Forum: Kultur
Ausstellung "Punk Graphics": Fausthieb ins bürgerliche Wohlbefinden
Jenna Bascom/ ad Museum

Von Monarchie bis Mittelstand, alle bekamen ihr Fett weg. Eine großer Flyer-Sammlung zeigt, wie Sex Pistols, Ramones und Co. die Botschaft des Punk auch visuell transportierten.

Käptn Horn 01.12.2019, 13:58
1. Wie so oft, nur eine Seite der Medaille

"Denn "alles" bedeutete dereinst, nun wirklich allem und jedem vor den Kopf zu stoßen, dabei weder die eigenen Ideologien und Befindlichkeiten noch jene der Sippe und Vorfahren zu schonen."

Soweit das kulturelle Selbstverständnis der Bewegung. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Paradox ist nämlich, dass sehr viele der Jünger und Apologeten in ihrer Lebenspraxis einen hemmungslosen Opportunismus gepflegt haben, wenn es um die eigene Karriere ging. Und das gilt auf den höchsten Ebenen der Kultur ebenso wie bei vielen Anhängern. Jedenfalls bei denen, die nicht durch die sozialen Netze, oder wie viele auf der Strecke geblieben sind. Natürlich gibt es Ausnahmen – die gibt es immer, aber die Rebellenattitude auf der einen Seite, und die gleichzeitige, für die eigene Situation vorteilhafte Anpassung an gesellschaftliche Zwänge auf anderen, ist etwas, das für den Punk auch symptomatisch war – und das rückblickend charakteristisch wurde, dafür was unsere soziale und politische Realität seither bestimmt.

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robeuten 01.12.2019, 16:06
2.

Zitat von Käptn Horn
"Denn "alles" bedeutete dereinst, nun wirklich allem und jedem vor den Kopf zu stoßen, dabei weder die eigenen Ideologien und Befindlichkeiten noch jene der Sippe und Vorfahren zu schonen." Soweit das kulturelle Selbstverständnis der Bewegung. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Paradox ist nämlich, dass sehr viele der Jünger und Apologeten in ihrer Lebenspraxis einen hemmungslosen Opportunismus gepflegt haben, wenn es um die eigene Karriere ging. Und das gilt auf den höchsten Ebenen der Kultur ebenso wie bei vielen Anhängern. Jedenfalls bei denen, die nicht durch die sozialen Netze, oder wie viele auf der Strecke geblieben sind. Natürlich gibt es Ausnahmen – die gibt es immer, aber die Rebellenattitude auf der einen Seite, und die gleichzeitige, für die eigene Situation vorteilhafte Anpassung an gesellschaftliche Zwänge auf anderen, ist etwas, das für den Punk auch symptomatisch war – und das rückblickend charakteristisch wurde, dafür was unsere soziale und politische Realität seither bestimmt.
Kluger Kommentar - für mich Ex-Punk war Punk endgültig erledigt, als am 30-jährigen Abitreffen ein immer noch phänotypisch als Punk agierender ehemaliger Mitschüler stolz sagte, wie er seinen Vermieter in Grund und Boden klagt, und dabei die Rechtsschutzversicherung bescheißt... was für ein erbärmlicher Spießer!
P.S.: warum nix von den "Dead Kennedys"? Denen konnte man die Attitüde wenigstens abnehmen; keine von McLaren gecastete boygroup wie die ach so revolutionären "Sex Pistols", keine im Grunde ihres Herzens furzkonservative Republikaner wie Joe Ramone.... und mit Jello Biafra ein genialer Textschreiber. Ebenso vermisse ich die "Bad Brains" - ja, auch schwarze Rastafarians können Punk!

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flo_bargfeld 01.12.2019, 16:49
3. A good laugh, wasn't it?!

Ich wurde Punkrocker, nachdem ich den unten verlinkten Spiegel-Titel auf dem Zeitschriftenstapel meines Vaters entdeckte. Wenn etwas die Presse zu derart grenzdebilen Artikeln brachte, musste es ganz einfach spannend sein! Punk in Deutschland hörte für mich auf, kurz nachdem Journalisten anfingen, "Punker" statt "Punks" oder "Punkrocker" zu schreiben. Das war roundabout 1980, als die erste Clash-Tour in Deutschland stattfand, die ich in HH und Düsseldorf sehen durfte. "But it was a good, laugh, wasn't it?" (John Lydons Fazit zur kurzen Punk-Ära) https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40694217.html

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Jor_El 01.12.2019, 20:35
4. Sorry

Ich habe Punk nie verstanden.

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