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ARD-Sonntagskrimi: Der Rostock-"Polizeiruf" im Schnellcheck
NDR/ Christine Schroeder

Was tun, wenn man einen überführten Vergewaltiger nicht verknackt bekommt? Der Rostocker "Polizeiruf" mit Charly Hübner als Rechtsstaatsreflexion im Haudraufmodus.

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unschärfer 11.11.2018, 17:39
1. Im Moment gibt es eine Reihe aktueller Fälle....

....wie der von 1988 wegen dem im Polizeirufermittelt wird.
Sogenannte Einzelfälle.

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biesi61 11.11.2018, 18:12
2. Was wollen Sie mit "Sogenannte Einzelfälle" sagen?

Der Rechtsgrundsatz ist absolut richtig. Anders ist Rechtsfrieden nicht zu erreichen. Und es ist gleichzeitig eine klare Aufforderung an die Ermittlungsbehörden, nur vernünftig ausermittelte Fälle zur Anlage zu bringen. Dann bleiben Fälle wie dieser tatsächlich seltene und bedauerliche Ausnahmen. Noch viel schlimmer, als einen Täter nach Jahrzehnten nicht mehr vor Gericht bringen zu können, ist die Verurteilung Unschuldiger für Taten, die diese niemals begangen haben.

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ned divine 11.11.2018, 21:48
3. Super Film, stimmig und in jeder Hinsicht

nachvollziehbar, gute Darsteller, Top!!! Besser als so ziemlich die meisten Tatorte der letzten Monate, die leider immer schwächer werden.
Beste Sonntagabend Unterhaltung- hoffe bald gibt's mehr aus Rostock?

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matteo51 11.11.2018, 21:50
4. witz

soll das ein witz sein? ich habe den film gerade gesehen und kann nicht glauben, dass dort von ermittelnden Beamten Aservaten mit DNA manipuliert werden, damit der Täter doch noch dingfest gemacht wird? Für eine Tat, dier wohl nicht begangen hat..weil man ihn für die Tat, die er wohl begangen hat, nicht schuldig gesprochen hat?
Nach dem Motto....es ist doch nur ein Film....na dann...Gute Nacht

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kortumsonne 11.11.2018, 22:18
5. Alles Verbrecher

allen voran die Polizei. Soweit ist zur Themenwoche der ARD absolut kontraproduktiv vorgetragen worden. Der Film an sich war allerdings kurzweilig und differenziert. Aber der Zweck heiligt nicht immer die Mittel!

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Ekkehard Grube 11.11.2018, 22:18
6. Die Rostocker waren schon mal besser

Das Thema der ARD-Themenwoche (Gerechtigkeit, hier anhand des Problems, einen Straftäter zu überführen, ohne den Grundsatz "ne bis in idem" zu verletzen), war zwar in Person der Ursula Stöcker gut umgesetzt.

Davon abgesehen aber verzettelte sich dieser Polizeiruf total, weil alle möglichen Aspekte kurz anriss:

Das Dilemma von Röder, der Schwierigkeiten hat, sich einzugestehen, dass er nicht gründlich genug ermittelt hat.

Die ständigen atmosphärischen Spannungen zwischen Bukow und König, die ins unfreiwillig Karikaturhafte kippen, als Bukow auf König losgeht, ausgerechnet in Gegenwart eines Kriminellen, mit dem Bukow krumme Geschäfte macht.

Überhaupt, das Verhältnis der Gesetzeshüter zum Gesetz:

Der Film beginnt damit, dass Bukow und König wegen rechtswidrigen Verhaltens zu hohen Geldstrafen verurteilt werden.

Das Geld für diese Strafen will Bukow, wie gesagt, mit einem weiteren krummen Ding aufbringen.

Bukows Vater wiederum macht noch krummere Sachen, von denen sein Sohn nichts wissen will.

Und dann taucht auch noch, wie Kai aus der Kiste, Bukows geschiedene Frau auf, damit im Film noch die Unterhaltsproblematik für den gemeinsamen Sohn angesprochen werden kann, was mit der eigentlichen Handlung nicht das Geringste zu tun hat und dem Gang der Handlung auch nicht weiterhilft.

Schließlich wirft Bukow König vor, sie mach das alles nur für sich selber, und löst anschließend die Alarmanlage aus, um zu verhindern, dass das Labor Frau Königs Ermittlungsansatz zum Erfolg verhilft, was aber nicht klappt: Der Verdächtige Wachs wird tatsächlich anhand einer DNA-Probe als Täter in einem weiteren Fall überführt.

So kann Wachs zwar nicht wegen des Mordes an Janina ein weiteres Mal angeklagt werden, wohl aber wegen eines anderen Verbrechens, das ihm bisher gar nicht zugeordnet worden war.

