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Automatisierung der Arbeit: Wie sollen wir das nur Überleben?
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Die Menschheit spürt, dass eine große Veränderung ansteht. Aber worum es wirklich geht, merkt keiner. Die Wahrheit ist: Menschliches Leben ist unwichtig für den Kapitalismus geworden.

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realist-42 13.05.2017, 17:01
20. Menschliches Leben ist unwichtig für den Kapitalismus?

Blödsinn! Gerade der Kapitalismus ist auf das menschliche Leben im Gegensatz zum Sozialismus angewiesen. Wer soll den sonst die vielen schönen unwichtigen Sachen kaufen? Eine KI sicherlich nicht.

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Cyberfeld 13.05.2017, 17:03
21.

Zitat von specialsymbol
Oder ist es der Neid, der die Leute dazu antreibt anderen ihr Glück nicht zu gönnen? Das wäre die Neidkultur über die wir debattieren müssten. Nicht ob man ein paar Superreichen ihr virtuelles Vermögen nicht gönnt wenn man Steuern anheben möchte, um das Geld denen zu geben, die es tatsächlich ausgeben (müssen).
Das Problem das es nichts kosten soll/die Steuern nicht bezahlen will ist sehr ausgeprägt(ihm Bezug auf Roms Arme war es Roms Untergang) aber praktisch gesehen ist Finanzierung auch das einzige Problem.

Man kann die Leute schon mit Sachen beschäftigen so das sie sich selbst Beschäftigen zumindest in meiner mehr konservativen Perspektive.

Die Neiddebatte ist oft eine Luftdiskussion weil es oft mehr darum geht das 3te möglicherweise geprellt worden sind , zumindest ist es das was der Deutsche denkt wenn der Nachbar plötzlich einen Ferrari hat.

Die Idee das wenn einer mehr hat ein anderer Weniger hat ist nicht zwingend Ökonomisch Falsch. Echter Neid läuft oft auf persönlicher Ebene ab nicht in einer Verallgemeinerung.

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mami2 13.05.2017, 17:04
22. Am Thema vorbei

Zitat von spmc-12355639674612
Die Arbeitsplätze werden durch die neue Stufe der Industrialisierung nicht dauerhaft weniger werden, nur werden sie anspruchsvoller und kreativer.
Für die nächsten paar Jahre mag das noch gelten. Ansonsten hat spmc glaube ich nicht verstanden um was es bei Industrie 4.0 (und den Nachfolgern) geht. Es geht darum, dass möglichst bald Maschinen die wirklich kreative Arbeit übernehmen. In einer ersten Phase geht es darum, dass Maschinen die kreative Arbeit so unterstützen, dass es nur wenige wirklich kreative Menschen braucht. Sicher nicht 8 Milliarden. Einige Millionen werden wohl reichen.

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ruhepuls 13.05.2017, 17:17
23. Degeneration?

Schaut man sich mal an, was mit den Menschen passierte, die "früher" schon nicht mehr arbeiten musste, um zu leben, beispielsweise der Adel oder das reiche Bürgertum, dann muss man feststellen: Nicht mehr arbeiten müssen führt offensichtlich in sehr vielen Fällen zur Degeneration. Wobei hier noch eines zu bedenken ist: Reiche hatten genug Geld, um mit der freien Zeit etwas anfangen zu können, beispielsweise zu reisen oder aufwendige Hobbies (Pferderennen, Expeditionen usw.) zu betreiben. Aber was macht der Normalmensch zwischen Geburt und Tod (ach ja, den wollen die Nerds ja auch abschaffen), wenn er weder arbeiten muss, noch eine Ausbildung braucht, weil er ja auch keinen Beruf mehr benötigt? Alles Künstler und Schöngeister - oder eher zugedröhnte "Vor-der-Glotze-hocker", nach dem Motto "Brot und Spiele"? Es ist viel schwerer, den Ar.ch hochzukriegen, wenn man genauso gut liegen bleiben kann, weil man ja nicht mehr aufstehen muss...

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ruhepuls 13.05.2017, 17:20
24. 1-Kind-Politik?

Zitat von moritz27
Sie meinen es gibt keine Lösungen? Doch, der allererste Lösungsansatz heißt: Geburtenkontrolle. Jüngst habe ich im Fernsehen eine Dokumentation über Ägypten gesehen, in der ein einheimischer Statistikprofessor genau diese fordert. Ansonsten würde das Ägyptische Volk sehenden Auges Selbstmord begehen, da sich die sprunghaft wachsende Bevölkerung einfach nicht mehr ernähren läßt. Wie wurde China für seine 1-Kind-Politik beschimpft. Jetzt erkennt man, im Vergleich zu anderen asiatischen Staaten oder Afrika, wie Weise, wenn auch unpopulär, gehandelt worden ist. Und allen, die glauben, Europa oder gar nur Deutschland wäre in der Lage durch Aufnahme des "Überschusses" an Menschen etwas Gutes zu erreichen, empfehle ich, sich das kurze youtube-Video von Roy Beck anzusehen. Es dauert nur ein paar Minuten, hat aber denn Aha-Effekt.
Die Chinesen sind, soweit mir bekannt, inzwischen aber wieder von der 1-Kind-Politik abgerückt. Sie war einfach nicht durchzusetzen. Die Leute haben mit allen Tricks gearbeitet, um doch mehr Kinder in die Welt zu setzen. In China ist Kinderreichtum ein Statussymbol und es ist der Partei nicht gelungen, das zu in den Köpfen zu ändern. In anderen Ländern ist es ähnlich und auch wir werden ja angehalten, für mehr Rentenbeitragszahler und zukünftige Altenpfleger zu sorgen.

