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Aufarbeitung von G20: Die Verweigerung der Demokratie
DPA

Die Politik verweigert das nötige Gespräch über Sinn und Unsinn der gegenwärtigen Weltordnung. So entsteht ein gefährliches Vakuum, das einer wahrhaft gelebten Demokratie im Wege steht.

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antares56 12.07.2017, 18:27
1. "Demokratie"?

Das wollte Brandt angeblich 1969 etwas mehr wagen - wobei auffällt, dass es vorher wohl wenig "Demokratie" gegeben hat. Und auch Willy hat leider nichts daran geändert! Unter Schmidt wurde die "Demokratie" wieder heruntergefahren - unter Kohl wurde sie dann ganz abgeschafft!
Wer heute noch von einer echten "Demokratie" in der BRD schwafelt, ist entweder Spitzenpolitiker, Manager, Konzernboss, Journalist etc - alle anderen geben den Glauben daran langsam auf!

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oloh 12.07.2017, 18:29
2. Zustimmung

Dem kann ich nur beipflichten. Ein hervorragender Einwurf! Nun wird nur noch dümmlich über die politische Linke gehetzt, anstatt kühl und nüchtern eklatante Versäumnisse aufzuarbeiten. Scholzens Rücktritt wird gefordert; Duddes reaktionäres Stümpertum und Versagen in Wohnvierteln kaum thematisiert.
Da hat die Polizei in NRW nach Silvester 15/16 besser analysiert und Konsequenzen gezogen. Trotzdem wurde die Landesregierung abgestraft, weil Kraft sich nicht von Jäger trennen konnte.
Jetzt hört man, dass unser Agrarminister Christian Schmidt in Brüssel fordert, Massenkäfighaltung müsse auch als "Bio" durchgehen. Derselbe Schmidt, der Glyphosat aufgrund von Monsanto-"Gutachten" für unbedenklich erklären ließ - wider alle Wissenschaft. Und dem wir es zu verdanken haben, dass Singvögel in Massen verschwinden, weil die glyphosatgetränkten Maiswüsten in Deutschland Kräutern und Insekten den Garaus machen. Wessen Interessen vertritt der? Kein einziger Bürger will das. Doch bleibt am Ende bloß lähmende Ohnmacht angesichts dieses institutionalisierten Schwachsinns.

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leser_gestuetzt 12.07.2017, 18:29
3.

Der Autor geht jedoch von einer falschen Grundvoraussetzung aus: solche Chaoten, die sich mit massiver und potentiell lebensgefährlicher Gewalt gnadenlos über die Rechte anderer Menschen stellen, sind und waren niemals demokratiegewillt und diskursfähig.
Sie sind mindestens genauso Ursache des vom Autor wahrgenommenen "Demokratie-Vakuums", denn der "Bürger" traut sich seit Jahren wegen der zunehmenden Radikalität der schwarzen Horden kaum mehr auf Demonstrationen.

Die Gesellschaft insgesamt sowie das gesamte politische Spektrum sind daher mehr als je gefordert, sich eindeutig und vehement gegen solche Chaoten zu stellen und diese Taten zu verurteilen.

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babasikander 12.07.2017, 18:29
4. So lange die Medien funktionieren wie sie funktionieren...

... braucht es offenbar Bilder von Gewalt um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Widerspruch zu signalisieren. Alle anderen Formen des Widerspruchs schaffen es nicht länger als drei Sekunden auf den Bildschirm - sie finden also nicht statt.

Die Politik ist an echtem Widerspruch natürlich nicht interessiert und so dürfen diese ganzen NGOs auch ruhig mit Muttis und Donalds Segen spaazieren gehen und anschließend an irgendwelchen Erklärungen feilen, die ohnehin kein Mensch wahrnimmt. Damit widersprechen sie ja auch nicht, denn sie akzeptieren damit die Spielregeln, die man ihnen einseitig vorgibt. Innerhalb des Systems selbst kann eigentlich gar kein Widerspruch geäußert werden.

