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Besitzerwechsel bei "Washington Post": Internet kauft Papier
DPA

Tränen im Newsroom: Die traditionsreiche "Washington Post" wird verkauft, ausgerechnet an den Internet-Unternehmer und Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der spektakuläre US-Mediendeal zeigt: Nicht der Journalismus befindet sich in der Krise, sondern das Geschäft mit bedrucktem Papier.

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dbrown 06.08.2013, 07:34
1. na,

da können sich die Leute in Washington ja schon mal warm anziehen, wenn DER demnächst durch die Etagen eiert.

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stefanfosberg 06.08.2013, 07:44
2. Um dieses Drecksblatt ist es nicht allzu schade.

Zitat von sysop
Tränen im Newsroom: Die traditionsreiche "Washington Post" wird verkauft, ausgerechnet an den Internet-Unternehmer und Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der spektakuläre US-Mediendeal zeigt: Nicht der Journalismus befindet sich in der Krise, sondern das Geschäft mit bedrucktem Papier.
Sind wir mal ehrlich. Die WAPO von heute hat mit der aus der "Watergate" Zeit ungefähr so viel gemein wie Hermes Phettberg mit der neunzehnjährigen Isabelle Adjani. Ich traue J.Bezos durchaus zu deren journalistische Standards nicht weiter zu unterbieten.

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W. Robert 06.08.2013, 07:44
3. Fatale Entwicklung

Schöne neue Lesewelt. Amazon vertreibt zunehmend die neuer Form der Bücher, die eBooks, auch in Deutschland. Nicht nur kennt die NSA dadurch die Lesegewohnheiten des Amazon-Kunden, diese Firma nimmt sich auch das Recht heraus, einzelne Kunden nicht zu beliefern, angeblich wegen zu vielen Rücksendungen.

Man kann nur hoffen, dass sich der deutsche Buchhandel im Netz einen eigenen Vertriebsweg etablieren kann. Ich weiß schon, weshalb ich Amazon boykottiere, das begann schon, als deutschen Bürgern nach 9/11 wegen ihrer Lesegewohnheiten die Einreise in die USA verweigert wurde. Amazon hatte offensichtlich der NSA die Lesegewohnheiten übermittelt.

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WolfHai 06.08.2013, 07:47
4. Journalismus ist in der Krise

Zitat von sysop
...Der spektakuläre US-Mediendeal zeigt: Nicht der Journalismus befindet sich in der Krise, sondern das Geschäft mit bedrucktem Papier.
Schöner Artikel!
Nur dieser Satz aus dem Aufreißer, "...Der spektakuläre US-Mediendeal zeigt: Nicht der Journalismus befindet sich in der Krise, sondern das Geschäft mit bedrucktem Papier" (wer hat den wohl formuliert?), der wird aus dem Inhalt des Artikels keinesfalls gedeckt und er ist auch nicht richtig. Natürlich verkauft die Unternehmerfamilie der Washington Post, weil ihre Zeitung, und damit der verantwortungsvolle und auch investigative Journalismus, in der Krise ist.

Und Jeff Bezos wiederum kauft die Zeitung, weil die 250 Millionen für ihn Kleingeld sind, für das er sich ein Hobby zulegen kann - wer hätte nicht gern eine Zeitung. Und weil er vielleicht Lust darauf hat (und es sich leisten kann), sein im Internetgeschäft überaus glückliches Händchen am Zeitungswesen auszuprobieren. Ob er damit Erfolg hat, steht in den Sternen, und wie die Washington Post aussieht, wenn Jeff Bezos mit ihr fertig ist, weiß keiner.

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gattaca68 06.08.2013, 07:52
5. probleme traditioneller medien im web

keine ahnung was der amazon gründer mit der zeitung macht. Wenn er genug geld damit verdient, dem stationären einzelhandel die märkte zu entziehen, dann wird er die zeitung vielleicht als teueres hobby haben :D
vilelicht wird er eine beszahlschranke einrichten. aber ich behaupte, das lesen zu unkomfortabel und zeitraubend ist, um dafür auf dauer auch noch zu bezahlen.... wenn sonstwo videos und pod-casts den konsum erleichtern. Noch nicht mal hier haben zeitungen das medium verstanden.

