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ARD-Thriller über Barschel: "Ehrenwort, der lügt!"
ARD/ Stephan Rabold

Der erste heiße Anwärter auf den Titel Fernsehfilm des Jahres: Der Drei-Stunden-Thriller "Der Fall Barschel" ist eine packende Aufarbeitung der Polit-Affäre.

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Nabob 05.02.2016, 16:50
1. Ich werde mir das nicht ansehen,

eventuell ist die Aufarbeitung ganz gut gelungen, aber im Zentrum steht die politische Figur Barschel und die ist keine Aufarbeitung wert: Vor allem ein schon als neurotisch einzustufende Geltungssucht mit einer recht abgeflachten Hemmschwelle, im Hintergrund nach DDR-Manier zu manipulieren. Nach vorne raus politisch dabei eher unauffällig.

Kleiner Mann ganz groß geht ja meistens in die Hose.

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quap.sel 05.02.2016, 17:07
2. und die Schublade?

Ein interessantes Interview mit Böhme. Aber die nächtliche Übergabe von SPD-Tausendern auf der Autbahntankstelle an Pfeiffer kam dann noch. Mit der "Schublade!"-Erklärung. Damit war die die Verteilung der Buhmann-Rollen dann noch mal neu geregelt, und Böhme hätte das Interview dann sicher anders gegeben.

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maggelan07 05.02.2016, 17:08
3. damals

wie heute BRISANT.
Damals kursierte das noch unbewiesene Argument, Barschel sei zum Selbstmord gezwungen worden: er wurde angeblich genötigt, giftige Tabletten einzunehmen, die dann zum Tod führten. Bewiesen ist das bis heute nicht, da schon damals bei der Obduktion die Gerichtsmediziner keinerlei Rückstände im magen fanden, der auf Gift hätte hinweisen können. Dann kam die Vermutung, das Gift habe sich selbst im Körper völlig aufgelöst und keine Spuren hinterlassen.
Eine andere Mordtheorie geht von einer Schockwelle aus, die den Pol-Hitiker bewußtlos machte, der dann in der Badewanne ertrank - aber von Ertrinken war damals nie die Rede??
Fakten:
Seine Frau beteuerte die Mordtheorie und betonte, dass er ein gläubiger Christ war und nie an Selbstmord dachte.
Das beweist auch das Erfolgsbarometer seines nicht nur politischen Lebens, mit wenigen Aussnahmen:
Später kam raus, dass Barschel insgeheim in Waffengeschäfte verwickelt war. Irgendwie wollte er die Waffengeschäfte der damaligen BRD auffliegen lassen - und musste dafür sterben. Ebenso noch nicht bewiesen, aber denkbar.
Jedenfalls wurde dem Volk mal wieder gezeigt, wie gefährlich Politiker leben, wenn sie versuchen, die Wahrheit zu predigen...
So war es schon immer und wird immer so sein.
Was Ändern kann daran nur das Volk selber, aber unisono (einstimmig) und überzeugt mit Willen.
Aber so ein starkes und gerechtes Volk muß erst noch geschaffen werden.

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klyton68 05.02.2016, 17:28
4. Dank an Barschel

seit seinem legendären Ehrenwort schaue ich nämlich hinter die Kulissen. Gut, kann auch das Älterwerden gewesen sein. Und betrachte die Aussagen eines Politikers grundsätzlichh erst einmal unter dem Aspekt, was hat sie, er denn selber davon? An Menschenliebe glaube ich leider nicht mehr. Ich wähle daher das für mich kleinste Übel.

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grecco-el 05.02.2016, 17:32
5. SPONs Foren

sind die Lachnummer der derzeitigen Session.

