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Aussiedler in Deutschland: Du heißt jetzt übrigens Eugen
Eugen Litwinow

Der Fotograf Eugen Litwinow hieß früher Jewgenij. Wie viele Spätaussiedler deutschte er seinen Namen ein. Für sein Buch "Mein Name ist Eugen" hat er 13 seiner Namensvettern porträtiert. Im Interview erzählt er, was es bedeutet, diesen Namen zu tragen.

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harka2 24.11.2013, 18:06
1. einfach verenglischen

Nenn' dich Hjudschien(Eugene) und schon entgehst du allen Verdächtigungen, du passt dann zu Justin, Marvin, Cliff und Glenn sowie Brad-Willy... Deutschland ist in Bezug auf Vornamen heute sowieso bekloppt.

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dubmaid 24.11.2013, 18:07
2. Kein

Ich weiß nicht, wann es sich eingebürgert hat, alte Namen als "komisch" zu bezeichnen und den Mist auch noch zu glauben. Eugen ist ein Name wie jeder andere auch. Vorsichtig formuliert hat der Interviewer nicht viel Manieren.

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keksguru 24.11.2013, 18:40
3. und wer kann schon Russisch hier....

es ist Fakt daß man als Russisch-Schüler öfters mal die russischen Versionen von Vornamen redet.... speziell wenn die Lehrerin selbst eine Spätaussiedlerin ist die zweisprachig aufgewachsen ist. Nur das geht den Deutschen von heute vollkommen ab.... und acuh ganz interessant, da all die anderen Zuwanderer sich kaum drum scheren ob ihre Namen für Deutsche aussprechbar sind. Ngoc wird Ngoc bleiben und Ojuuntschimeg halt Ojuuntschimeg. Denn Mauerblümchen ist erst recht unüblich im Deutschen :-)

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Grr_Argh 24.11.2013, 18:54
4. Titel

Zitat von dubmaid
Ich weiß nicht, wann es sich eingebürgert hat, alte Namen als "komisch" zu bezeichnen und den Mist auch noch zu glauben. Eugen ist ein Name wie jeder andere auch. Vorsichtig formuliert hat der Interviewer nicht viel Manieren.
Genau, deswegen sind Namen wie Friedhelm, Hans-Wilii, Franz-Peter, Karl Wilhelm, Gerlinde, Elfriede, Brunhilde, alles typische deutsche Namen (so vor hundert Jahren...), auch in aller Munde.

Wie fast alles gibt es auch bei Namen einen Trend. Und Eugen ist nicht gerade auf der Top Ten.

Ausserdem hat er nichts schlechtes über den Namen gesagt. Was sie aus den Text herauslesen bzw.hineininterpretieren ist Ihre Angelegenheit.

Obwohl ich als Kind mit meinem Namen nicht wirklich glücklich war und kaum jemand meinen Vor- und Nachnamen auf Anhieb korrekt schreiben/aussprechen kann, bin ich doch froh diesen zu haben.

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user1991 24.11.2013, 19:09
5. optional

Ich finde Eugen Litvinov normaler als Eugen Litauer.
Denn bei Litvinov akzeptiere ich, dass ich die Bedeutung nicht kenne und mach mir dann auch keine Mühe etwas herzuleiten. Bei Litauer würde ich mich fragen, was und wie er etwas mit Litauen zu tun hat.

Und die Tatsache, dass man den Namen ohne Probleme schreiben und aussprechen kann, ist ein unschlagbarer Vorteil. Denn ich kenne ein paar Leute, die ihren Namen quasi inoffiziell eingedeutscht haben. Der offizielle Name steht dann zwar auf allen Dokumenten, aber jeder spricht sie mit der eingedeutschten Version an.

Und die Namenseindeutschung gab es für Zuwanderer aus dem Osten schon seit dem zweiten Weltkrieg. Nur waren damals die "altmodischen" Namen noch nicht so auffällig.

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Moskva 24.11.2013, 19:28
6.

Interessant, dass es bei mir genau andersherum gelaufen war. Als Alexander kam ich nach Deutschland und wurde bei der Einbürgerung plötzlich Aleksandr. Behielt diese Eigenart, weil das seinerseits eine interessante Variation ist.

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Charlie Brown II 24.11.2013, 19:34
7. ...

Zitat von Grr_Argh
Genau, deswegen sind Namen wie Friedhelm, Hans-Wilii, Franz-Peter, Karl Wilhelm, Gerlinde, Elfriede, Brunhilde, alles typische deutsche Namen (so vor hundert Jahren...), auch in aller Munde. Wie fast alles gibt es auch bei Namen einen Trend. Und Eugen ist nicht gerade auf der Top Ten. Ausserdem hat er nichts schlechtes über den Namen gesagt. Was sie aus den Text herauslesen bzw.hineininterpretieren ist Ihre Angelegenheit. Obwohl ich als Kind mit meinem Namen nicht wirklich glücklich war und kaum jemand meinen Vor- und Nachnamen auf Anhieb korrekt schreiben/aussprechen kann, bin ich doch froh diesen zu haben.
Na, heißen heute mal Joachim.
Keine Ahnung wie man Ende der Sechziger auf einen urjüdischen (Vater von Maria) Namen kommt als deutsch-britische Familie, aber informiert hat man sich nicht. Da hilft auch die sog. Bildung wenig. Beide Akademiker und beide glaubten es käme aus dem Skandinavischen... *rofl.
Mandy, Cindy und Mike usw. schlimmer geht immer. Vorallem wenn sich die Eltern nicht einmal bewußt sind, dass, im Bezug auf Mandy, Mike oder Cindy, im angelsächsischen Sprachbereich, außerhalb der Ghettos von New York oder Manchester, niemand seine Kinder so nennt. Das heißt, vielleicht rufen sie sie so, aber die Kinder heißen Amanda, Michael und Cynthia oder Lucinda.

Na ja, in dieser Hinsicht schützt Kinder nichts vor dem Irrsinn ihrer Eltern.

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junge87 24.11.2013, 19:36
8. ich auch

Ich bin auch in Kasachstan 1987 geboren und seit 1994 in Deutschland. Der Beamte der meinen Namen eindeutschte machte seinem Status alle Ehre indem er aus Andre (ohne j weil nach meinem deutschen Opa) Andreas machte. Das beste kommt noch... Mein Opa der eigentlich Andre heißt wurde zum Heinrich gemacht. Jaja die verwinkelten und ineinander verflochtenen Untiefen des Beamtengeistes sind für Normalsterbliche einfach nicht zu verstehen.

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Hans_Mustafa_Schimanski 24.11.2013, 19:40
9. Janz Jenau!

Zitat von dubmaid
Ich weiß nicht, wann es sich eingebürgert hat, alte Namen als "komisch" zu bezeichnen und den Mist auch noch zu glauben. Eugen ist ein Name wie jeder andere auch. Vorsichtig formuliert hat der Interviewer nicht viel Manieren.
Genau wie die Narmen DIETER, HORST, HAIKO, HELMUT oder gar mein eigener (HANS!). Diese narmen sind sehr normal und sehr schön. Meine Kinder werden auch trotz ihres Migrartionshintergrundes einen hübschen klassischen deutschen Narmen verpasst bekommen (Gertrud, Waltraud, Ute, Dieter, Wolfsgang, Gerhardt)

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