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Berlin-"Tatort" über Reproduktionsmedizin: Babykram!
rbb/ Gordon Muehle

Die Kinderwunschklinik als Frankensteins Labor? Die Berliner Ermittler hetzen durch einen Krimi über die Reproduktionsmedizin, der zu naiven Vergleichen einlädt. So darf ein "Tatort" im Jahr 2017 nicht aussehen.

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hahnenbusch 11.12.2017, 12:12
10. Symbole

Der Eisatz von visuellen Symbolen ist gekünstelt, gleichsam eine Demonstration des Regisseurs, seines visuellen Könnens. Ein Beispiel ist die ständige U Bahnfahrt in schnellen Bildwechseln schon zu Beginn und immer wieder, bis endend zur „Himmelfahrt“. Dann der museale Gang des Täters durch die U Bahnstationen. Weiter die Badewanne einzel stehend gleichsam eines Opferstocks in sakraler Raumgrösse. Später ein weiterer Großraum mit Grossleinwand und Kirchenstimmung, das Heiligenbild wie zu Weihnachten. Dies alles hat keine inhaltliche Logik zur Tat, ist doch die Motivation des Täters ganz banal und nicht religiös. Dabei überschreitet die Spielzeit der U Bahn Szenerie maßlos den handlungsspezifischen Tatort Zeitrahmen.

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jpvee 11.12.2017, 13:13
11. Nicht Bach

Zitat von ancoats
[...] gegen Ende mal wieder zu dick aufgetragen wurde (Bachs Air als Begleitmusik zum theatralisch inszenierten Feuertod, [...]
Leider danebengetippt; es war nicht Bach, sondern Albinoni (bzw. wenn man's ganz genau nimmt, Giazotto).

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ancoats 11.12.2017, 14:29
12.

Zitat von jpvee
Leider danebengetippt; es war nicht Bach, sondern Albinoni (bzw. wenn man's ganz genau nimmt, Giazotto).
Oh je, Schande über mein Haupt, wie peinlich.... Sie haben natürlich vollinhaltlich recht.

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salamicus 11.12.2017, 22:15
13. Bachs Air?

Nö, das war Remo Giazottos Adagio in g-moll (irrtümlich Tomaso Albinoni zugeschrieben).

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Max Dralle 11.12.2017, 22:38
14.

Im Gegensatz zu anderen hier gehe ich in meinem Urteil über den Sonntagskrimi häufig zumindest streckenweise mit Herrn Buß konform. Diesmal kann ich seine Kritik allerdings nur schwer nachvollziehen. Warum sollte ein fiktionaler Film realitätsgetreuer mit dem Thema Reproduktionsmedizin umgehen? Meinetwegen hätte das Ganze sogar noch ein gutes Stück 'frankensteiniger' dargestellt werden können. Hätte dem Unterhaltungswert sicher nicht geschadet. Der ist eher dadurch beeinträchtig worden, dass man recht schnell vermuten konnte, wer der Drahtzieher hinter dem manischen Schlüsselmeister ist, und das die Vermutung bestätigende Motiv dann auch zu schnell geliefert worden ist. Kann man zwar machen, aber nur, wenn das Finale zum Ausgleich dafür so richtig kracht. Das war für meinen Geschmack leider nicht der Fall. Beeindruckt hat mich aber auf jeden Fall Christoph Bach. Auch die visuelle Umsetzung der Gesichte hat mir gefallen.

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woswoistndu 12.12.2017, 12:38
15. Da dichtet

also Herr Buß dem Tatort wieder einen gesellschaftspolitischen Auftrag an. Was soll das bitte? Selbst gebührenfinanziertes Fernsehen darf nach meiner Meinung unterhaltend sein und muss auch keinem Bildungsansatz folgen. Zugegeben, einiges wirkte ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Unterhaltend war der Streifen allerdings und das in erster Linie wegen der wirklich guten Schauspieler. Für Ihre verfehlte Einschätzung, lieber Herr Buß, von mir 2 von 10 Punkten.

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