Forum: Kultur
Berliner Ambitionen: Die eingebildete Weltstadt
DPA

Berlin boomt und zieht immer mehr Touristen aus aller Welt an. Das verleitet seine Politiker zu einem folgenschweren Irrtum: Sie glauben, Berlin sei eine Weltstadt - heute und schon immer gewesen.

Seite 1 von 38
nofreemen 27.03.2015, 11:55
1. warum nicht wenn es gut tut

Los Angeles ist das grösste Dorf der westlichen Welt und Berlin ist für Deutsche eine Weltstadt.

Beitrag melden
ironcock_mcsteele 27.03.2015, 11:58
2. Beta-Stadt

Andere Weltstädte sind Zentrum des Handels und der Finanzen. Berlin ist nur politische Machtzentrale und die ist künstlich, kann man auch einem Dorf bei Köln übergeben.

Für eine Beta-Stadt reicht es, an Deutschland einzige Alpha-Stadt Frankfurt wird Berlin nie rankommen
http://en.wikipedia.org/wiki/Global_city

Beitrag melden
Mach999 27.03.2015, 12:04
3.

Danke für diese klare Aussage. Ich liebe Berlin, ich lebe in Berlin, ich mag die Größe von Berlin, die Menschen, das Grüne, das Graue, den Dreck und die herausgeputzten Straßen, das riesige kulturelle Angebot, die Museen, die Theater, die Ausstellungen, die Konzerte, die kleinen und die großen Clubs, die Vernissagen und Partys in irgendwelchen Hinterhöfen. Ich will in keiner anderen Stadt leben. Aber als Weltstadt habe ich Berlin nie begriffen, und werde ich Berlin auch nie begreifen.

Nichts ist peinlicher, als sich selbst zur Weltstadt hochzujubeln. Man ist es oder man ist es nicht; aber man macht sich nicht selbst dazu. Das ist provinziell.

Beitrag melden
fd2fd 27.03.2015, 12:05
4. Einfache Lösung

Berlin muss einfach der Geldhahn zu gedreht werden. Dann ist die Stadt innerhalb weniger Minuten pleite und dort wo sie hingehört - auf den Boden der Tatsachen. Berlin gönnt sich auf Kosten aller anderen (Länder , Gemeinden) freie Kitaplätze, kostenloser ÖPNV für Geringverdiener, riesige Bahnhöfe und Flughäfen. Das muss endlich ein Ende haben. Berlin soll seine Schulden zurückzahlen und dann mit seinem eigenen Geld haushalten. Sämtliche Unterstützungen müssen abgeschafft werden, das gilt auch für andere Länder (Soli). Berlin aber kassiert über den Bund zusätzlich noch 'Hauptstadtförderung'

Beitrag melden
gekreuzigt 27.03.2015, 12:05
5. Wie originell.

Berlin-Bashing. Wer das jetzt auch schon mitbekommen hat, arbeitet sicher bei einer wichtigen Illustrierten in D.

Beitrag melden
Berliner42 27.03.2015, 12:06
6.

Die Ausstellung "Welt der Sprachen" wäre mir natürlich auch lieber als diese Nabelschau. Trotzdem ist der Artikel eigentlich nur mißgünstig und merkwürdig paradox. Denn wer Weltstädtigkeit anzweifelt, sollte nicht in kleinkarierter Borniertheit das wirklich bedeutende Ethnologische Musesum auf "Südsee-Boote und andere Objekte ihrer außereuropäischen Sammlungen" reduzieren.

Daß ein taz-Schreiber das Schloß nicht will, ist ja klar. Ich will es. Aber daß ein taz-Schreiber den Weltstadt-Status an der Anzahl der Autos festmacht, ist ja nun ziemlich merkwürdig.

Und ja, den Berlinern ist dieser angebliche Status ziemlich egal. Man nimmt einfach zur Kenntnis, daß die Stadt voll von Touristen ist und fertig.

Beitrag melden
bepamo 27.03.2015, 12:06
7. Ja und nun,

nur weil wir in Deutschland überhaupt keine Weltstadt hatten oder haben, darf Berlin nun keine werden? Natürlich aus Hamburger Sicht verständlich. Dennoch ist Berlin die einzige Stadt in Deutschland, die überall die weltweit bekannte Piefigkeit Deutschlands zumindest teilweise überdecken kann und zu einem noch positiveren Deutschland-Bild in der Welt entscheidend beitragen kann. Das das nicht jedem in D schmeckt, insbesondere im Norden und Süden der Republik ist bekannt aber villeicht nicht immer so wichtig.
Im Übrigen wissen viele heutige oder traditionelle Weltstädte jetzt schon, dass sie von boomenden Megacities in heutigen Zweit-oder Drittweltstaaten in Zukunft klar distanziert werden.
Für Europa aber, kommt man nach London und auch nur teilweise Paris ( nur der Innenstadtkern ) nicht an Berlin vorbei.

Beitrag melden
Hornblower 27.03.2015, 12:08
8. Berlin

ist schon ganz schön, nicht zu spät gekommen sondern besiedelt von sehr eigensinnigen Leuten, auch manchen Preussen oder Prussen.
Wie kann man Kaiser Wilhelm und Hitler in einen Topf werfen?
Gott ja, die Preussen hatten einen Friedrich den II, dem selbst Russland in Gestalt des Zaren Peter huldigte und nicht zu vergessen KANT und der ist aus Königsberg nie raus. War wohl zurecht der Meinung, die Welt solle zu ihm kommen.
Wenn nun die Welt nicht nach Berlin kommt, auch nicht schlimm für die Berliner, die kommen ganz gut mit sich selbst zurecht.
Ach so, am Rande: das Geheimnis von Transcendenz ist nicht Weltläufigkeit.
Womit ich nichts gegen Weltläufigkeit sagen will.
Berlin ist also nicht bieder, wie ich übrigens auch anfangs dachte, nicht bar jeder Monumentalität aber voller Transcendentalität, siehe auch den Berliner Dom.
War ich doch mal auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, als da liegt z.B. ganz bescheiden ein Fichte, ein Hegel, jetzt Christa Wolf? etc.
Wer die Deutschen nicht mag soll doch bitte woanders glücklich werden.

Beitrag melden
JeffD 27.03.2015, 12:09
9. Weltstadt?

Berlins Mitte ist sicher irgendwie Weltstadt, Spandau und andere Außenbezirke dagegen nicht. Für eine "Weltstadt" würde ich mir als Anwohner auch weniger Dreck und Hundescheiße überall wünschen. Ob die Junkies und Bettler in jedem U-Bahnhof Merkmal einer "Weltstadt" sind oder nicht, da bin ich mir noch nicht sicher. Bei den Zigeunerhorden auch nicht.

Beitrag melden
Seite 1 von 38
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!