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ruhepuls 13.05.2017, 17:25
25. Nur über Ihre Leiche?

Zitat von GinaBe
Gut, daß SIE hier kolumnieren! Sie sprechen -mir etwa- aus der Seele. Sie dürfen wenigstens denken, schreiben, formulieren, das neue GUT veröffentlichen und können- mit Ihrem anderen Gedankengut zusammen, davon sogar hoffentlich sehr nett leben!!! Wäre dies doch nur immer so, daß alle Menschen, die ihre Lebenszeit in Arbeit, gleich welche, investieren, davon auch ein gutes Auskommen hätten... Ihre Vision dagegen ist real und dadurch umso bedrückender, denn, was geschieht, wenn der sog. Arbeitsmarkt gesättigt ist und zuviele Menschen für ihn aber bereit stehen, sehen wir ja. Löhne werden tief gehalten. Alte Leute finden kaum Verwendung mehr, wobei das Alter mit 35 zu beginnen scheint. Naja, wer möchte schon mit Mindestlohn mal 2 oder 3mal pro Woche für 3 Stunden arbeiten dürfen? Für die Rente rentiert sich das nicht.. Ob uns die (hneue) NRW- Regierung ab morgen darauf eine Antwort geben kann im bevölkerungsreichsten und westlichsten Bundesland Deutschlands? Nach dem Krieg waren wir Motor, heute verarmt. Oder: ob uns die neue/ alte Regierung mit neuer AfD- Ecke im parlament ab Herbst darauf Antworten erteilen wird? Wenn bei uns mal mit Robotern gepflegt wird, oder die Verhältnisse in den städtischen und christlichen und privaten Heimen nicht grandios ALLE menschenwürdige Verhältnisse (für die alten sowie für die Mitarbeiter!) bekommen, schwöre ich Ihnen, Frau Sibylle, daß ich nur über meine Leiche in ein Pflegeheim umsiedeln werde eines- hoffentlich fernen- Tages. Das mit der Zukunftshörigkeit und Anbetung des Fortschritts auf Kosten der Humanität hat uns jetzt schon eine kalte Gesellschaft beschert, die Betroffenheit und Mitgefühl in den Grundstrukturen zwar noch enthält, aber schwach ist.
Abwarten! Fragen Sie mal Leute, die mit Schwerkranken zu tun haben. Die meisten, die mal gesagt haben, dass sie nie um jeden Preis am Leben gehalten werden wollen, verlangen dann doch nach jeder Möglichkeit, noch ein paar Tage länger leben. Und das gleiche gilt für die, die nie ins Alten- oder Pflegeheim wollten (keiner will da hin...). Die möchten zwar da nicht hin, warten aber so lange, bis sie gezwungen sind, dort hin zu gehen, weil sie nicht mehr alleine leben können und notfalls zwangseingewiesen werden.

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ruhepuls 13.05.2017, 17:30
26. Alternativvorschlag?

Zitat von freigeistiger
Absatz "Menschliches Leben ist unwichtig für den Kapitalismus". Überkapazitäten und Überproduktionen bestehen jetzt schon weltweit. Der Wettbewerb findet über Absenkung der Lebensbedingungen statt. Das ist die Errungenschaft von "der Krone der Schöpfung". Geht es noch dümmer? Produkte werden immer mehr mit verkürzter Haltbarkeit hergestellt, um einigermaßen den Absatz zu sichern. Weiteres kann man auch bei Ulrike Herrmann nachlesen zur Endlichkeit des Wachstums? "Der Kapitalismus fährt auf eine Wand zu. Und niemand macht sich Gedanken über das Bremsen."
Stimmt schon, was Sie schreiben. Hat schon der gute alte Marx prophezeit. Die Diagnose ist ja auch recht einfach. Nur war seine Therapie bisher wenig hilfreich. Denn auch die ganzen kommunistischen Systeme fahren auf die Wand zu bzw. sind bereits daran zerschellt. Weil sie genauso materialistisch orientiert sind, wie der Kapitalismus, nur gleichzeitig auch noch unfreier. Ich weiß nicht, ob es noch möglich ist, den Laden "umzustellen" - irgendwie muss man 6 Milliarden Menschen ja satt bekommen - aber eine Zukunft haben wir nur, wenn wir materiellen Konsum als Ziel des Lebens durch etwas anderes ersetzen und auf das Notwendige reduzieren. Was die Menschen dann mit ihrem Leben anfangen, ist allerdings eine noch ungelöste Frage.