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hmueller0 12.07.2017, 18:31
5. Demokratieverweigerung

Genau das - und noch mehr: Realitätsverweigerung. Weigerung und Unfähigkeit, sich mit der Realität (auf beliebigen Gebieten) auseinander zu setzen, zu schauen, welche Probleme es gibt und woher diese kommen - und DANN daraus die nötigen Konsequenzen/Maßnahmen abzuleiten. Statt dessen legt man aber schon vorher die Ergebnisse/Erkenntnisse fest die eben zur jeweiligen Ideologie bzw. Partei- und Wahlprogramm passen - und oh Wunder - dass sich auf einer falschen Annahme keine richtigen Schlüsse ziehen lassen. So wundert es auch nicht dass alle Lösungsversuche der vielen, drängenden Probleme - sofern man diese überhaupt unternimmt - keine Wirkung zeigen. Es wäre dringend an der Zeit, für eine wirkliche Alternative in der Politik - leider ist aber wohl keine in Sicht.

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jayjayjayjay 12.07.2017, 18:33
6. Antikapitalismus

Hat keine politische komponente per se. Natürlich gewandet sie sich gern in vielerlei politischer motivation, aber unabhängig von politik sind die extremen auswüchse sich sehr ähnlich, autos brennen scheiben brechen steine und mollis fliegen. Aber am allerwichtigsten: Globalisierung ist nicht gleich Kapitalismus. Sozialismus, echter anarchischer herrsschaftsloser klassenloser, kann nur global und führerlos funktionieren und ist ohne Demokratie völlig undenkbar. Als linkskonservativer muss man extremismus nicht gut heißen aber wenn die Grundwerte dieser freiheitlichen menschenrechtakonformen Demokratie verloren gehen wird widerstand wieder zur Pflicht.

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karlm99 12.07.2017, 18:34
7. Links

nur mit positiven Positionen zu besetzen, greift deutlich zu kurz. Wir waren doch alle Zeugen der Ausschreitungen, die links waren. Außerdem, nicht zu vergessen, Stasi, Gulag, Stalin, Lenin, Mao. Alles links. Da schwadroniert eine elitäre linke Schicht von Gerechtigkeit in der Welt und ignoriert ohne Probleme den Obdachlosen und die Armut um die eigene Ecke. Privilegierte Heuchelei nennt man so was.

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cerberus99 12.07.2017, 18:35
8.

Diez:"Die Politik verweigert das nötige Gespräch über Sinn und Unsinn der gegenwärtigen Weltordnung. "
Eine stramme These - leider zur falschen Zeit im falschen Medium.
Natürlich ist es richtig, dass dieser Diskurs geführt werden muss - indes: Dafür ist ein G20 - Gipfel nicht der richtige Zeitpunkt. Denn weder Parolen und Plakate noch Demonstrations-Slogans bringen den Diskurs inhaltlich weiter noch die von Scherpas vorverhandelte Abschlusserklärung. Denn das Thema ist weder mit Schlagworten (und Schlägen) angemessen zu bearbeiten noch mit Diplomaten-Sprechblasen.
Und auch das Medium ist diesmal schlecht gewählt. SPON läuft wie fast alle Medien den "Chaos"-Bildern nach, um im Klick-Wettbewerb nicht abgehängt zu werden.

Wenn Diez - was ich fest glaube - an dem Diskurs "über Sinn und Unsinn der gegenwärtigen Weltordnung" interessiert ist und wenn er Politik und Gesellschaft in diesen Dialog bringen will, dann muss er dahin gehen, wo zumindest eine Chance dafür gegeben ist, dass man sich gegenseitig zuhört. G20 war der Ort nicht. Und eine SPON Diskussion in einem künstlich aufgeheizten Umfeld ist es auch nicht.

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Viking 17 12.07.2017, 18:36
9. Das Problem sind die linken Terroristen

diese haben doch erfolgreich verhindert, daß es zu friedlichen Demonstrationen gekommen ist.
Wer fährt schon nach Hamburg, um zu demonstrieren, wenn dort durch die linken Chaoten Leib und Leben gefährdet wird.
Außerdem gab es ja - zumindest allgemein bekannt- keine vernünftigen Demonstrationen . Wenn es Demos gegen Erdogon, Trump oder Putin gegeben hätte, wären bestimmt viele Demokraten erschienen.

So erschien der schwarze Block samt seinen Unterstützen aus dem linken Spektrum und hat versucht, in Hamburg Polizisten zu ermorden.
Es sollte dringend aufgeklärt werden, welche Rolle die Rote Flora gespielt hat und beim Beweis der geringsten Unterstützung des linken Terrors sofort dichtgemacht werden.

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