 10 Punkten abzuliefern?
Ich fand diesen P110 hervorragend! Intensiv gespielt von tollen, auch neuen Schauspielern. Ob man die nicht besonders begabte Anna Brüggemann nun dabei einsetzen musste, ist sicher Geschmackssage. In ihrem engen, sexy Outfit in braun und schwarz war sie eine Augenweide und eine Reminiszenz an Barbara Auer in "Herzlich Willkommen" von Hark Bohm - unvergessen.
Mit hat dieser Film klargemacht, warum ich keine Kinder in die Welt setzen werde: die pubertierende Brut ist und bleibt eine Pest, die man nur mit Härte bekämpfen kann! Und hätte man diesen "Keno" dahin gebracht, wo er von Anfang an hingehörte, in den Knast, hätte es keine Toten gegeben. Aber so ist das im durchpädagogisierten Deutschland 2019, wo sich eine Heerschar von grünen Pädagogen eine goldene Nase am gesellschaftsgefährdenden Herumgedokter verdient. Für all diese Erkenntnisse sage ich: Dank an die Macher dieses P110!

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Ekkehard Grube 07.04.2019, 21:58
9. Beklemmend gut gemacht

Eine abgründige Tragödie über ein wenig bekanntes Thema – die Abschiebung deutscher Problemkinder ins Ausland.

Christian Buß' Meinung, dass Katrin König ins Hintertreffen gerate, kann ich nicht teilen, im Gegenteil: Sie spielt in dieser Ausgabe sehr einfühlsam, empathisch und emotional.

Eher schon bin ich der Meinung, dass die Macher des Rostock-Tatorts dem Kommissar Bukow mit seiner Scheidung ein Ei ins Nest gelegt haben:

Die Tragödie um den an falsche Freunde geratenen Sohn wäre auch dann nicht weniger berührend gewesen, wenn Buckows Frau ihn nicht verlassen hätte – oder wenn Buckow gar keine Frau gehabt hätte, sondern alleinerziehend gewesen wäre.

Dass dann zu dieser Tragödie noch diejenige des Ehemannes kommt, dem ausgerechnet ein Kollege die Frau ausgespannt hat, und Bukow mit ansehen muss (und nicht mit ansehen kann), wie er auch in dieser schweren Stunde keine körperliche Nähe mehr von seiner Frau bekommt, die in den Armen ihres Neuen Trost sucht, das hat mit dem eigentlichen Thema des Films nichts zu tun.

Bei einer weiter bestehenden Ehe zwischen Alexander und Vivian Bukow hätte man jetzt zeigen können, wie die Eheleute gemeinsam um ihren Sohn kämpfen.

Aber diese Chance wurde ja leider schon vor etlichen Folgen vertan.

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