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Blutige TV-Krimis: Lass quieken, ARD!

Sauerei reiht sich an Sauerei: Erst zeigt das Erste in der Mankell-Verfilmung "Der Chinese" ein plump in Szene gesetztes Blutbad, dann ermittelt "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal in der Fleischindustrie. Christian Buß*ist irritiert*- soviel Schweineblut, so wenig Wirkung.

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boeseHelene 30.12.2011, 12:23
1.

Zitat von sysop
Sauerei reiht sich an Sauerei: Erst zeigt das Erste in der Mankell-Verfilmung "Der Chinese" ein plump in Szene gesetztes Blutbad, dann ermittelt "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal in der Fleischindustrie. Christian Buß*ist irritiert*- soviel Schweineblut, so wenig Wirkung.
deutsche Krimis waren richtig gut, inzwischen muss alles hochdramatisch und möglichst nah am Leben sein zu mindestens das was Drehbuchschreiber darunter verstehen. Früher nannte man die Art Film Schulfilm und die wurden in der Schule gezeigt heute versucht man den Zuschauer mit Krimis zum Vegetarier zu bekehren oder in vor bösen Handystrahlen zu warnen.
Den einzigen deutschen den ich noch anschaue ist Tatort Münster, früher gab es noch Adelheid und ihre Mörder, wenn ich heute einen Krimi schaue der mich auch unterhalten soll dann The Mentalist

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TomRohwer 30.12.2011, 12:29
2.

Was mich schon immer an den Krimis von Henning Mankell genervt hat ist die sich wieder und wieder repitierende Idee, daß sich die Linien aller großen Weltverschwörungen, ob nun rechtsradikal-politisch oder pädophil oder organisierte Kriminalität, ausgerechnet in Schonen kreuzen.

Ein Stück schwedischer Größenwahn wie zu Olof Palmes Zeiten, und völlig absurd, denn warum sollte sich irgendein Krimineller außerhalb Schwedens ausgerechnet für Schonen, die tiefste schwedische Provinz, interessieren...

Im Gegensatz dazu waren die Kriminalromane von Maj Sjöwall und Per Wahlöö feinsinnig zynische und teilweise leicht groteske (aber nie zu sehr überzeichnete) Portraits der schwedischen Gesellschaft der 60er und 70er Jahre.

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Jabba56 30.12.2011, 12:51
3. Political correct :-(

Ist ja schön, daß Krimis, speziell Tatorte auch politische und gesellschaftliche Themen anpacken. Aber langsam gehen einem diese Erhobener-Zeigefinger-Erziehungs-Filmchen auf den Keks. Und wirklich gute Filme werden ins Spätfernsehen verbannt, weil sie angeblich zu böse sind (wie letztens der bayrische Tatort. Oder war's ein Polizeiruf?).
Und wie oft will man Mankell noch auslutschen. Das ist ja jetzt schon ein Remake. Ich hoffe, der kriegt bald ne Schreibblockade, damit auch mal andere Autoren ne Chance haben, verfilmt zu werden.

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Jabba56 30.12.2011, 13:00
4. Jawohl!

Zitat von TomRohwer
Im Gegensatz dazu waren die Kriminalromane von Maj Sjöwall und Per Wahlöö feinsinnig zynische und teilweise leicht groteske (aber nie zu sehr überzeichnete) Portraits der schwedischen Gesellschaft der 60er und 70er Jahre.
Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Es gibt auch noch eine Literatur neben Henning Mankell. Sjöwall/Wahlöö habe ich auch immer gern gelesen. Oder Per Olof Sundman. Auch neuere Autoren aus Skandinavien sind sehr lesenswert, Jussi-Adler Olsen, Stieg Larsson, Jo Nesbö, Hakan Nesser,....