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Palmstroem 05.02.2016, 17:58
6. Ehrenwort und Falschaussage

Das "Ehrenwort" von Uwe Barschel hat sich durch die Medien-Berichterstattung eingeprägt. Die "Falschaussage" von Björn Engholm vor dem Untersuchungsausschuss dagegen wurde nie besonders thematisiert. Bemerkenswert, dass sie erst bekannt wurde, als sie verjährt war und strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden konnte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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wohlfarths-mädchen 05.02.2016, 18:24
7. Ich hatte eine andere Wahrnehmung:

Als junge Frau hatte mich diese Sache Barschel /Pfeiffer im TV damals brennend interessiert und als damals tägliche Zeitungleserin. Diesen Ehrenwort habe ich besonders gut im Kopf, als sei es gestern gewesen und mich hatte ein wirklich merkwürdiges Gefühl beschlichen:Als jemand, die ein wirkliches Gespür hat für jemanden, der lügt- war ich überzeugt: Der Mann namens Barschel trat zurück und gab sein Ehrenwort unter enormen Druck, sein Blick war gehetzt, wie unter seelischen Schmerzen und ich wusste für mich: Der Mann wollte etwas sagen. Er wollte diese Geschichte in Ordnung bringen. Es schien mir, als sei er irgendwie einem ganz schlimmen Verbrechen auf die Spur gekommen, mit dem er nichts zu tun hatte, wofür er aber als oberste Personalie als Ministerpräsident die Verantwortung tragen musste. Es hieß später, dass er nach Genf fahren wollte, zu einem Treffen mit jemandem. Stattdessen findet ihn ein Journalist tot in der Badewanne. Suizid? Das ist die Frage. Ich meine jedoch: Jemand, der sich umbringen will, braucht nicht unbedingt nach Genf zu fahren. Diese Badewannenszene schien mir absurd.Besonders, dass er angezogen war. Sein ältestes Kind von 4 Kindern war erst 12 Jahre alt , die jüngste gerade noch im Kindergartenalter. Das macht überhaupt keinen Sinn. Mein Onkel z.B. scheute sich damals nicht, sich hinter dem Haus seiner Eltern sich umzubringen. Dafür fuhr der nicht weg, außer Landes. Das Ganze scheint mir viel subtiler, und ich meine, und das glaube ich immer noch, selbst, wenn man das nicht beweisen kann: Es war Mord-auf subtile Weise. Gerade, wenn man weiß, dass er anscheinend um mafiöse Waffengeschäfte o.ä. gewusst haben könnte. Und man könnte erahnen, dass solche Leute, die innerhalb derartiger Strukturen tätig sind, dass die vor nichts zurückschrecken, selbst bestimmte Geheimdienstmethoden können mafiös sein. Die Selbstmordtheorie scheint mir immer noch zu einfach. Ich werde es mir ansehen, auch, wenn mich das aufwühlen wird. Es ist nur traurig, dass man immer noch nicht weiß, was tatsächlich zum Tode dieses Mannes geführt hat. Ich glaube, seine Witwe hätte mehr Frieden. Es bringt zwar nicht den Mann zurück, aber es macht wirklich mehr Frieden.

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ludwig49 05.02.2016, 18:27
8. Die damalige Affäre...

...hätte bei einem Gebrauch der Wahrheit einen anderen Verlauf nehmen können. Übrig blieb die Verlogenheit der Spitzen aus CDU und SPD, und der Tod von Barschel.

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tosi01 05.02.2016, 18:54
9.

Der doch allgemein als sehr honorig dargestellte Herr Engholm war denn doch nicht so ehrenwert, wie er sich immer wieder selbst darstellt bzw.gestellt wird. Dieser sehr eingebildete und auf Selbstdarstellung (nur mit Pfeife und auf bestimmte Aufnahmewinkel bei Foto Sessions achtend ) gerichtete Fatzke hat nachweislich gelogen, um sich z.B. die sehr hohen Ministerversorgungsbezüge zu sichern, indem er z.B. bei Ermittlungen auf Zeit gespielt hat und nur das zugegeben hat, was man ohnehin schon beweisbar wusste. Nein, ich verachte diesen Menschen zutiefst - obwohl er sich in bester Gesellschaft befindet, wenn ich mir die meisten Politiker so anschaue. Ein ganz besonderer Menschenschlag eben.

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