Forum: Kultur
Arzttermin-Talk bei Jauch: Alles nur Einzelfälle
DPA

Das lange Warten auf einen Termin beim Arzt war diesmal das Thema bei Günther Jauch. Doch für Patienten schien sich in der Runde niemand zu interessieren.

Seite 5 von 7
Titanus 23.02.2015, 09:17
40. Fehler im System

Da gesetzlich krankenversicherte Patienten leider eine Vollkasko-Versicherung genießen und dafür so gut wie keine Beiträge zahlen müssen, kann das System nicht funktionieren. Haus- und Facharztpraxen subventionieren mit den privat versicherten Patienten die Leistungen, die gesetzlich Versicherte erhalten, quer. Wer sich als Kassenpatient auch noch beschwert, dass er mal nen Tag länger auf einen Termin warten muss, sollte mal schauen, wieviel weniger er als Prämie zahlt bei der gleichen Leistung. Oder er soll in die PKV wechseln.
Hinzu kommt, dass privat Krankenversicherte weniger Leistungen in Anspruch nehmen, da die PKV eben keine Vollkasko-Versicherung ist. Man sollte an die Eingenverantwortlichkeit der Versicherten appelieren: mit Prämien, die gesundheitsbewußtes und arztvermeidendes Verhalten belohnen und das System ausnutzendes Verhalten sanktionieren (wie bei einer KFZ-Versicherung auch).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
scheera 23.02.2015, 09:18
41.

..ich bin Privat .Das hilft aber keinesfalls überall,einen schnellen Termin zu erhalten.Mein aktuelles Schulterproblem findet in Soltau im Mai einen Termin....in Buchholz Nordheide schon im März.Durch den permaneneten Gebrauch entspr. Schmerzpillen über lange Zeiträume ist das Herzinfarkt risiko bei 15%. Der Magen ist durch Einnahmen ebendieser Schmerzpillen auch bald ruiniert. Da fragt man sich: gibt es keinen Nachwuchs bei Orthopäden?Wenn eine Klinik derart prima beschäftigt ist...woher dann die riesigen Schulden? Was läuft da im planwirtsch. Bereich falsch? Sind wir DEutschen nicht mehr fähig,die einfachsten organisatorischen und betriebswirtschaftl. Probleme nach jahrzehnten Misswirtschaft mal zu beheben?Ein ehem.beachtliches Volk,was derartig viel erfunden hat,eine ganze Welt mit Krieg überziehen konnte....und hier scheitert es vermtl. an falschem Denken von Politikern.Fast alle haben nichts sinnvolles gelernt-die Unzahl von Juristen bringt uns sowieso nicht voran.Entsetzlich!Und so wird es weitergehen im "Schweinesystem",wie es ein mir befreundeter Arzt ausdrückt.Der hasst dieses System,was den Menschen nur wenig hilft....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
twister-at 23.02.2015, 09:18
42.

Zitat von petrasha
...wer hier über jauch schimpft, der hat das thema nicht kapiert. es geht über wartezeiten bei den ärzten und nicht über herrn jauch!
Das ist nur halb richtig. Das Thema der Sendung waren die Wartezeit, im Artikel wird aber auchd ie Qualität der Talkshows, die sich einen politischen Anstrich geben, angesprochen, er behandelt also zwei Themen gleichzeitig, weshalb Herr Jauchs Eignung als Moderator einer politischen Sendung durchaus auch zu betrachten ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olicrom 23.02.2015, 09:29
43. Gut. Dann soll der Arzt auch seine öffentlichen Fördergelder zurückzahlen.