Damit kann dann endlich auch die Mutter des getöteten Mädchens leben. Auf diese Weise wurde doch noch Gerechtigkeit hergestellt.

In der Schlussszene schließlich lehnt König empört Bukows Angebot ab, mit dem Geld aus dem Geschäft mit dem Kriminellen auch ihre Strafe zu bezahlen.

Soll damit also nun gesagt werden, dass Frau König doch ein lauterer Mensch ist als Bukow?

Wie gesagt: Die Botschaft, dass die Gerechtigkeit früher oder später siegt, kam rüber, aber ansonsten wurden zu viele Aspekte angerissen und keiner richtig auserzählt.

Und es ist schon wirklich sehr problematisch, wenn die ermittelnden Kommissare als Personen dargestellt werden, die das Gesetz mindestens ebenso munter brechen wie die Kriminellen.

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permissiveactionlink 11.11.2018, 22:25
7. War doch eigentlich ganz gut !

Die inneren Konflikte der Ermittlungsbeamten, die Geldsorgen Bukows durch Scheidung und Verurteilung nach einer Falschaussage für seine Kollegin, die Ohnmacht der Mutter einer ermordeten jungen Frau, die nicht verstehen kann (wer kann das schon ?), dass der Mörder trotz eindeutigen DNA-Spuren auf den Textilien des Opfers frei bleibt, weil er in genau dieser Sache bereits freigesprochen wurde, und die Scham des damals ermittelnden Beamten, der heute den Laden leitet. Die Beweismittelfälschung allerdings ist ein erhebliches Problem. Etwas ähnliches gab es einmal in einem Tatort aus Frankfurt mit Kunzendorf und Król : Die beiden ließen eine Schusswaffe verschwinden, um einer Witwe mit Kindern zur Auszahlung einer Lebensversicherung zu verhelfen. Das war menschlich edel, aber natürlich strafbar. Auch König geht bei der Fälschung von Beweismitteln ein erhebliches Risiko ein und riskiert ihren Job. Um den Täter ist es aber nicht schade : Er ist schuldig. Für welchen Mord er letztlich ins Gefängnis geht ist eigentlich egal, da er nicht bereit war, sich seiner Verantwortung zu stellen. Er hat es nicht anders verdient. Für Bukow und besonders König gilt : Es gibt keine perfekten Menschen, es gibt nur perfekte Absichten !

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felertoifel 12.11.2018, 23:22
8. Guter Film

Dieser Film wirft mit Recht die Frage auf, warum ein scheinbar abgeschlossener Fall aufgrund neuer Erkenntnisse nicht wieder aufgenommen werden darf, vor allem wenn sie durchschlagend sind. DNA-Proben auszuwerten war vor vielen Jahren noch gar nicht möglich, insofern liegen auch keine Ermittlungsnachlässigkeiten vor.
Neue Erkenntnisse wegen neuer Methoden werden entlastend hinzugezogen, warum nicht belastend? Wenn das Recht dem entgegensteht, muss es eben neuen Sachlagen angepasst werden. Alles andere ist unzeitgemäß.

Wenn der Film zu einer Diskussion über diese Fragen beiträgt, hat er gute Arbeit geleistet.
Sich oberflächlich und rechtspositivistisch auszulassen, verkennt die Tiefendimension der Aussage eines solchen fiktionalen Produkts..

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the great sparky 12.11.2018, 05:54
9. als charaktere verbrannt

wie will man um diese beiden polizisten noch glaubhafte geschichten rund um die verbrecherjagd schreiben? da haben wir einen der falschaussage überführten polzisten, der zugleich hehler ist. eine ebenso verurteilte lka-beamtin, die kurz nach der verurteilung ohne skrupel gezielt spuren manipuliert. ein vorgesetzter polizist und weitere ermittlungsbeamte, die fortwährend dritte mit ermittlungsergebnissen versorgen.
ich kam da aus dem staunen gar nicht mehr heraus.
und da es im engeren den versäumnissen der damaligen ermittler zuzuschreiben ist, dass der tatsächliche täter nicht verurteilt wurde, ist es zumindest moralisch vertretbar, ihm eine andere straftat mittels manipulation anzuhängen.
aber vielleicht wurde hier ein neuer roter faden geknüpft und wir haben demnächst die ersten serien-ermittler, die durch und durch korrupt werden. mal sehen bei welcher gelegenheit der hehler seiner lka-kollegin mit seinem wissen um die manipulation drohen wird.
ich kann mich mit dem inhalt dieses polizeirufes überhaupt nicht anfreunden.

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