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joschitura 30.12.2011, 13:01
5. Skandinavien-Hype

Die Flut skandinavischer Krimis - offenbar kaufen deutsche Verlage unbesehen alles was aus Schweden, Norwegen oder Finnland kommt -
schwemmt halt auch jede Menge Mist mit rein. Tiefpunkt im TV: Maria Wern auf Gotland! Und dieser unsägliche Mankell wurde von Anfang an
völlig überschätzt. War Die Hunde von Riga noch eine gediegene Arbeit, hat er in der Folge seine Schraube der bizarren Ritualmorde und albernen Querverbindungen immer mehr angezogen. Inzwischen muß man leider sagen: alle kochen nur mit Wasser, aber Mankell kocht offenbar mit Spülwasser. Und wie ein Vorredner ganz richtig bemerkte: daß der ganze Schmonzes im beschaulichen Skane passieren soll, ist der Gipfel der Unwahrscheinlichkeiten.

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manometer 30.12.2011, 13:59
6. Die Derrickisierung

des deutschen Krimis nimmt immer absurdere Züge an.
Es wird nur noch das immer gleiche Kochbuch verfilmt. Die immer gleichen hölzernen Szenen lediglich etwas variiert.

Menscheln muss es bis zum Anschlag und Correctness bis zum Triefen, wird einzig der Wunsch-Voyerismus einer Zielgruppe (z.B. pensionierte Lehrerinnen/Beamtenwitwen) bedient. Tschuldigung.

Habe mir neulich mal über Internet TV den genial guten "Cake Layer" reingetan. Undenkbar, sich so was als deutsche Produktion auch nur vorzustellen.

Habe den Eindruck, daß Kurt Beck persönlich die Themen- und Programmauswahl für uns ÖRR-Untertanen besorgt. Vom Privat-TV-Schwachsinn gar nicht erst zu reden.

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DianaSimon 30.12.2011, 14:09
7. Hab' die Schnauze voll...

Ich habe die Konsequenz gezogen und mir einen E-Buch-Lesegerät gekauft und lese nun die kostenlos erhältlichen Bücher der Edition Gutenberg, Dickens, Auerbach, E.T.A. Hoffmann usw.

Mich interessieren nicht die Verbrechen - die sind nur für den Spannungsbogen da - mich interessieren ländliche Schauplätze, schöne alte Häuser, skurile Typen, interessante Geschichten. Miss Marple kann ich schon auswendig und Inspektor Barnaby lasse ich mir nicht entgehen. (Anruf bei meiner Freundin: "Hast Du die Lavendelbüsche gesehen...?")

Wer möglichst entstellte Leichen zeigt oder irgendwelche hochpathologische Spinner, die selbst in der Realität kaum vorkommen, der ist ein literarischer/filmischer Versager.

Die ganz wenigen sehr guten realisitschen Krimis, die das Verbrechen in seiner ganzen ekelhaften und niederdrückenden Banalität zeigen, sollte man sich vielleicht einmal in zehn Jahren ansehen - als Soziologielehrstück, nicht zur Unterhaltung.

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marbehn 30.12.2011, 15:27
8. Murks

Zitat von sysop
Sauerei reiht sich an Sauerei: Erst zeigt das Erste in der Mankell-Verfilmung "Der Chinese" ein plump in Szene gesetztes Blutbad, dann ermittelt "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal in der Fleischindustrie. Christian Buß*ist irritiert*- soviel Schweineblut, so wenig Wirkung.
Ich bin großer Henning Mankell Fan. Was allerdings die Verfilmung seiner Bücher angeht - Ausnahme: Die Rückkehr des Tanzlehrers -, ist einfach nur unerträglich. Ein Buch kann nicht 1 : 1 verfilmt werden, schon klar. Aber der Inhalt muss beim "Zusammenquetschen" nicht verfälscht werden. Also bleibt heute Abend der Fernseher aus und ich greife lieber zum Buch.

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manometer 30.12.2011, 15:34
9. Hallo Diana,

nichts gegen Ihren Geschmack – über den sich bekanntlich nicht streiten lässt.

Weshalb aber ausgerechnet Sie 'die Schnauze' voll haben, erschließt sich mir anhand Ihrer Beispiele nicht.

Ihre TV Vorlieben werden doch tagein tagaus, rauf und runter, von vorne bis hinten auf das Sattsamste bedient?

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