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Bestseller-Autorin: Naomi Wolf muss ihr Buch über Homosexuelle ändern
Robin Marchant/ Getty Images

In einem Radio-Interview weist ein Historiker die Bestseller-Autorin Naomi Wolf auf einen peinlichen Fehler in ihrem neuen Buch hin. Die Schriftstellerin und ihr Verlag wollen reagieren.

appenzella 25.05.2019, 15:17
1. Sex

war damals und ist noch heute ein schwieriges Thema. Und wenn auch das US-amerikanische dem Englischen ähnelt, so ist es doch nicht dasselbe.
Ich habe monatelang englische und amerikanische Freunde und Bekannte gefragt, was dieser englische Satz wohl bedeutet: „of the world wordly, of the earth earthy“. Keiner wußte es.
Grüezi

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marcus.w 25.05.2019, 15:44
2. Au weia...

... wenn man Ihr Statement und das Statement Ihres Verlages ließt, merkt man recht deutlich wie sehr da gerade die Hütte brennt. Die "Korrekturdiskussion" stell' ich mir recht ruhig und friedlich vor ;)

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matijas 25.05.2019, 16:19
3. Auch ohne Todesstrafe schlimm genug

Wie dem auch sei: man muss nicht über den großen Teich schauen:
Bis 1969 war männliche Homosexualität in der Bundesrepublik Deutschland strafbar. Existenzvernichtung, Selbstmorde u.a. waren die Folge (wird bei der 70-Jahre-Feier zum GG eher nicht erwähnt).

"1969 wurde der Paragraph 175 zum ersten Mal in der Bundesrepublik geändert. Homosexualität unter erwachsenen Männern über 21 war nun keine Straftat mehr."
(Bundeszentrale für politische Bildung)

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sppl.2.babbly 25.05.2019, 17:14
4. Der Gespraechspartner is Journalist, nicht Historiker

Wo wir schon bei vernünftiger Recherche sind: Matthew Sweet ist der Interviewer dieser Sendung und Journalist bei der BBC, nicht Historiker (wie im Artikel behauptet).

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Thomas Schröter 25.05.2019, 17:47
5. Alan Turing kriegsentscheidend und wg sexueller Orientierung verfolgt

Ob die Alliierten ohne Alan Turing den Krieg gewonnen hätten darf zumindest bezweifelt werden. So kriegsentscheident sein Beitrag zur Entschlüsselung der Enigma war so fundamental ist sein Beitrag nicht nur in Form der Touringmaschine zum Informations- und Digitalzeitalter.
Trotzdem wurde er im Nachkriegsbritannien wegen seiner sexuellen Orientierung von den Behörden regelrecht in den Tod getrieben.

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Europa! 25.05.2019, 17:56
6. Für Amerikaner offenbar schwer verständlich

Die aus dem Mittelalter überlieferte "Todesstrafe für Homosexualität" war im England des 19. Jahrhunderts nur noch ein abstraktes Relikt. Nach herrschender Meinung wurden solche Urteile schon lange nicht mehr verhängt und es wurde auch niemand (mehr) hingerichtet. Ein typisches Beispiel für die pragmatische britische Doppelmoral. Was aber einem Mann wie Oscar Wilde zum Verhängnis wurde, war eine Gesetzesnovelle aus dem Jahr 1885, wonach sexuelle Handlungen zwischen Männern mit 2 Jahren Zwangsarbeit bestraft werden konnten. Statt sich dem Prozess (z.B. durch eine Flucht auf den Kontinent) zu entziehen, ging Wilde 1895 ins Gefängnis nach Reading, was ihn damals seine bürgerliche Existenz kostete. Er starb drei Jahre nach seiner Entlassung in Frankreich.

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qlcasa 26.05.2019, 04:37
7. Fast...

Zitat von sppl.2.babbly
Wo wir schon bei vernünftiger Recherche sind: Matthew Sweet ist der Interviewer dieser Sendung und Journalist bei der BBC, nicht Historiker (wie im Artikel behauptet).
Ich gebe Ihnen Recht das der Spiegel es ein wenig an eigener Recherche hat mangeln lassen. Es scheint mir das der Spiegel das Ganze, aus dem Englischen, von einer anderen Journaille übernommen hat (siehe Huffington Post, Englische Ausgabe). Aber, der Spiegel war nicht total daneben, sagen wir es mal so, der Spiegel hat hier die nötige Präzision missen lassen.
Matthew Sweet ist nämlich Historiker, sogar einer der promoviert hat. Aber (wie so oft, gibt es ein aber). er wird laut BBC als Film Historiker bezeichnet, der, wiederum laut BBC, über den viktorianischen Autor Wilkie Collins promoviert hat, der als der Begründer des sogenannten "Sensation Novel" Genres gilt.
Somit war der Spiegel nur ein wenig "off", zumindest weniger als die Autorin, wobei man in der heutigen Zeit schon froh sein muss, wenn ein Artikel, oder auch ein Autor, nur ein wenig daneben ist und dies am Ende sogar anerkennt.

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ohjeee 26.05.2019, 12:18
8.

Zitat von matijas
Wie dem auch sei: man muss nicht über den großen Teich schauen: Bis 1969 war männliche Homosexualität in der Bundesrepublik Deutschland strafbar. Existenzvernichtung, Selbstmorde u.a. waren die Folge (wird bei der 70-Jahre-Feier zum GG eher nicht erwähnt). "1969 wurde der Paragraph 175 zum ersten Mal in der Bundesrepublik geändert. Homosexualität unter erwachsenen Männern über 21 war nun keine Straftat mehr." (Bundeszentrale für politische Bildung)
Das StGB hat was genau mit der GG-Feier zu tun?

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