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ARD-Strategiepapier: Dokument der Angst
imago/ MIS

Die ARD hat ein Papier erarbeiten lassen, das Mitarbeitern Worte für die moralische Überlegenheit an die Hand gibt. Es zeigt, wie ungeschickt der Sender versucht, den öffentlichen Diskurs zu bestimmen. Die wichtigsten Antworten.

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politician 18.02.2019, 17:36
10. Positionierung

Die ARD (und ZDF) hat ein Positionierungsproblem im zunehmenden Wettbewerb mit Privat- und Webkanälen. Anstatt Sprachmanipulation vorzubereiten, sollten sich die ARD Manager eine einzige Frage stellen und diese ehrlich beantworten: warum soll ein Fernsehzuschauer ARD wählen und nicht die Wettbewerber ? Ich bin ein großer Fan des ör Fernsehens, weil es noch einigermaßen für Qualität steht. Aber auch hier erkenne ich in den letzten Jahren eine Anbiederung an den Privatsendermüll. Gefühlt gibt es überwiegend nur noch billige Krimiserien oder Arzt- und Krankenhausmist. Jede Stadt über 500.OOO Einwohnern in D hat mittlerweile eine "SoKo". Jetzt müssen schon europäische Städte für die nächsten Kriminalschinken herhalten. Und als sei es noch nicht genug, wird jetzt natürlich noch die Hafenpolizei entdeckt. Zoll, Feuerwehr und die Heilsarmee werden noch weitgehend verschont, stehen aber bestimmt schon auf der Wunschliste der Intendanten. Redundanzen mit Privatmedien wo das Auge hinschaut.
So wird das nichts mit der Positionierung. Diese besteht aus wahrnehmbaren Unterschieden zu den Wettbewerbern. Bieten Sie verläßlichen Qualitätsjournalismus, der Politik, Wirtschaft und Soziales erklärt. Und retten Sie mich bitte vor dem Abdriften in das private Müllfernsehen.

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Hübner 18.02.2019, 17:38
11. Gehört abgeschafft

Es ist unglaublich, dass man eine demokratische Gesellschaft zwingen will für etwas zu bezahlen das die Mehrheit ablehnt.
Das Porblem mit den ÖR ist dass mit der Zeit sich Korruption breitmacht. Es ist schlichtweg unmöglich eine vernünftige Informationsquelle für das Volk zu schaffen, es gibt zu viele Interessen die ihre ganz eigene "Wahrheit" verbreiten wollen.
Jeder Bürger sollte lernen Dinge zu hinterfragen und als erstes nichts glauben was er liest, hört oder sieht. Es gibt nun mal keine bessere Lösung.
Mein ganz persönliches Problem mit den ÖR sind ja all die Quotenfrauen und die Propaganda für den Feminismus. Es ist erschreckend was in dieser Hinsicht in den letzten Dekaden geschehen ist.

Wir sollten frei sein zu bestimmen ob wir bezahlen möchten. Meinetwegen können wir als ersten Schritt es so machen wie die Briten, also dass diejenigen die kein Fernseher haben eben nicht mehr bezahlen müssen. Wäre mal ein Anfang.
LEtzendlich glaube ich nciht dass die ÖR gerettet werden oder gerettet werden sollen. Die erfüllen ihren Auftrag einfach nicht.

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g2525 18.02.2019, 17:39
12. Werbefrei ...

... so müsste sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Erstes präsentieren, wenn sie es ernst meinen. Die Inflation an Soap Operas, Pilchers & Co. haben mit dem Bildungsauftrag recht wenig zu tun. Wenn man noch dazu permanent in laufende Filme Eigenwerbung für nachfolgende oder andere Sendungen unten einblendet - oft mit einem akustischen "Wummmmm" versehen und Filmenden radikal abwürgt - wie bei den kopierten Methoden der Privatsender - darf man sich nicht wundern, wenn das Interesse sich anderweitig verlagert! Mal zur BBC sehen, auch was die Pünklichkeit betrifft. Gottschalks und sog. Volksmusik-Livesendungen dürfen nach Herzenslust überziehen, doch wehe, wenn mal Anne Will oder Maybrit Illner ein paar Minuten herausschinden möchten, dann kriechen sie gleich mit diversen Entschuldigungen zu Kreuze. Ungut, wenn es mal richtig spannend wird, was ja auch selten vorkommt. Also auch hier meist abwürgen...

