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Berliner Architektur: Eine einzige Bausünde
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Es gibt kaum Stil im Alltag, es gibt kaum Hunger nach Schönheit: In Berlin entstehen massenhaft hässliche Gebäude - doch niemand regt sich darüber auf.

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Berg 01.08.2014, 17:14
40.

Zitat von der Bulle
Die Verschandelung greift auch am Rand von Berlin um sich. Die Insel Schwanwerder ist Dank des Protzbaus von Neureichen in Ihrer Ansicht zerstört! NCC quetscht hässliche 80er Jahre Häuser auf jeden Fleck, den Sie kaufen können. Die Verschandelung ist überall auszumachen. Behutsame Stadterneuerung sieht anders aus.
Nun bitte beschreiben Sie doch mal, wie "behutsame Stadterneuerung" Ihrer Meinung nach aussehen sollte!

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paddyman 01.08.2014, 17:16
41. Und das doofe Schloss?

Zitat von sysop
Es gibt kaum Stil im Alltag, es gibt kaum Hunger nach Schönheit: In Berlin entstehen massenhaft hässliche Gebäude - doch niemand regt sich darüber auf.
Lieber ein paar Pappschachteln, die nach 30 Jahren wieder abgerissen werden, als ein doofes, staubfängerisches und nachgebautes Imperialistenschloss, für das ein wahres Kunstwerk (Palast der Republik) geopfert werden musste.

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vertitude 01.08.2014, 17:18
42. Nicht-Berliner können nicht urteilen!!!

Zitat von kle242
Wer soll sich aufregen? Im Osten ist man durch die Gewöhnung an Plattenvauten abgehärtet und wird sowas als hübsch oder zumindest halb so wild einstufen.
Niemand regt sich darüber auf? Das soll wohl ein Witz sein! Seit Jahren wird die Stadt Berlin an den Höchstbietendenverkauft, in den besten Lagen entstehen die hässlichsten Bürogebäude, vom Ufer der Spree werden alternative Projekte (Oststrand, Yaam…) verjagt um dort wiederum sehr fragwürdige Luxusobjekte zu bauen, am liebsten mit exklusivem Uferzugang, ehemalige Mietwohnungen in Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte werden zusammengelegt und mit Luxusausstattung verkauft. Nicht selten an Leute bzw. Firmen, welche die Objekte nicht mal selbst nutzen. Selbst in meinem Haus gibt es 2 Ferienwohnungen, die einer italienischen Firma gehören und zu unverschämten Preisen vermietet werden. Wem dient es? Den wohlhabenden Investoren und der vertrauensunwürdigen Berliner Regierung, welche die Bürger um ihre Möglichkeiten betrügt. Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat gezeigt, dass den Berlinern mitnichten ihre Stadt egal ist, dass sie nicht bereit sind, öffentlichen Grund und Boden fragwürdigen Projekten und Bauvorhaben zu opfern und dass sie, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, gegen die Regierung vorgeht. Auch zum Projekt Media-Spree gab es genug Widerstand – aber es ist den Herren da oben schlichtweg EGAL!
Was kann man machen? Nach dem Krieg waren alle froh, dass auf dem zerbombten Nichts Wohnungen entstanden sind, auch wenn diese architektonisch nicht zur ästhetischen Zufriedenheit gereichen. Doch, wohl gemerkt, überall in der Welt gibt es Plattenbauten! Nicht nur in Ostberlin! Sondern auch in Paris, Italien, in den USA! Also hört endlich auf mit dem Plattenbauten-Ostberlin-Gequengele. Und jetzt, wo man die Gelegenheit hat, die letzten Baulücken mit was Sinnvollem zu füllen, da scheitert es an sogenannten modernen Entwürfen, in die das xte unnötige Shoppingcenter zieht (siehe Großprojekt Leipziger Straße / Potsdamer Platz). Was kann man da tun? Bei jedem Häuserneubau demonstrieren gehen? Fragen Sie Herrn Wowereit, ob ihn das wirklich interessieren würde. Fragen Sie ihn, welche Regularien gelten bei Neubauten (zum Thema ästhetischer und sinnvoller Einfügung in das Umfeld und Nutzungszweck)!!! Keine wahrscheinlich!