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ruhepuls 13.05.2017, 17:38
27. Idealisiertes Bild

Zitat von Eberschmidt
"die alle auf einer Erde befindlich sind, in der die Menschen die gleiche Luft atmen, die gleichen Rohstoffe benötigen, die gleichen Probleme haben" Nein, wir haben nicht alle die gleichen Probleme. Je nach Klimazone und Vegetationszone, je nach Geschichte und (gelungener oder mißlungener) (Rechts-)Staatlichkeit, je nach Volkszugehörigkeit, Akkulturation und Sozialisation, je nach gesellschaftlichen Verhältnissen und generativem Verhalten haben wir alle ganz unterschiedliche Probleme. "Grenzen zu, zurück in die Vergangenheit? Klingt schön einfach. Wird nicht helfen." Warum nicht? Natürlich nicht nur dieses. Aber es könnte die Voraussetzung dafür sein, seine eigenen Probleme selbstverantwortlich zu lösen. Alle Grenzen weg, alle Staatlichkeit fort führt nur dazu, daß Verantwortung fürs eigene Handeln des Individuums, der Familie, der Klein-, Mittel- oder Großgruppe verschwimmt und verschwindet. Eine WG, in der alle einzahlen, wieviel sie haben, und alle sich nehmen, soviel sie wollen, kann nicht funktionieren. Die Probleme lassen sich nur lösen bei einem gestaffelten, auf jeder Ebene funktionierenden Zusammenhang von "Souveränität", also Macht über das eigene Handeln und Verantwortung für die Ergebnisse dessen. Dazu muß es Grenzen geben. Zum Beispiel können wir in Europa nicht das Problem der Übervölkerung Afrikas lösen. Das müssen die selbst tun. Wir können dabei helfen, es anbieten. Die "Hilfe", alle aufzunehmen aber würde uns selbst vernichten.
Ich bin wahrlich kein Freund des "Vater Staates", muss aber anerkennen, dass ohne eine rechtsstaatlichen Überbau, der Gruppenegoismus ungebremst ausgelebt würde. Schaut man sich die Geschichte der Welt an, dann waren da zuerst Clans, dann Stämme, dann Nationen. Und die Clans bekriegten sich mit anderen Clans, dann die Stämme mit anderen Stämmen und zum Schluss die Nationen mit anderen Nationen. Der Staat hat den Krieg nicht abschaffen können (im Moment findet er auf wirtschaftlicher Ebene statt, siehe Außenhandelsüberschüsse, Schutzzölle etc.), aber hat ihn wenigstens von der Gruppenebene (jeder gegen jeden) auf die Nationenebene verlagert. So verlockend der Gedanke ist, dass die ganzen, "unmenschlichen, weil unpersönlichen" Großgebilde zerschlagen werden, um organischere Einheiten zu bilden, so sehr besteht doch das Risiko, dass jede Gruppe ihre eigene Identität ausbildet - und es dann bald wieder heißt "Wir gegen die!".

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keine-#-ahnung 13.05.2017, 17:43
28. Seit Virchow ...

... kennen wir die Malignitätskriterien: erstens unkontrolliertes, lokal infiltrierendes und destruierendes Wachstum; zweitens die Fähigkeit zur Bildung von Fernmetastasen und drittens die zunehmende Entdifferenzierung. Und wenn es stimmt, dass jeden Tag 40.000.000 Millionen "auf den Arbeitsmarkt" kommen, macht mir nicht die zunehmende Digitalisierung oder die zunehmende Automatisierung von menschlicher Arbeit Sorge, sondern die unkontrollierte Beschleunigung des Wachstums der Weltbevölkerung bei fest begrenzten und definierten irdischen Ressourcen. Statt über den pöhsen und menschenverachtenden Kapitalismus zu schwadronieren, sollte man sich auch mal diesem - meiner Meinung nach sehr dringlichen und wichtigen - Problem zuwenden ... sonst ist unser blauer Planet in zweihundert Jahren den Krebstod gestorben.

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micromiller 13.05.2017, 17:43
29. Da künstliche Intelligenz

emotionsfrei ist, könnten sie uns beim intelligenten planen behilflich sein. Eine Erkenntnis könnte sein, dass die
grenzenlose Vermehrung der Erdbürger nicht sinnvoll ist. Die industrielle Revolution 4 wird nur von einem kleinen Teil der Menschheit getragen. Die Mehrheit wird auf niederem Niveau virtuell unterhalten und ernährt werden, die Aufgabe der meinungsformenden Industrie ist diesen Zustand als die krönende Phase der gesellschaftlichen Evolution zu feiern. Falls das Management der Massen schwer steuerbar wird, muss unsere Pharma Industrie neue Zusatzstoffe für die Lebensmittel schaffen, die lustig machen und unnötige kritische Einlassungen abschalten.

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