Forum: Kultur
Bauhaus-Architektur in Chile: Eine halbe Villa, bitte!
Tadeuz Jalocha

Das Bauhaus hat eine lange Tradition in Chile. Die Diktatur unter Augusto Pinochet verleugnete dann das architektonische Erbe aus Deutschland, und heute bedroht die Immobilienwirtschaft dessen letzte Reste. Doch es gibt Hoffnung.

kuchengespenst 24.03.2014, 12:57
1. Das sind doch einfach nur ...

... potthässliche Betonklötze, die man sich jetzt, historisch verbrämt, schön zu reden versucht.

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jowal 24.03.2014, 13:16
2. Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Bauhaus ist ursprünglich aus ehrenwerten Motiven heraus entstanden. Was daraus leider in vielen Fällen entstand ist oft unästhetisch bis hin zu menschenverachtend (siehe "Gropiusstadt").
In diesem Sinne ein gescheiterter Ansatz, der keine Schönrednerei verdient, sondern ein Überdenken und neue Ansätze zu einer menschenwürdigen Architektur.

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raber 24.03.2014, 13:21
3. Architekturvielfalt mit hässlichem Bauhaus

Schön, angenehm oder harmonisch können diese Bauhaus-Bilder nicht genannt werden. Da kann ich gut verstehen wenn eine andere Architektur sie ersetzt. Allerdings sollten die bestehenden Bauten schon erhalten bleiben und so die Architekturvielfalt und das Strassenbild mitbilden.

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W. Robert 24.03.2014, 14:22
4. Industrie-Architektur

„Bauhaus“ ist in erster Linie Industrie-Architektur, und hat mehrere Varianten. Da ist die Bauhaus-Villa im Grünen für die Privilegierten, die Reihenhaussiedlung für die Angestellten, und natürlich die Plattenbauweise für den Pöbel. Die Gemeinsamkeit sind geometrisch-dekorative Elemente, die den reinen „Funktionalismus“ kaschieren sollen.
Die Art der Architektur prägt jedenfalls die Mentalität der Bewohner. Die großen Glasflächen der Bauhaus-Villen erzeugen zumindest bei mir ein Gefühl der Unsicherheit, man fühlt sich irgendwie beobachtet, und das Gefühl der Geborgenheit will sich einfach nicht einstellen. Picasso wusste schon weshalb er in „klassischen“ Villen lebte und nicht in diesen Beton-Schaukästen.

Die „Beamten-und Angestellten-Siedlungen“ für die untere Mittelschicht sind in der Regel ein reglementierter Albtraum zwecks Gleichschaltung und Bevormundung durch rigorosen“Nachbarschaftsregeln“, eine Selbstentfaltung ist da praktisch unmöglich.
Am untersten Ende der Skala sind dann die Plattenbauten mit ihren destruktiven sozialen Folgen, und wer immer kann, der vermeidet es, dort zu wohnen und versucht, irgendwo im Altbau unterzukommen.

Insgesamt muss dieser „Moderne“ ein verheerendes Zeugnis ausgestellt werden, und immer mehr Menschen wissen wieder die Individualität der Bauten aus der Epoche der Handwerker-und Bauerngesellschaft zu schätzen, wie sie sich in den historischen Stadtkernen und auf dem Land erhalten hat. Das Bauhaus war also eine gigantische Attacke auf die Individualität zugunsten der industriellen Normierung, und es wird Zeit, sich von dieser dystopischen Vision einer gleichgeschalteten Gesellschaft zu verabschieden.

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