Forum: Kultur
Ausschreitungen in Charlottesville: Andere Sprache, selber Hass
REUTERS

Was passiert, wenn die extreme Rechte in demokratische Institutionen einzieht, konnte man in Charlottesville erleben. Dabei ist es egal wie sie sich nennen mag, ob "Alt-Right" - oder "AfD".

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medium07 15.08.2017, 15:03
10. Kraft und Gegenkraft

Liebe Frau Stokowski,
wenn Sie sich mit der Geschichte der Alt-Right-Bewegung und der Neuen Rechten in Europa beschäftigen, werden Sie unschwer erkennen, dass es sich um eine Gegenbewegung zu den Libertär-Linken (oder wie immer man sie nennen mag) handelt, die gerade den unteren Rändern der westlichen Gesellschaften mit Ihrem Universalismus in den letzten Jahrzehneten gehörig auch die Nerven gefallen ist. Während ein wachsendes Präkariat sich infolge des sattsam bekannten Strukturwandels auf der Schattenseite des Kapitalsimus wiederfand, hat die linke Intelligenzia sie in ihren Augen dadurch verhöhnt, dass sie sich allerorten um Gendersprache, LGBT-Rechte und die Einrichtung von Save-Spaces etc. gekümmert hat. Daran wäre eigentlich nichts auszusetzen, wenn man die Abgehängten glaubhaft in den Kampf um Menschenrechte mindestens mit einbezogen hätte. Auch Ihre in der Komfortzone verfassten Kolumnen haben zum Hass auf der "anderen" Seite beigetragen, da Sie das Gesetz von Kraft und Gegenkraft sträflich ausser Acht gelassen und so zur Polarisierung beigetragen haben. Zudem sollten Sie sich in puncto Ausgrenzung nicht aufs hohe Ross setzen. Auch der von Ihnen vertretene Feminismus 3.0 war teils sprachlich gewaltätig und diskrimierend. Sie wähnen sich ebenso unselbstkritisch auf der richtigen Seite, wie die sog. Alt-Right-Bewegung. Das ist umso ärgerlicher und erstaunlicher, als Sie Ihrem Werdegang nach eigentlich sowohl von Dialektik als auch von der totalitären Tendenz ungebremster Weltbeglückungsfantasien mehr verstehen sollten, als Ihre Gegenspieler.

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petrapanther 15.08.2017, 15:06
11.

Zitat von dasdondel
Leider ist diese Aussage ebenso verblendet. Jeder darf jede beliebige Meinung haben - die Gedanken sind frei - auch wenn andere diese Meinung für falsch oder gefährlich halten. Rassismus zu verbieten ist nicht möglich, der Versuch ist selbst Faschismus.
Das stimmt, Sie dürfen ein Rassist sein. Aber wenn Sie rassistische Ansichten im öffentlichen Raum verbreiten wollen, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihnen ein scharfer Wind entgegenweht. Denn die Rede- und Meinungsfreiheit gilt auch für die Nichtrassisten, die zum Glück immer noch in der Mehrheit sind.

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paulvernica 15.08.2017, 15:08
12. Sie sprechen wahre Worte

Zitat von dasdondel
Leider ist diese Aussage ebenso verblendet. Jeder darf jede beliebige Meinung haben - die Gedanken sind frei - auch wenn andere diese Meinung für falsch oder gefährlich halten. Rassismus zu verbieten ist nicht möglich, der Versuch ist selbst Faschismus.
Das sehe ich auch sol. Aber was meint die Autorin Stokowski dazu :
Zitat :
Aber andererseits auch keine so geniale Aussage angesichts der Tatsache, dass die allermeisten Rassisten immer noch einen Satz zustande kriegen, der mit "Ich bin kein Rassist" anfängt.
Zitat Ende :

Was uns Frau Stokowski sagt ist, dass Menschen die explitzit darauf das sie keine
keine Rassisten sind, selbstverständlich für Menschen welche die Gedankenwelt der Autorin teilen trotzdem als Rassisten bezeichnet werden. Und genau das ist, und so gebe ich meinem Vorredner recht, ist faschistisch.
Dass es die AFD und die Alt-Right gibt ist das Ergebnis der linkischen
politschen Korrektheit und dem Auseinanderklaffen von Arm und Reich hier und in den USA.

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Jor_El 15.08.2017, 15:11
13.

Ich stimme ausmamsweise mal Frau Stokowski zu. Danke für diesen Kommentar.

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petrapanther 15.08.2017, 15:20
14.

Soviel Schwachsinn in einem einzigen Beitrag!

"Mit der Toleranz gegenüber Andersdenkenden tut sich die politische Linke reichlich schwer. Das hat sich erst bei der Entlassung des Google-Programmierers vor wenigen Tagen gezeigt."
Quatsch. Wer das Betriebsklima vergiftet, der fliegt. Da gibt's keinen 'safe space' für Rechte, auch wenn die sich offenbar einen wünschen.

"Im Übrigen haben Alt-Right und AfD genauso viel miteinander zu tun wie die stalinistische KP der 1930er und 1940er mit der heutigen SPD."
Blödsinn. Die AfD ist in Deutschland die derzeit stärkste rechtsextreme Kraft, insofern ist der Vergleich zu den Alt-Right-Nazis durchaus angebracht.