MfG

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Berg 01.08.2014, 17:19
43.

Zitat von inhabitant001
Und die Spitze gegen das Stadtschloss verstehe wer will. Wenn man einen architektonisch hochwertigen Stadtraum wünscht dann istd as Schloss ohne Alternative. Schließlich bezieht sich die gesamte Umgebung auf das Schloss! Es wird so laufen wie mit der Dresdner Frauenkirche. Erst gibt es viele Kritiker, und am Schluß wird jeder bemerken das an diese Stelle nur dieser eine Bau gehört. Dieselbe Wahrnehmung wird es mit dem Schloss geben.
Danke von einem Dresdner für diesen Hinweis. Ja, dieser Kirchen-Wiederaufbau ist einmalig, großartig und unwiederholbar und er zog Investoren für den Aufbau des Neumarktes an - dies allerdings 95% nach altem Vorbild! Und das ist keine Architekturkunst, sondern ein einfaches Abmalen vergilbter Ansichtskarten.

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schikki 01.08.2014, 17:21
44. Keiner regt sich auf?

Von wegen! Ich, wie viele in meinem Umfeld verabscheuen diese inhumanen, einfallslosen Zweckbauten.
Hauptsache Investition, denken sich Senat und Bezirksverwaltung wohl. Egal wie es ausschaut, ob es städtebaulich verträglich oder bereichernd ist - eine Klotzschande nach der anderen wird da genehmigt.
Aber da sind ja noch die anderen, wesentlicheren Verantwortlichen. Von den Bauherren bzw. Ihren Maximen brauchen wir wohl nicht reden, sich schämen sollten sich insbesondere die Architekten. Abstoßend fantasielos, offensichtlich ohne Interesse Erbauliches zu erstreiten gegen vermeintlich engem Finanzkorsett.
Schon die 'Bundesschlange' war bzw. ist eine Schande. Aus dem gecharterten Helikopter mag sie sich als Hingucker durch den Tiergarten winden. Doch auf der Ebene des bodenständigen Betrachters deprimiert der Blick auf gefängnisartige Einförmigkeit. Mögen die Wohneinheiten auch geniale Finessen vorhalten - die Sprache des Sichtbaren ist genauso abweisend und brutal wie bei den vielen anderen Beispielen am Haupt- oder Ostbahnhof und sonstwo in Berlin.

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brooklyner 01.08.2014, 17:22
45.

Zitat von cw.spiegel
Da ich geschäftlich sehr viel unterwegs bin, und mir sehr gerne dabei die Städte auch anschaue. Kann ich sagen das es auf viele Orte in Deutschland zutrifft. Ich selbst lebe in München, und es wird immer schlimmer. Selbst schöne Bauten mit Stuck werden vehement gemeidet. Man sollte sich ein Beispiel an Barcelona nehmen, dort wird mit Innovationen von Architektur nicht gespart.
Das hatte ich mich auch gefragt, warum in Spanien so viel wirklich innovative Architektur entstand, während hier eben solche Totalausfälle wie das Alexa verbrochen wurden. Aber es ist wohl leider so, dass diese spanischen Bauten sehr teuer waren und eben auch auf Pump finanziert wurden, bis dann Spanien fast vor dem Kollaps stand. Immerhin stehen die Gebäude und man kann sie bewundern, während viel Geld einfach verpufft zu sein scheint.

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naftialmani 01.08.2014, 17:23
46. Präpotenz-Frust

Ich meine, es brach aus Herrn Diez einfach so heraus, wie es verständlicherweise vielen geht, die in dieser Stadt, in der alles, vor allem die Bauten, zu groß gerät und die sich selbst, überheblich, viel zu wichtig nimmt, leben müssen. Und in der man ständig belehrt wird über angeblich richtiges Verhalten und richtigen Sprachgebrauch. Glücklicherweise ist Berlin nicht stilbildend, in keiner Hinsicht. Was ich allerdings zu wünschen wage, ist, dass man wenigstens den Mut und das Geld aufbringt, die verbuddelten Glaselemente des nicht vollendeten Hauptbahnhofdach auszugraben und zu montieren; sind doch "Peanuts" angesichts des BER-Debakels.

