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Aussteigerroman "Dschungel": Holt mich hier rein, ich will da raus!
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Felix reist nach Kambodscha, um zu verschwinden. Sein bester Freund geht auf die Suche und erzählt im "Dschungel"-Buch über die Sehnsucht nach ultimativer Freiheit: starkes Romandebüt von Friedemann Karig.

emperor.black 11.05.2019, 17:01
1. "Heart of Darkness" für Millenials

Das Buch ist grade solide, nicht mehr. Die große Ironie dabei: diese ganze Kalenderspruchphilosophie der Backpacker-Gesellschaft wird an einer Stelle des Buches vorsichtig dekonstruiert, nur damit der Erzähler ein paar Seiten weiter wieder vom "perfekten Strand, den perfekten Wellen und dem perfekten Dschungel" schwärmen kann. Während die Backpacker-Mädchen irgendwo vorne durchaus treffend als schnatternde, einfallslos tätowierte Meute von Partygirls beschrieben werden, trifft Erzähler Julius ein paar Seiten weiter auf "ein Mädchen wie ein Tag am Meer". Alles klar. Die vorsichtig kritischen Töne des Buches werden pflichtschuldig abgearbeitet, nur um den Mythos von der einen Insel, auf der noch keiner war, ein paar Seiten weiter vorne wieder mit voller Wucht auferstehen zu lassen. Karig hat genau den einen Sprung auf die Ebene über den Reise-Klischees gemacht, aber nicht weiter. Der Ausbruch, der im Buch versucht wird, ist in echt überhaupt keiner: Und das in jeder Hinsicht. Felix' Verhalten wird - ganz klassisch - durch die "Backstory wound" plausibel gemacht, der Erzähler ist der Gegentypus des Stubenhockers, das war's.

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hw7370 11.05.2019, 17:36
2. Wie schal.

Schade, Ich habe gehofft einen Bruder im Geist zu finden. Nichts davon. Ich war im Dschungel. Allein. Vor Jahren. Ich habe mich mental und koerperlicj ein halbes Jahr lang vorbereitet. Doch, wie ich sehe, ist in dem Buch nur von Klischees die Rede. Nichts vom "geheimnisvollen Fluestern" in der Nacht, die so dunkel ist wie Teer; wenn man, mit dem Messer in der Faust, einsam im winzigem Zelt liegt und Geraeusche hoert die man niemals zuvor hoerte, wenn nahe der Blitz einschlaegt und die Erde bebt und wenn einem der Jaguar begegnet, so dass man nicht mal Zeit hat Furcht zu bekommen. Nichts davon im Buch. Nicht mal eine Giftschlange und die Furcht und Ueberlegung was geschieht wenn man gebissen wird. Keine schlammigen Abhaenge die man auf allen vieren hochkraxelt. Das Buch ist Schaumschlaegerei, der Titel irrefuehrend und es fehlt die Ernsthaftigkeit des Lebens. Na ja, der junge Autor ist Journalist, viel Versprechen nichts gehalten.

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ManRai 12.05.2019, 07:54
3. Hört sich irgendwie nach

Jim Thompson an, Malaysia, Cameron Highlands und verschwunden, bis heute ungeklärt und gesucht nach ihm wurde sehr lange.....

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