geld verdienen mit zeitungen ist schwierig im web. Das problem sind nicht die kostenlosen inhalte. wenn man die ganzen druckkosten und logositik von papier heruas rechnet, ist mancher artikel auch kostenlos in der gedruckten zeitung.
das problem ist doch, dass zeitungen nicht verstanden haben, wie man werbung im internet verkaufen kann. bannerwerbung ist rausgeschmissenes geld. Ich buche seit jahren keine banner mehr, deren klickraten und erkennung mikroskopisch sind. zudem ist der tausender-kontakt-preis im internet so tief dass es sich nicht rechnet. das ist das problem....

vor etwa 10 jahrne betrieben wir ein lokales sportportal, das redaktionell besser war als alle lokalen zeitungen. aber zum schluss ist mir klar geworden, dass auch das nicht funktioniert und ich bin als webdesigner gegangen. mit einem tausender-kontakt von vielleicht 20 cent kann nur google leben. Und nicht nur dass google den tausender kontakt bestimmte - google leifert auch die werbung mit dem geringsten streuverlust.... :(

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kauf-auf-rechnung24.com 06.08.2013, 07:59
6. .

Ich kann nur sagen mein GOTT ! Hier in Deutschland sehen wir das ja auch bei den Springer Medien, aber Washington Post war eine andere Liga. Ich hoffe dieser großartige investigative Journalismus bleibt erhalten. Ich leider bezweifel das ! Wenn ein Shopbetreiber eine Zeitung kauft, kann man sich eins und eins zusammenrechnen.

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rumpeltilz 06.08.2013, 08:03
7. und

das wird so weitergehen

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dreamcaster 06.08.2013, 08:04
8. Nun fällt die letzte Bastion der Freiheit

Eine funktionierende Demokratie braucht freie/unabhängige Presse, sei es im Bereich TV, Print oder auch online. Alle Medien in den USA sind nun im Besitz von Großkonzernen bzw. Einzelunternehmern aus der Wirtschaft, die alte traditionelle Werte des Journalismus über Bord werfen und nur noch ihre eigenen Ziele verfolgen und so das Volk beeinflussen. Eine frei Meinungsbildung gibt es dadurch jenseits des Atlantiks nicht mehr. Ich lebte dort selbst und konnte nur mit Hilfe europäischen Medien erfahren, was wirklich in der Welt vorgeht, nur die Washington Post berichtete halbwegs korrekt und war kein Sprachrohr von Konzernen oder der Republikaner. Wer mal drüben ist sollte mal in den TV-Sender Fox einschalten, dann bekommt man eine Vorstellung, wie ein Propaganda Sender "made in US" aussieht - die meisten Zeitungen sind davon nicht mehr weit entfernt.

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geronimo49 06.08.2013, 08:06
9. Die Verwunderung ueber diese

Zitat von sysop
Tränen im Newsroom: Die traditionsreiche "Washington Post" wird verkauft, ausgerechnet an den Internet-Unternehmer und Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der spektakuläre US-Mediendeal zeigt: Nicht der Journalismus befindet sich in der Krise, sondern das Geschäft mit bedrucktem Papier.
Art von Entwicklung in den Printmedien ist fuer mich nicht nachvollziehbar. Tradition ist in dem Geschaeft ein teurer Luxus und die Gruendervaeter vieler Zeitungen werden sich nicht deshalb im Grabe umdrehen, sondern dann wenn ihre journalitischen Ziele mit Fuessen getreten werden. Jeder moege nuechtern sein eigenes Leseverhalten analysieren und er wird feststellen das es sich gewaltig veraendert hat, nicht nur bei Zeitschriften, sondern auch beim Klassiker, dem Buch. Deshalb noch einmal, es kommt auf den Inhalt an und nicht auf das Medium. Genau da sehe ich weit groessere Gefahren, nicht wegen dem Internet und smarter Lesegeraete, sondern schon eher wegen der Geldgier der Eigner. Der deutsche Zeitungsmarkt hat in diesem Bereich eine Menge Substanz verloren, nicht zuletzt wegen des mainstreet und Gefaelligkeitsjournalismus, der sich fast ueberall breitgemacht hat und genau da geht es wirklich an die Substanz. Wer eine Zeitung als Transporteur von Werbung und Werbebanner im Internet versteht, der wird nicht ueberleben. Es ist die totale Kommerzialisierung des Kontents, die den Zeitungen langfristig das Wasser abgraben wird. Irgendwann wird der letzte Verleger begriffen haben das dieses Geschaeft nicht von Klicks lebt.

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