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Berg 01.08.2014, 17:24
47.

Zitat von NauMax
Mit der rekonstruierten Fassade eines Historischen Gebäudes als der leerstehende asbestverseuchte Palazzo Protzo.
Der Palast ist weg, Verehrtester! Ihr Nachtreten ist sinnlos! - Inzwischen hegen ungezählte Leute Erinnerungen an ihre vergnüglichen Stunden, an die Konzerte, die Kegelabende, die Treffs im Eiscafé - alles keineswegs "Protzo"!! Wenn man es nur schaffen würde, das Stadtschloss auch nur annähernd so mit Menschen zu füllen.

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harry099 01.08.2014, 17:24
48. in berlin wurde die chance vertan,

für deutschland und europa eine hauptstadt für das 21.jahrhundert zu bauen. nie wieder wird in deutschland soviel geld in den aufbau einer stadt fliessen wie in berlin. doch was unter der führung des senatsbaudirektors s. entstand, war der peinliche versuch, mit form und material an preussens gloria anzuknüpfen. alles viel zu vordergründig und unsubstantiiert. kein wort von nachaltigem bauen, kein wort von zukünftigen wohnformen, kein wort von neuen mobilitätskonzepten. stattdessen phantasielose replikation steinerner fassaden (dummerweise noch mit steinen unterschiedlicher provenienz) mit stehenden fensterformaten, deren fläche im normalfall kleiner als 50 % fassadengesamtfläche sein muss. und natürlich die peinlich genaue einhaltung der traufhöhe.

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vertitude 01.08.2014, 17:24
49. Nicht-Berliner können das nicht beurteilen!

Niemand regt sich darüber auf? Das soll wohl ein Witz sein! Seit Jahren wird die Stadt Berlin an den Höchstbietendenverkauft, in den besten Lagen entstehen die hässlichsten Bürogebäude, vom Ufer der Spree werden alternative Projekte (Oststrand, Yaam…) verjagt um dort wiederum sehr fragwürdige Luxusobjekte zu bauen, am liebsten mit exklusivem Uferzugang, ehemalige Mietwohnungen in Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte werden zusammengelegt und mit Luxusausstattung verkauft. Nicht selten an Leute bzw. Firmen, welche die Objekte nicht mal selbst nutzen. Selbst in meinem Haus gibt es 2 Ferienwohnungen, die einer italienischen Firma gehören und zu unverschämten Preisen vermietet werden. Wem dient es? Den wohlhabenden Investoren und der vertrauensunwürdigen Berliner Regierung, welche die Bürger um ihre Möglichkeiten betrügt. Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat gezeigt, dass den Berlinern mitnichten ihre Stadt egal ist, dass sie nicht bereit sind, öffentlichen Grund und Boden fragwürdigen Projekten und Bauvorhaben zu opfern und dass sie, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, gegen die Regierung vorgeht. Auch zum Projekt Media-Spree gab es genug Widerstand – aber es ist den Herren da oben schlichtweg EGAL!
Was kann man machen? Nach dem Krieg waren alle froh, dass auf dem zerbombten Nichts Wohnungen entstanden sind, auch wenn diese architektonisch nicht zur ästhetischen Zufriedenheit gereichen. Doch, wohl gemerkt, überall in der Welt gibt es Plattenbauten! Nicht nur in Ostberlin! Sondern auch in Paris, Italien, in den USA! Also hört endlich auf mit dem Plattenbauten-Ostberlin-Gequengele. Und jetzt, wo man die Gelegenheit hat, die letzten Baulücken mit was Sinnvollem zu füllen, da scheitert es an sogenannten modernen Entwürfen, in die das xte unnötige Shoppingcenter zieht (siehe Großprojekt Leipziger Straße / Potsdamer Platz). Was kann man da tun? Bei jedem Häuserneubau demonstrieren gehen? Fragen Sie Herrn Wowereit, ob ihn das wirklich interessieren würde. Fragen Sie ihn, welche Regularien gelten bei Neubauten (zum Thema ästhetischer und sinnvoller Einfügung in das Umfeld und Nutzungszweck)!!! Keine wahrscheinlich!

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