Forum: Kultur
Auschwitz-Überlebende bei Jauch: Erinnerung als Waffe
DPA

Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz hatte Günther Jauch zwei Holocaust-Überlebende geladen. Eine gelungene Veranstaltung über das Sprechen als Widerstand gegen das Vergessen.

Seite 1 von 4
polltroll 26.01.2015, 09:17
1. Pflichtveranstaltung Jauch

Schade, dass hier nicht auf den Staatsanwalt des Auschwitz Prozesses Anfang der 60er Jahre eingegangen wird und die immer noch spürbare Fassungslosigkeit der Opfer, dass es ganz normale bürgerliche Deutsche waren, die sie zur Schlachtbank führten. Es waren ca. 500.000 Deutsche direkt oder indirekt an den Morden beteiligt. Die Unfähigkeit Deutschlands die Täter zur Rechenschaft zu ziehen! Ganz normale Deutsche: Lehrer, Beamte, Akademiker etc. Aus der Mitte der Gesellschaft! Das sollte gerade aktuell eine Mahnung sein!

Beitrag melden
haudinei 26.01.2015, 09:27
2. das erste Mal...

..., dass ich mir eine Jauch-Sendung in kompletter Länge angesehen habe. Im Gespräch mit den beiden Damen wirkte er souverän und authentisch. Das ist bei einem solchen Thema keine Selbstverständlichkeit und ich finde es nicht fair, Herrn Jauch als "Fernsehheini" zu betiteln...

Beitrag melden
Hochbeet 26.01.2015, 09:27
3. Unser Erbe-unsere Last

Als Kind war ich in der DDR und habe die Gedenkstätte KZ Buchenwald erlebt, als Erwachsener habe ich einen Auschwitz-Überlebenden kennen gelernt. Ich spüre keine "Schuld" aber Verantwortung. Große Verantwortung. Daher nehme ich Ausländerfeindlichkeit und Anisemitismus persönlich. Ich bin stolz darauf, nicht stolz sein zu müssen. Unser Land muss wachsam bleiben. Nie wieder!

Beitrag melden
hektor2 26.01.2015, 09:30
4. System

Zitat von polltroll
Schade, dass hier nicht auf den Staatsanwalt des Auschwitz Prozesses Anfang der 60er Jahre eingegangen wird und die immer noch spürbare Fassungslosigkeit der Opfer, dass es ganz normale bürgerliche Deutsche waren, die sie zur Schlachtbank führten. Es waren ca. 500.000 Deutsche direkt oder indirekt an den Morden beteiligt. Die Unfähigkeit Deutschlands die Täter zur Rechenschaft zu ziehen! Ganz normale Deutsche: Lehrer, Beamte, Akademiker etc. Aus der Mitte der Gesellschaft! Das sollte gerade aktuell eine Mahnung sein!
Das deutsche Strafrecht ist für eine Verfolgung, derart kranker, industrieller Massentötung nicht ausgelegt, da das Prinzip der Individualschuld gilt.

Viel schlimmer ist m. E. nach, dass viele dieser kulturlosen Schlächter und Organisatoren später in z. T. hochdotierte Posten des öffentlichen Dienstes gehoben wurden. Bspw. als Kanzleramtsminister - um nur ein Beispiel aus Deutschland zu nennen oder als techn. Leiter der NASA, um ein anderes Beispiel zu nennen.

Beitrag melden
troy_mcclure 26.01.2015, 09:33
5. Das kann Jauch

Eine solche Sendung kann Jauch gut moderieren, wenn es ums Zuhören geht.
Wenn es aber wie sonst immer eine Politikerdiskussion it, dann wirkt Jauch für mich meist völlig fehl am Platz

Beitrag melden
Walther Kempinski 26.01.2015, 09:41
6. Das Problem

Das heutige Problem mit dem Holocaust ist eigentlich ganz einfach aufgeklärt. Die Pegida-Leute and friends verstehen das Gedenken als Schuldzuweisung. In Wirklichkeit ist es jedoch nur ein Erinnern. Manche Menschen die Verantwortung empfinden wollen können das tun. Es ist jedoch keine Verantwortung im Sinne des Strafrechts. Es ist eine Verantwortung im Sinne: "wir sorgen dafür, dass sich sowas und deren Ansätze nicht wiederholen". Ausschwitz bedeutet nicht Knechtschaft, bedeutet auch nicht Schadensersatz. Wer so denkt (und Pegida und Co. tun das, das Netz ist voll damit) der ist schon im ganz falschen Film. Ob unwillkürlich oder mit Absicht das ist dann die Frage.

Beitrag melden
Drobsick 26.01.2015, 09:45
7.

Erinnerung als Waffe? Waffe gegen was, die Dummen, Die Frustrierten? Als Waffe gegen das Vergessen, wir haben euch alle vergessen, die Vergangenheit ist nicht die Mahnwache der Menschlichkeit, unsere Gegenwart ist das, in der Tot, Völkermord, Vertreibung, Ausgrenzung, Vergewaltigung Mord und all das, immer noch präsent ist.
Wir haben nichts aus der Vergangenheit gelernt und Herr Jauch wird das nicht ändern.

Beitrag melden
outsider-realist 26.01.2015, 10:09
8.

Zitat von napu
Nicht alle über einen Kamm scheren. Die Art und Weise, wie man Deutsche für die Verbrechen der NS-Schergen verantwortlich macht, ist das selbe, als ob man ausnahmslos alle derzeit lebenden und in Zukunft geborenen Muslime für immer und ewig für die IS-Gräueltaten und terroristische Anschläge verantwortlich macht.
Der Vergleich mit den Anhängern einer Glaubensrichtung hinkt gewaltig und ist gerade in dem Zusammenhang recht unpassend, scheinbar aber bewusst gewählt.

Bei "positiven" Ereignissen der Vergangenheit ist von dieser Distanzierung merkwürdigerweise nichts zu spüren. Da fühlt sich jeder einzelne mit Insbrunst für die Taten einzelner verantwortlich. Man denke nur an die Fussball WM....

Abgesehen davon......wer genau macht SIE persönlich für die Taten der NS VERANTWORTLICH?

Beitrag melden
ojc 26.01.2015, 10:15
9. vielen Dank

Zitat von Hochbeet
Als Kind war ich in der DDR und habe die Gedenkstätte KZ Buchenwald erlebt, als Erwachsener habe ich einen Auschwitz-Überlebenden kennen gelernt. Ich spüre keine "Schuld" aber Verantwortung. Große Verantwortung. Daher nehme ich Ausländerfeindlichkeit und Anisemitismus persönlich. Ich bin stolz darauf, nicht stolz sein zu müssen. Unser Land muss wachsam bleiben. Nie wieder!
Besser könnte man die Haltung, die ein ehrenhafter und ehrenwerter Mensch aus Deutschland haben sollte, nicht ausdrücken!

Beitrag melden
Seite 1 von 4
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!