"Trump hat weder zu Gewalt aufgerufen noch die rechte Szene in irgendeiner Form gepäppelt."
Leben Sie auf dem Mond? Im Wahlkampf hat Trump sich ständig bei der rechtsextremen Szene eingeschleimt. Und die haben die Botschaft wohl verstanden.
"Ganz anders dagegen bei den Krawallen in Hamburg[...]"
Dieser Satz darf in keinem Beitrag fehlen, der die Nazi-Gewalt zu relativieren sucht.
"Und wenn ein Moslem mal wieder einen Terroranschlag begeht, sind es gerade die Linken, die im Chor singen, dass das mit dem Islam nichts zu tun hätte, statt bevor sie irgendwelches Mitgefühl mit den Opfern zeigen. Dabei besteht ein gewaltiger Unterschied.[...]"
Ja, der Unterschied ist folgender: Wenn ein Islamist ein Auto in eine Menschenmenge fährt, dann wird dies sofort als Terrorismus eingestuft und allen Moslems eine Mitschuld angehängt (allen voran von Ihrem Idol Trump). Wenn ein weisser Nazi ein Auto in eine Menschenmenge fährt, dann wird es als die Tat eines geistig verwirrten Einzeltäters verharmlost.

"Die Alt-Right hat keinen Stifter oder ein Buch, auf das sie sich beruft und das für alle als die verbindliche Wahrheit gilt."
Stattdessen glaubt man fest an die Überlegenheit der 'weissen Rasse' (was immer das sein mag).

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seit1973 15.08.2017, 15:26
15. Bravo, Frau Stokowski!

Ich kann nur jedem Satz von Herzen zustimmen.

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anton_otto 15.08.2017, 15:27
16. Erstaunlich

Es ist schon erstaunlich, daß es drei Tage brauchte, bis jemand auf diesen Blödsinn kam, die AfD mit den Gewaltkriminellen von Charlottesville gleichzusetzen. Im Programm der AfD steht nichts von Überlegenheit der weißen Rasse (auch nicht verdeckt). Daß die Gruppen, die in den USA randalierten, eine geschiedene Frau als Vorsitzende oder eine Frau in einer lesbischen Beziehung als Spitzenkandidatin akzeptieren würden, darf auch mehr als bezweifelt werden. Und es braucht wohl eine besondere Form von Humor, um sich über Kritik an Denk- und Sprechverboten lustig zu machen, um in der selben Kolumne Denk- und Sprechverbote auszusprechen.
Verlogen ist es auch, politische Gewalt von rechts anzuprangern und politische Gewalt von links, die bei uns ausgeübt wird, mit klammheimlicher Freude zu unterstützen.

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petrapanther 15.08.2017, 15:29
17.

Zitat von medium07
Liebe Frau Stokowski, wenn Sie sich mit der Geschichte der Alt-Right-Bewegung und der Neuen Rechten in Europa beschäftigen, werden Sie unschwer erkennen, dass es sich um eine Gegenbewegung zu den Libertär-Linken (oder wie immer man sie nennen mag) handelt, die gerade den unteren Rändern der .....
"Während ein wachsendes Präkariat sich infolge des sattsam bekannten Strukturwandels auf der Schattenseite des Kapitalsimus wiederfand, hat die linke Intelligenzia sie in ihren Augen dadurch verhöhnt, dass sie sich allerorten um Gendersprache, LGBT-Rechte und die Einrichtung von Save-Spaces etc. gekümmert hat. Daran wäre eigentlich nichts auszusetzen, wenn man die Abgehängten glaubhaft in den Kampf um Menschenrechte mindestens mit einbezogen hätte."

Aber LGBT leiden doch genauso unter den von Ihnen beschriebenen Entwicklungen - oder glauben Sie, man ist automatisch reich und erfolgreich, wenn man schwul ist?
Wieso also stürzen sich 'die Abgehängten' auf diese Minderheiten (die es letztlich noch schwerer haben), anstatt den Mächtigen, die für die wirtschaftliche Entwicklung die Verantwortung tragen, auf die Füsse zu treten?

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g_bec 15.08.2017, 15:31
18. Och.

Zitat von hinschauen
Afd und Ku-Klux-Klan - das ist für Sie also alles dasselbe, Frau Stokowski? Und die Fakten, die sie für diese Behauptung heranziehen sind....aha gefunden: die sagen es gäbe "Rede-und Sprechverbote". Und wer das tut, hängt auch dunkelhäutige......
Wenn Sie genau hinschau(t)en, würden Sie das auch erkennen: Lediglich von der Erkenntnis im Zaum gehalten, dass offener Rassismus in DEU durchaus strafbar sein kann und die Wähler umstandslos fliehen würden, würden die Altennaiven genau das mit dem Baum am Liebsten tun. Müsste man nur mal genau hinschauen wollen. Die Belege dafür sind Legion.

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Montezuma10 15.08.2017, 15:34
19. Rassisten sind Staatsfeinde!

Es ist wirklich erschreckend, dass sich hier im Forum ernsthaft Menschen zu Wort melden, die der Überzeugung sind, Rassismus sei ja nur eine "Meinung", die gefälligst durch die Meinungsfreiheit abgedeckt und zu tolerieren sei. Dem ist mitnichten so. Es gibt keinen guten, legitimen, soften Rassismus. Rassismus verstößt gegen die Verfassung dieses Landes, ihr aufrechten Law and Order-Anhänger! Ihr seid hier falsch und stellt euch bewusst außerhalb der zivilisierten, aufgeklärten und demokratischen Grundordung unseres Landes. Ihr seid staatsgefährdend. Ihr seid gefährlich. Keine Toleranz für Rassismus! Rassismus muss man bekämpfen!

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