Zitat von auweia
Mir scheint das Problem in der Ausblendung diverser Fakten und einer falschen, weil romantisch verzerrten Sicht auf den Arztberuf zu liegen. Man mag es nicht so gerne hören aber: Die Arztpraxis ist ein Unternehmen. Sie muß sich bei Ihren Tätigkeiten am Gewinn orientieren. (Das viele ......
Denn die Ausbildung eines einzigen Arztes ist viel teurer als die aller anderen Studenten. Diese Differenz trägt bislang die Öffentlichkeit. Bei dieser "Unternehmereinstellung" - die im Prinzip ja in Ordnung ist - sollten die Ärzte diese Differenz in Zukunft defintiv selber tragen. In den USA ist dieses Unternehmermodell ja usus, und da z.B müssen sie die gesamten Kosten selber zahlen. Das wird dann auch hierzulande schnell mal sechsstellig. Mal schaun, was die Damen und Herren dann davon halten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BlakesWort 23.02.2015, 09:36
44.

Das einzig Positive an Jauch ist, in diese Sendung kommen auch Leute, die sonst nicht erscheinen würden. Weil ein überforderter Moderator sie reden lässt.

Das geht immer nur dann gut, wenn neben Jauch ein kompetenter Journalist in der Runde sitzt und die Moderation übernimmt. Es geht aber leider sehr oft schief, weil Jauch miserabel vorbereitet ist und nicht in den Themen drinsteckt. Zur neutralen Führung einer Runde gehört auch, Falschaussagen zu hinterfragen und Gesprächspartner zu überführen. Nur gehen zu solchen Runden dann nur die üblichen Plauderbacken und Mietmäuler, die Sockenpuppen Dritter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BlakesWort 23.02.2015, 09:46
45.

Zitat von karlsiegfried
Die Antwort ist ganz einfach. Wenn nur ein Einerserabi den Studiennplatz bringt. wird es immer zu wenig Ärzte geben. Sie Vergangenheit und wir wissen Bescheid. Damit wird eine elitäre und begrenzte Clique produziert und ob nur diese eine Befähigung zum Arztberuf haben, mag berechtigt dahin gestellt sein. Dass hilft alles jammern nichts. Gäbe es genug Ärzte, gäbe es auch weniger oder nur geringe Wartezeiten.
Das mit dem Abi stimmt nur bedingt. Dafür gibt es Wartesemester. Fakt ist allerdings, Medizin ist ein hartes Studium, bei dem man ständig dranbleiben muss. Wer ein Woche im Stoff hinterher hängt, ist schnell abgehängt. Zudem hängen viele Erstsemester in einer Traumwelt fest. Eine Freundin von mir hatte einen Kommilitonen, der Chirurg werden wollte - aber beim Anblick von Blut in Ohnmacht fällt!

Kaum ein Studium bräuchte ein Probesemester dringender als Medizin. Damit die Abiturienten sehen, dass es eben nicht "Dr. House" oder "Grey's Anatomy" ist, sondern ein Handwerker-Knochenjob, bei dem auch Köpfchen gefragt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Demokrator2007 23.02.2015, 10:26
46. Das Gesundheitswesen in Deutschland stinkt zum Himmel.

Zitat von Didoxion
... wurde gar nicht benannt, nämlich Patienten, die ihren Termin nicht wahrnehmen, ohne rechtzeitig abzusagen. In einer mir bekannten Facharztpraxis kommen so täglich 30-60 Minuten Terminausfall regelmäßig zusammen! Wenn man dann noch die Patiententermine hinzuzählt, die sich nur um Arbeitsunfähigkeit drehen, dann ist noch Luft im System. Wenn ich dann sehe, dass meine Kfz-Werkstatt höhere Stundensätze abrechnet, als gesetzliche Versicherungen für Schwerstkranke bezahlen, dann ging die Diskussion meilenweit an der Realität vorbei.
Die Diskussion im Forum bei Jauch lief dafür um so heftiger.
Ich wußte das ich kein Einzelfall bin, der mit der Diagnose Charcot-Fuß (hierbei würde eine Amputation drohen) unter starken Schmerzen noch 8 Wochen ohne richtige Diagnose rumlaufen mußte, falsch eine Diagnose habe ich immer noch nicht, nur das es wohl kein Charcot-Fuß war.
Wenn ich dann aber sehe das der Pflegedienst (Diakonie) für Geschirr spülen und Boden wischen 35 Euro Stundensatz verlangt, die Kasse bereit wäre 14,32 Euro zu bezahlen und dafür insges. 24 Std zu bewilligen, dann weiß ich das kein Hausarzt vom Verdienst da mithalten kann und es tut mir fast ein bißchen Leid das ich am Empfang ausgerastet bin, als man mir mein lebensnotwendiges Insulin verweigern wollte.
Ja, als Arzt würde ich mir da auch teuren SchnickSchnack in die Praxen stellen um wenigstens meinen Mitarbeitern einen fairen Lohn zahlen zu können.
Wie schon in der Praxis laut durch das Wartezimmer gebrüllt und von der Ärztin rausgeschmissen:
Dieses Gesundheitswesen in Deutschland stinkt zum Himmel.