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cum infamia 18.02.2019, 17:39
13. Interessant...

..für mich wäre, wieviel dies "Manual" von meinen Gebühren verschlungen hat (89 Seiten).
Liegen "wir " da schon in den Regionen einer Ursula (v.L.) oder werden nur moralische Schmerzgrenzen berührt.
Um das ganze krude Palaver zu vereinfachen,sollte doch nur noch ganz klar festgestellt werden "WIR sind die GUTEN". Dann weiß jeder bescheid...

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markus.sitzmann 18.02.2019, 17:41
14. Lieber Spiegel,

wagen sie keine Kritik am Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Sender oder an diesem Manual - damit wird man sofort in die rechtsextreme Ecke "geframet".

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Neapolitaner 18.02.2019, 17:43
15. Von Verschwörungstheoretikern ersonnen

ist dieses Papier nicht. Es hätte aber sein können, um die öffentl.rechtl. Sender zu diskreditieren. Leider ist es nun doch ein reales Produkt. Mit "Wording", also mit Sprachregelungen, mit der Einteilung in richtige und falsche Begriffe, soll der Diskurs in eine bestimmte, regierungsnahe, Richtung gelenkt werden. Wenn nur die falschen Begriffe vermieden werden, können Falschmeinungen gar nicht mehr auftreten; das ist der magische Glaube. Es handelt sich aber schlicht um Diskursverweigerung. Solche Sender, solche Programme braucht kein Mensch mehr.

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Pixelpu 18.02.2019, 17:45
16. Die zwangsfinanzierten Sender zur Rentnerbelustigung

werden immer peinlicher. Jetzt versucht man also per Framing die Geldgeber und Zwangskunden bei Laune zu halten. Wäre es vnicht besser die Inhalte der Programme auf die neue „Kundengruppe“ auszurichten? Die jetzigen Zuschauer über 60 kann man ja weiterhin mit dem üblichen Trash zwischen 14 und 20 Uhr bedienen.

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K. Larname 18.02.2019, 17:47
17.

"ungeschickt" ist eine sehr charmante Attributierung für die Betriebsblindheit hauptberuflicher Goldesel-Melker.
Man schwebt viel zu weit über dem Volk, um es zu verstehen.

Wie wäre es mit einem neuen Schlagwort "ÖR-Blase"?

Ich will unbedingt ÖR (wirklich), aber Gigantismus und Merkbefreiung hinsichtlich Quotengeilheit, Höhe und Verwendung von Geldern und vieles Andere (Werbung, politische Einflussnahme, ...) müssen dringend reformiert werden.

Noch ein Schlagwort (oder so was Ähnliches):
Früher (als bekanntermaßen noch alles besser war) gab es diese Beamtenwitze. Unermessliche Reichtümer verdienen, aber die eigentliche Arbeit nicht erledigen war mehr oder weniger immer Thema.
Ist das ÖR ein gigantischer Beamtenwitz?

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von_oz 18.02.2019, 17:49
18. Nähe zur Politik ist systemimmanent

Rundfunkgebühren sind mir keineswegs sympathisch, aber unter der Voraussetzung, dass ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk (egal unter welchen politischen Verhältnissen) keinerlei Nähe zur Politik aufweist, halte ich ihn für wichtig. Solange jedoch Vertreter der Politik die stärkste Gruppe in den Aufsichtsgremien stellen, ist diese Voraussetzung nicht erfüllt. Dieser Geburtsfehler wäre nur durch eine Neuaufstellung der Sender zu beheben, doch dann würde vielleicht die Akzeptanz in der Bevölkerung wieder steigen. Es ist zwar nur Spekulation, aber wenn ich mir die ZDF-Nachrichten ansehe, kann ich mir gut vorstellen, dass sie dort ihren sendereigenen „Neusprech“ anders als die ARD bereits vor vielen Jahren eingeführt haben.

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dasistzukommentieren 18.02.2019, 17:50
19. der war gut

Was bedeutet Framing?

„... Per Wording soll ...“ Der war echt gut, danke für den tollen Feierabendauftakt :-)

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