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Begriffschaos: Nicht alles, was brennt, ist Anarchie
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90 Prozent der Politik besteht aus Wortgefummel. Nach dem G20-Elend hoch im Kurs: das Rumgeschmeiße mit dem Anarchie-Begriff. Keine gute Idee.

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Olaf Köhler 13.07.2017, 09:46
180. Begriffe begriffen?

Das ist nur ein Beispiel: Heute diskutiert doch jeder über irgendwas, ohne eigentlich genau zu wissen, was der Begriff eigentlich bedeutet. Dazu kommt, dass jeder eine andere Definition im Kopf hat - aber jeder hat recht.
Zur Anarchie: Leider ist der Mensch nicht in der Lage, ohne Regeln und Gesetze friedlich mit seinesgleichen auszukommen. Und das klappt auch nicht immer. Das beginnt bei "Kleinigkeiten" wie im Straßenverkehr, da wird zu schnell gefahren, wenn nicht die Gefahr besteht, dafür zur Verantwortung gezogen zu werden, da wird "gerafft" was geht, wenn man nicht erwischt werden kann, gelogen und betrogen, wenn es dem eigenen Nutzen dient. Goethe wünschte sich ja auch, edel sei der Mensch, hilfreich und gut - schön wäre das ja.

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christianredöhl 13.07.2017, 09:52
181. Anomie passt als Ausdruck für Gesetzlosigkeit, Chaos,

Anarchie nicht, dadrauf haben Sie dankenswerterweise hingewiesen.
Allerdings ist mein Eindruck, daß auch manche selbsternannten Anarchisten den Begriff Anarchie/Anarchismus falsch verstehen. Nomos=Gesetz, Anomie = Gesetzlosigkeit, Unordnung.
Und noch ein kleiner Buchtipp: Hermann Amborn: Das Recht als Hort der Anarchie.

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