P.S. Meine Podologin hatte mich ebenfalls gefeuert, weil ich meinen Termin nicht eingehalten habe, da saß ich noch bei der Hausärztin wg. Gürtelrose und dort war ich ebenfalls zu spät weil die AOK erst mal Unterlagen einforderte und sich daran ausmährte. Kapiert jemand dieses System?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
doedelf 23.02.2015, 10:27
47. +1

Zitat von nick115
.. Lieber Herr Gröhe, ändern Sie die GOÄ so, dass Privatversicherte weniger bezahlen und Gesetzliche mehr, bis es ausgeglichen ist.... ..
Korrekt. Genau das ist unser Problem - durch dieses pseudo 2 Klassen System ist der Missbrauch in alle Richtungen Tür und Tor geöffnet.
Meine Frau ist gesetzlich versichert, ich seit über 15 Jahren privat.

Meine Frau hat seit Wochen starke Magenprobleme, der Hausarzt hat sie zur Magenspiegelung überwiesen. Nur der Termin, der klappt nicht. Den frühsten den sie bekommt ist in 6 Wochen. Natürlich kann sie einen früher haben in einer Woche wenn sie 200 Euro selbst zahlt (zusätzlich)! Daran sieht man doch das es nur um die Knete geht und nicht um den Termin - geht um nix anderes. Warum wird das gemacht? Weil die es können! So einfach ist das.

Umgedreht habe ich einen Termin beim HNO gebraucht - Freitag angerufen, Mittwoch dran gekommen, hätte auch schon am Montag kommen können. Völlig nach belieben. Ich kenne das nicht anders. Also Termine bei den Fachärzten sind definitiv da. Da wird der Kampf ums liebe Geld eben auf den Rücken derer ausgetragen die sich nicht wehren können.
Ich frage mich nur - warum haben wir zusammen mit den USA das teuerste Gesundheitssystem auf dem Planeten? Wo geht das Geld hin? Wieso bekommt einen Krankenschwester oder Pflegerin in Schweden das doppelte bis dreifache Gehalt. Wieso gehen Ärzte nach England weil sie dort wesentlich besser bezahlt werden wenn unser System so unfassbar teuer ist - WER sackt das ganze Geld in Deutschland ein - das ist die Frage.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
areyoushure? 23.02.2015, 10:56
48. Tja

die Schuldigen sind ja auch nicht an die "Kandarre" genommen. Massenhaft strömen die Menschen in die Praxen und Ambulanzen mit "Wehwehchen" welche nun wirklich keiner Notfallbehandlung bedürfen. Dafür ist dann netterweise keine Zeit mehr für die richtigen Notfälle, da das EGO der selbstdiagnostizierten Dringlichkeiten alle Ressourcen verstopft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oli345 23.02.2015, 11:14
49.

Zitat von petrasha
...wer hier über jauch schimpft, der hat das thema nicht kapiert. es geht über wartezeiten bei den ärzten und nicht über herrn jauch!
Das würde mich schon stutzig machen da der Artikel hierzu im Berich "Kultur" und eingeordnet ist. Primärthema ist hier die gestrige Jauch Sendung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 7