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Belästigungsvorwürfe: Amazon suspendiert Chef der Unterhaltungssparte
AP

Die Weinstein-Affäre durchzieht die Filmbranche. Nun hat auch Amazon auf Belästigungsvorwürfe reagieren müssen und Studioleiter Roy Price mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Newspeak 13.10.2017, 10:07
1. ...

"I told the head of your studio that HW raped me. Over & over I said it. He said it hadn’t been proven. I said I was the proof."

Wenn diese Schauspielerin ihr Leid ueber Twitter beklagen kann, das natuerliche Portal um schwerste Verletzungen der persoenlichen Freiheit zu beklagen, warum dann keine oeffentliche Anzeige bei der Polizei? "I was the proof" ist voelliger Unsinn, das hat ein Gericht festzustellen, zumal bei einer mutmasslichen Straftat, die das Leben eines Menschen fuer immer ruinieren kann. Ich kann diese Frau nicht ernstnehmen.

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oidahund 13.10.2017, 10:31
2.

Warum solche Vorverurteilungen? - ME ist die Reaktion richtig: ob etwas ein Beweis ist entscheidet ein Gericht - gerade wenn es um persönliche Anschuldigungen geht. Hoffentlich haben wir in Deutschalnd etwas aus den Fällen Kachelmann und Lohfink gelernt! Jeder hat als unschuldig zu gelten bis zum Beweis (und dem Urteil) des Gegenteils!

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Akonda 13.10.2017, 10:47
3.

Ja, das ist richtig mit der Unschuldsvermutung. Nur ist es bei Weinstein so, dass es nicht EINE Frau war, die ihn beschuldigte und dass es in der Branche ja offensichtlich bekannt ist, was für ein Typ das ist. Nicht einmal seine Frau wollte bei ihm bleiben, und SIE, die ihn gar nicht kennen, verteidigen ihn? Über eine Verurteilung müssen doch Sie sich keine Sorgen machen, die wird schon folgen.

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Sueme 13.10.2017, 11:39
4.

Zitat von Akonda
Ja, das ist richtig mit der Unschuldsvermutung. Nur ist es bei Weinstein so, dass es nicht EINE Frau war, die ihn beschuldigte und dass es in der Branche ja offensichtlich bekannt ist, was für ein Typ das ist. Nicht einmal seine Frau wollte bei ihm bleiben, und SIE, die ihn gar nicht kennen, verteidigen ihn? Über eine Verurteilung müssen doch Sie sich keine Sorgen machen, die wird schon folgen.
Es geht hier aber nicht um Weinstein sondern um Roy Price, und dessen korrekte Aussage das es damals noch keinen Beweis für eine Vergewaltigung durch Weinstein gab, bzw ja auch immer noch nicht gibt. Das er (Roy Price) jetzt als Opferlamm herhalten muss um die hysterischen und berufsbetroffenen Internetkrieger ruhig zustellen empfinde ich eher als peinlich denn beruhigend. Denn wenn wir es korrekt betrachten war die reine Aussage von Rose McGowan eben kein Beweis sondern erst einmal nur eine Beschuldigung. Da Frau McGowan es seinerzeit auch nicht für nötig empfunden hat Strafanzeige gegen Weinstein zustellen konnte man damals erst einmal davon ausgehen das die Aussage als solche auch etwas übertrieben ist. Inzwischen, auch auf Grund dessen das sich noch mehr Frauen ähnlich geäußert haben, sollte man die Aussage mit anderen Augen betrachten.

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vanessa_steining 13.10.2017, 14:51
5. Was der Artikel verschweigt ...

Leider wird im Artikel nicht erwähnt, dass Roy Price nicht allein wegen Rose McGowans Aussage suspendiert wurde, sondern u.a. auch aufgrund seines Verhaltens im Juli 2015 gegenüber einer Produzentin, die dies unverzüglich anderen Amazon-Führungskräften mitgeteilt hat. Jedoch hatte das damals keine Konsequenzen.

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Schweizer 17.10.2017, 17:58
6. Ist sexuelle Belästigung oder Gewalt ein Grund für Selbstjustiz?

Fast immer wenn es um sexuelle Belästigung oder gar Gewalt geht, wird von vielen Frauen die Berechtigung für Selbstjustiz gefordert.
Nichts anderes ist es, wenn es erlaubt sein soll, andere Menschen öffentlich Straftaten zu bezichtigen.
Das stört mich als Mann dem es nie einfallen würde, mit einer Frau gegen ihren Willen sexuelle zu verkehren, ganz erheblich.

Um es deutlich zu sagen: Ich bin dafür solche Typen ihrer gerechten Strafe zu zu führen!
Diese Strafe ist normal aber das Gefängnis und nicht die Blosstellung über die Medien. Und auch nicht der finanzielle Ruin bevor sie verurteilt sind...

In Ausnahmefällen wie Weinstein kann ich verstehen, wenn Frauen an die Öffentlichkeit gehen um den Stein ins Rollen zu bringen. Aber spätestens wenn die Geschichte raus ist, wäre es Zeit Anzeige zu erstatten.

Das ein Journalist die verständliche aber mit einem Rechtsstaat nicht zu vereinbarende Vorstellung eines mutmasslichen Opfers ein Konzern mögen den mutmasslichen (!) Täter strafen, kommentarlos beschreibt, ist unsagbar und leistet der Vorstellung mancher Frau bei diesen Dingen zähle ihr Gefühl und nicht das Urteil eines Gerichts Vorschub.

Was meines Erachtens auch zu Kurz kommt, ist die Tatsache, dass nicht wenige Frauen sich berufliches oder finanzielles Fortkommen durch sexuelle Gefälligkeiten "erkaufen". Das ist keine Rechtfertigung für Täter aber es ist zu berücksichtigen wenn darüber gesprochen wird, es sei ihnen zur Gewohnheit geworden, sexuelle Gefälligkeiten zu erwarten.
Denn die Darstellung von Männern als Täter und Frauen als Opfer greift zu kurz.

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