Forum: Kultur
Auschwitz-Stück "Die Ermittlung": Spaziergang zum Gruseln

Eine Nachwuchsregisseurin schickt Zuschauer in Nürnberg durch die kalten Katakomben eines Nazi-Baus. Zu sehen gibt es den Dokumentartheater-Klassiker "Die Ermittlung" - und Fledermäuse.

MonaM 20.06.2009, 15:14
1. begrüßenswert

Zitat von sysop
...Dokumentartheater-Klassiker "Die Ermittlung" - und Fledermäuse.
Es ist natürlich immer schwierig, sich über ein Kunstereignis zu äußern, das man nur von einem Artikel kennt.
"Die Ermittlung" von Peter Weiss ist ja kein Theater, es ist vielmehr das "Konzentrat" des Auschwitz-Prozesses, gibt die Verhandlungen zusammengefasst, aber wörtlich wieder. Ob das "Stationendrama zum Mitlaufen" mit seinen fünf weißgekleideten Akteuren das verständlich "rüberbringt", kann man nur beurteilen, nachdem man es gesehen hat.
In jedem Fall ist jeder Versucht, "die Ermittlung" und damit das Thema Auschwitz den Menschen nahe zu bringen, begrüßenswert.

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retmar 20.06.2009, 22:30
2. ....

Zitat von ernstjüngerfan
Was wären Literaten, Filmemacher und Theaterproduzenten im In- und Ausland, wenn sie nicht ständig eine neue „Nazi“-Sau durchs Dorf treiben könnten. Die Künstlerszene würde regelrecht austrocknen. Ein entsetzlicher Gedanke!
Die werden das noch so lange machen, bis Fans von Ernst Jünger wie Sie ihre rhetorische Gülle nicht mehr überall absondern. Also gehen Sie in sich.

Übrigens haben Sie es vergessen, "Kunst kommt von Können" zu zitieren.

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Reinhardt Gutsche 21.06.2009, 00:08
3. Größter Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte?

Eine Nachwuchskritikerin, die in u.a. in München Germanistik studiert hat, schickt den Spiegel-Leser durch die kalten Katakomben der deutschen Nachkriegsgeschichte und behauptet in der Kritik eines ausgerechnet in Nürnberg inszenierten Theaterstückes von Peter Weiss, bei dem Auschwitz-Prozess 1963 bis 1965, auf dem das rezensierte Stück basiert, habe es sich mit seinen 20 Urteilen gegen KZ-Verbrecher um den „größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte“ gehandelt. Nicht nur die Regisseurin streicht rigoros, wenn auch nur an der Textvorlage, auch die Rezensentin streicht, und zwar - schlimmer - an der historischen Realität: Hat sie schon mal was von den Nürnberger Prozessen gehört mit seinen fast 150 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilten deutschen Spitzenpolitikern, -beamten und -militärs ? Die 1981 geborene Rezensentin dürfte ihr Studium noch im ehrwürdigen Humholdtschen Geiste als Diplomandin abgeschlossen haben und noch nicht der geisttötenden Bacchelor-Diktatur unterworfen gewesen sein. Da hätte man schon etwas sicherere Geschichtskenntnisse erwarten dürfen, es sei denn, sie ist im Sog jenes Milieus geformt worden, das dafür gesorgt hat, die Nürnberger Urteile nicht als Teil deutschen Nachkriegsrechts zu betrachten und folglich in der Rangliste der "größten Strafprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte" zu ignorieren.

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