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"Blühende Landschaften": "taz"-Chef tut Kohl-Titelbild leid
taz

"Das ging daneben": Der Chefredakteur der "taz" hält die Titelseite seiner Zeitung zum Tode Helmut Kohls für missglückt.

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nesmo 18.06.2017, 09:09
190. Unterschätzt

Zitat von ahsh
Helmut Kohl hat sich selbst zu Lebzeiten sich demontiert. Taz hat das nur festgestellt. Grundlage dessen was er für sich beansprucht, haben Willy Brandt und Egon Bahr (SPD) das Fundament dafür gelegt. Kohls Ruhm ist ein Zufall der Geschichte ist. Mann muss aber ihm gestehen, dass er ein verdiente Europäer gewesen ist.
wird Kohl aber offenbar auch, bis heute. Die Wiedervereinigung war zwar hauptsächlich Ergebnis des Absterbens der DDR und der UDSSR, die an iherer wirtschaftlichen Unfähigkeit schlicht kollabierten, aber Kohl nutzt geschickt und tatkräftig das sog. kleine Zeitfenster der Stunde Null des kalten Krieges aus. Bevor ein Gorbartschow von einem Putin abgelöst wurde und bevor Großbritannien und Frankreich eine andere Antwort als Wiedervereinigung finden konnten, setzte Kohl die Wiedervereinigung gegen viele Widerstände als alternativlos durch, das war schon sein Verdienst. Ein Herr la Fontain hätte da bis heute weiter geeiert und die Wiedervereinigung hätte viele hundert Milliarden mehr gekostet, da würde bis heute nichts blühen.

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mazzeltov 18.06.2017, 09:18
191. Überhöhung

Eine "Überhöhung", Herr Löwisch, ist es auch, wenn es heute so klingt, als sei Helmut Kohl der einzige "Landschaftsgärtner" gewesen. Ja, ich lästere auch gerne über die "blühenden Landschaften". Aber ich halte sie doch nicht für das "Verdienst" eines einzigen Mannes.

Der Witz Ihres Titelblattes war eigentlich nicht schlecht (wobei man bei Witzen nicht oft genug betonen kann: Timing bei der Pointe ist alles). Die Betonung liegt aber auf "war". Denn "eigentlich nicht schlecht" ist rund 25 Jahre her. Heute hingegen wirkt er alt und irgendwie "aus der Mottenkiste" vorgekramt, ein echter Schenkelklopfer höchstens noch für die U14-Generation. Und die, da haben Sie Recht, versteht ihn heute halt eben wirklich nicht mehr.

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derverwirrte2 18.06.2017, 09:40
192.

Sehr geehrter Herr Löwisch,
ich bin froh, dass Sie Ihre kritischen Gedanken, die Sie zu dieser absurden Entschuldigung veranlasst haben müssen, erst nach der Veröffentlichung dieser Ausgabe äußerten. Ich habe mich über Ihre Entschuldigung sehr gewundert, denn gerade in Zeiten, in denen die Pressefreiheit vielerorts auf dem Spiel steht, zeigen Sie mit dem Titel Intelligenz. Großartig, weil er Kontroversen auslöst, weil er in mir ein kritisches Denken erzeugt und mich deshalb schützt vor dem Einlullen durch die verlogene Lobhudelei gegenüber Helmut Kohl in Politik und Gesellschaft. Sie dürfen das, zweifellos, es zeugt sogar von Charakter. Leider macht Ihre Entschuldigung Sie etwas "eierlos"!

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