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Begriffschaos: Nicht alles, was brennt, ist Anarchie
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90 Prozent der Politik besteht aus Wortgefummel. Nach dem G20-Elend hoch im Kurs: das Rumgeschmeiße mit dem Anarchie-Begriff. Keine gute Idee.

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DadaSiggi 11.07.2017, 22:19
60. Irgendwie Wortklauberei

Sicherlich haben Sie Recht mit dem, was Sie über den Begriff Anarchie sagen. Aber er wird zu 90% so verstanden wie er von der Presse verwendet wurde, nämlich, dass Anarchie mit zügelloser Gewalt gleichgesetzt wird.
Das ist so ähnlich wie mit dem Wort Phobie. Das wird auch immer falsch verwendet in dem man es dem Homo- bzw. dem Islamo- nachstellt und eigentlich Ablehnung oder ähnliches meint.
Also nett von Ihnen das Wort noch mal zu erklären, hilft aber auch nicht, den linken Irrsinn in Hamburg zu erklären, noch zu relativieren.

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Aberlour A ' Bunadh 11.07.2017, 22:24
61. Ordnung ohne Herrschaft

Zitat von doubletrouble2
Anarchisten wollen Ordnung ohne Herrschaft, doch wann hat es das je gegeben ? Während des spanischen Bürgerkrieges, angeblich in selbstverwalteten Gebieten in Andalusien und Barcelona. Abgesehen davon ist die Faktenlage ernüchternd. Natürlich tobten in Hamburg keine Anarchisten, sondern Freizeit-Terroristen, doch ohne Ordnungsmacht, würden sie heute noch zündeln. Abgesehen davon ist es ja wohl so, dass die Verhältnisse den Menschen prägen und nicht umgekehrt der Mensch seine Verhältnisse frei wählen kann. Was also bedeutet Frau Stokowskis Argumentation ? Wenn wir nur alle Anarchie wollen würden, wäre die Welt eine bessere ? So naiv kann sie nicht sein.
Wenn sich Menschen in freiwilliger Übereinkunft Regeln geben, dann haben wir Ordnung ohne Herrschaft. So wurden z.B. die sogenannten Commons in England über Jahrhunderte erfolgreich bewirtschaftet.

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mazzeltov 11.07.2017, 23:25
62. Danke...

... für die Klarstellung. Wir wollen trotzdem, auch im Dienst der guten Sache nicht vergessen - auch diese etwas anderen, durchaus gewalttätigeren Vorstellungen hat es in der Geschichte des Anarchismus gegeben: Most: Revolutionäre Kriegswissenschaft); auch Stirners Einziger und seine Eigentum zählt ebenfalls noch zu den anarchistischen Klassikern und ist nicht eben unbedingt altruistisch und solidarisch... Aber Schwamm drüber. Mir ist auch die Spielart deutlich sympathischer, die aus gegenseitiger Hilfe besteht und auf Respekt vor dem anderen beruht - und die Sie hier herausstellen.

Schade ist nur: Es wird Ihnen keiner zuhören wollen. Nicht bei dem Thema, und erst recht nicht jetzt.

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mazzeltov 11.07.2017, 23:44
63.

Zitat von Thomas Kossatz
[...] Was lehrt Hamburg? Anarchie ist nicht machbar, Frau Nachbar. Aber träumen ist ja nicht verboten.
Ich lese aus dem letzten Absatz (Wenn in dieser ganzen G20-Sache etwas anarchistisch war, dann die Aufräumaktion der Leute, die sich hinterher auf den Straßen zum Aufräumen trafen: und dem, was Sie in Ihrer Antwort erwidern, vor allem Eins:

Wenn sie stattfindet, die Anarchie, guckt anscheinend keiner hin.

Kein Wunder, dass sie alle für reine Utopie halten.

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derbarde 11.07.2017, 23:53
64. Vielen Dank ...

... für diese mehr als notwendige Klarstellung. Wenn ich mich heute in Facebook zum Anarchismus bekenne, habe ich morgen den Verfassungsschutz am Hals, weil die, die Verfassung schützen sollen, leider keine Ahnung von geschichtlichen Strängen haben, die diese Verfassung überhaupt möglich gemacht haben. Der Anarchismus hat seinen Anteil daran. Und allen, die Menschen madig machen, die sich mit Utopien beschäftigen, sei eines gesagt: Ohne Utopien gäbe es dieses Online-Forum nicht, in dem man sich über Utopisten beschweren kann. Und kein iPhone. Und nicht einmal Wahlen - auch wenn das noch nicht die ultima ratio der Demokratie ist. Wer aufhört, Utopien zuzulassen, tja, für den gibt es nur noch die Kaffeewerbung: Es soll alles bleiben, wie es ist. Eine berauschende Vorstellung.

