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ARD-Sonntagskrimi: Der neue Tukur-"Tatort" im Schnellcheck
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Wenn Schießwut auf Zitierwut trifft: Der neue "Tatort" mit Ulrich Tukur beschwört Tarantino, Truffaut und Shakespeare, während die Figuren westernreif sterben. Ein grandioses ballistisches Ballett.

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MarioDeMonti 13.10.2014, 10:42
130. Bodycount

Wer einen hohen Bodycount in Verbindung mit Shakespeare-Zitat mag kann sich ja mal das hier anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=OE6jpTaOYMU
(Shakespeare-Referenz z.B. bei 16:40)

P.S.
Warum zitiert man eigentlich einen Regisseur, dessen Werk zu 50% aus feingewebtem Netz von (teilweise nicht sofort offensichtlichen) Zitaten und Selbstreferenzen besteht?
Zitat des Zitats?

P.P.S.
Sollte Quentin Tarantino, ähnlich wie Samuel Fuller in den 70ern, tatsächlich mal einen Tatort drehen, würde es mich nicht wundern, wenn dabei eine abgedrehte Variante eines Edgar Wallace-Krimis rauskommen würde.
"Alfred Vohrer is a genius!" :)

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Gläbbisch 13.10.2014, 13:10
131. Es ist eben nicht gut.

Zitat von querollo
Jetzt ist aber mal gut! In jedem shakespearschen Königsdrama gibt es mehr Gemetzel als im Tatort. Und von Gewaltverherrlichung kann ja nun wirklich nicht die Rede sein! Das Gegenteil ist doch wohl der Fall. Hier wurde doch wohl eher die Perversion der Gewalt herausgestellt. Was nun die Kinder angeht: Wer bitte lässt denn seine Kinder Tatort gucken? Im übrigen würden selbst Grundschüler an der Tatsache, dass alle hinterher auf dem Treppchen standen,unschwer erkennen können, dass alles nur ein Spiel war. An Menschen, die nun unter allen Umständen mäkeln wollen ist nun allerdings auch der beste Tatort verschwendet. Perlen vor die Säue!

Ich kritisiere nicht die Sendung an sich, die war ja nicht mal schlecht, sondern die Doppelmoral mit der die ÖR arbeiten, je nach dem ob es um Eigenproduktionen geht oder nicht.
Im Übrigen ist der Tatort ab 12 Jahren freigegeben und bei den meisten Tatorten sehe ich da auch gar kein Problem. Aber meinen Sie, ein 12-Jähriger könnte erkennen ob ein Kopfschuss in Slowmotion bloß die "Perversion der Gewalt" herausstellen soll? Immerhin sind z.B. die Tarantino-Filme, die u.a. als Vorlage dienten nicht ohne Grund alle ab 16 freigegeben.

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niemandem 13.10.2014, 21:27
132.

Wie jeder wieder etwas auszusetzen hat... Der Tatort war einfach mal wirklich gut!

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multi_io 14.10.2014, 00:25
133. Kompliment

Großartig. Idee und Umsetzung brilliant, künstlerisch wie handwerklich absolut formvollendet. Kunst pur.

Kaum zu glauben, dass eine deutsche ÖR-Anstalt das fabriziert hat. :-D

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k.u.m. 14.10.2014, 13:39
134. Tiefpunkt des Tatortes

Zitat von Fangio
Tatort mal anders, war nie in Versuchung umzuschalten. Langweilig und vorhersehbar dagegen ist vor allem die Peanut Gallery hier im Forum. Alles Dauermiesepeter und 24/7 Couch Potatoes , die nur noch vor die Tür gehen wenn das Jobcenter in der nächsten Kreisstadt sie mal wieder vorgeladen hat.
Ich muss Sie in Ihrer Arroganz und Voreingenommenheit enttäuschen: Ich bin weder ein fauler Couch Potato noch ein Kunde des Jobcenters. Dennoch hat mir dieser Tatort keine Sekunde lang gefallen. Natürlich kann man wegschalten, aber meine Zwangsgebühren zahle ich doch nicht für Machwerke gestörter Regisseure, die mich mit angeblicher Kunst beglücken wollen, während ich einen Tatort erwarte.

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k.u.m. 14.10.2014, 13:49
135. Etikettenschwindel

Zitat von ir²
Toller Film. Lob für die Macher, man traut sich den Mief Deutscher Krimiproduktionen hinter sich zu lassen und eine Geschichte wie eine klassischer Tragödie zu schaffen. Wer das aber mit wirklicher Polizeiarbeit vergleicht, sollte abschalten, er hat den Sinn der Produktion nicht verstanden....
Ich schaue Fernsehfilme, weil ich mich unterhalten lassen möchte, nicht weil ich den Sinn einer Produktion ergründen will. Wenn mir der Sender einen Tatort ankündigt, dann erwarte ich keine klassische Tragödie.

Wenn mir in einem Restaurant ein Wiener Schnitzel offeriert wird, erwarte ich auch keinen chinesischen Hundebraten.

Wer über den Sinn von Kunstwerken grübeln will, die als solche nicht zu erkennen sind, sollte sich die Machwerke von Beuys ansehen oder ins hochsubentionierte Theater gehen.

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k.u.m. 14.10.2014, 14:04
136. Experimente für wen?

Zitat von d.d.1610
Was der Großteil der Foristen hier wieder einmal schreibt, zeigt das generelle Problem des deutschen Fernsehens: Bloß keine Experimente wagen!
Das Fernsehen wird für zig Millionen Zuschauer gemacht, nicht gegen sie. Wer experimentielles Theater sehen will, kann ja in eines der hochsubventionierten Schauspielhäuser gehen. Es reicht doch wohl aus, dass eine übergroße Mehrheit von Steuerzahlern für eine winzige, elitäre Minderheit diese Schauspielhäuser und ihre "Jungen Wilden" zwangsweise finanzieren muss. Wenn die Fernsehzuschauer jetzt auch noch mit ihren Zwangsgebühren dazu herhalten sollen, diese wild gewordenen Regie-Zampanos und ihre "Experimente" zu alimentieren, ist das Maß voll.

Im Übrigen: Man sollte nicht immer von Experimenten reden, wenn "Künstler" ihre Phantasien zugunsten einer winzigen Minderheit ausleben, wobei diese Minderheit dann noch all jene verächtlich macht, die dieses Treiben nicht goutieren möchten.

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