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willibaldus 12.07.2017, 01:09
65.

Ein schönes Bild.
Wer waren dann die LEute, die gegen die Staatsgewalt, Personen und Dinge um sich herum Gewalt angewendet haben?
Wo immer es in der Vergangenheit gelungen ist, die bestehende Staatsgewalt komplett zu zerstören, war Anomie die Folge. Wer kann das wollen?

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lsdeep2000@aol.com 12.07.2017, 01:17
66. mal wieder

da wird nun wieder halbwissen zum thema in eine "nicht klugscheisserische" kolumne verwurstet!
wenn man das ganze mal etwas clever angegangen waere haette man hier durchaus was gutes lesen koennen.
wie zum beispiel: "Anomie ist nicht Chaos und Anarchie" (kann man ja noch aufwerten). und dann mal mit dem "ist" und "interpretiert" der begriffe beschaeftigt.
"chaos und anarchie" macht natuerlich mehr her, "anomie" sagt wahrscheinlich 75% der leser null. haben ja auch all ihre kollegen versiebt. nicht weinen, sie sind nicht allein.
wenn man schon klugschnackt, obwohl man ja sagt man dummschnackt (da man ja sagt man will nicht klugschnacken), dann sollte man das themawissen haben um beim klugschnaacken nicht wie ein oberdummschnacker rueberzukommen!
schoenen abend noch...

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Urban Spaceman 12.07.2017, 01:45
67. Nicht "klugschnacken"?

Selten habe ich so einen Unsinn gelesen. Das Thema ist ernst. Darüber sollte keine Journalistin schreiben, die schlicht keine Ahnung hat.

Schon die depperte Formulierung: "Mir ist keine einzige anarchistische Theorie bekannt, in der brennende Autos vorkämen." zeigt das.

Das liegt vielleicht einfach daran, dass der Anarchismus lange vor dem Auto erfunden wurde:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_anarchistischer_Attentate

Frau Stokowski sollte eher bei "Mein schöner Garten" oder bei der "Freizeit-Revue" anheuern. Aber wahrscheinlich könnte sie da gar nicht landen, weil ihr Stil verrät, dass sie selbst triviale Themen nicht meistert, sondern bestenfalls flapsiges, substanzloses und klugschnackendes Gewäsch produziert.

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Urban Spaceman 12.07.2017, 02:30
68.

Zitat von Nostro Mo
Und so sieht es also aus, wenn Diskussionen um politische Ideen von Leuten geführt werden, deren geistige Fakultäten schon mit der Tagespresse überfordert sind. Da produziert Stokowski mit ihrer üblichen Substanzlosigkeit einen Essay, in dem sie sowohl ihre komplette Ahnungslosigkeit angesichts der theoretischen Auseinandersetzung einflussreicher anarchistischer Denker wie Netschajew oder Galleani mit den Perspektiven politischer Gewalt, als auch ihre Unfähigkeit zur grundlegenden Recherche demonstriert, und selbst dieses abgrundtiefe Niveau wird in der Kommentarspalte noch einmal saftig unterboten. ("Im Duden steht aber...") Ach, Philosophie. Mir wird ganz elend.
Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist doch komisch: Wenn die Waschmaschine oder die Heizung defekt sind, dann holt man einen Spezialisten und nicht irgend einen Maulhelden, der von der Materie nichts versteht.

Ich gehöre noch zu der Generation, die Vorlesungen bei Habermas gehört hat. Da ist man dann im Anschluss inspiriert raus gegangen und hat versucht, die Dinge kritisch zu prüfen und zu ordnen. So etwas dauert.

Man sollte die Demut haben, sich zu einem Thema nur zu äußern, wenn man auch ein wenig Ahnung davon hat.

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removegovernments 12.07.2017, 05:32
69. Es gibt viele verschiedene Arten des Anarchismus

z.B. der Anarcho-Kommunismus.
Anarcho-Kommunismus (auch bekannt als anarchistischer Kommunismus, freier Kommunismus, libertischer Kommunismus und kommunistischer Anarchismus) ist eine Theorie des Anarchismus, welche die Abschaffung des Staates, des Kapitalismus, der Lohnarbeit und des Privateigentums (unter Beibehaltung der Achtung von persönlichem Eigentum) befürwortet.
Des weiteren besteht gemeinsamer Eigentum an den Produktionsmitteln, direkte Demokratie und ein horizontales Netzwerk von freiwilligen Vereinigungen und Arbeiterräten mit Produktion und Verbrauch auf der Grundlage des Leitprinzips: "von jedem nach seiner Fähigkeit, jedem nach seinem Bedürfnis"

Das waere die glatte Hölle für unsere controlfreaks!

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