Forum: Kultur
Bombardement auf Dresden: Die Verschleierung der Schuld

Die Opferstadt Dresden, vor 70 Jahren von den Briten bombardiert, ist der Nukleus des neudeutschen Geschichtskults und Rekonstruktionsfurors. Demokratie gilt hier als Ausrutscher.

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geo11a 13.02.2015, 15:52
1. Kaum zu verstehen,

die deutschen, die bösen Täter, müssen alles
akzepieren , auch Kriegsverbrechen der "Sieger",
auch wenn Unschuldige dabei starben. Ich würde
sagen "6" setzen, Herr Kolummnist.

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myonium 13.02.2015, 15:52
2. Pforzheim ...

Ich weiß aktuell nicht, ob in Pforzheim am 23. Februar Neonazis marschieren (und finde das auch gar nicht entscheidend ...), aber ich weiß, dass auch dort bei vielen die Rede vom "Kriegsverbrechen der Alliierten" die Rede ist, an das erinnert werden müsse ("das muss man doch sagen dürfen!") ...

Biedermänner, die Hände unauffällig und verborgen an den Streichhölzer. Eine Schande.

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michael.mittermueller 13.02.2015, 15:55
3.

Der Angriff auf Dresden steht in direktem Kontext zu den Angriffen auf Tokio, Hiroshima und Pönjang. Der Begriff strategisches Bombardement verschleiert hierbei allenfalls notdüftig, dass es sich um Massenmord erster Güte handelt, wenn während einer Phase des Kriegsrechts und der Diktatur Zivilisten zu tausenden umgebracht werden. Es gibt Untersuchungen über den emotionalen Hintergrund bei Entscheidungen, etwa im Wertpapierhandel. Dabei wurde anhand von Mäusen und Fröschen dokumentiert, dass je mehr Menschen an diesen Entscheidungen beteiligt waren, diese um so abstrakter und damit emotionsloser ausfielen. Ein Frosch den man tötet, ein Hund, ein Affe oder ein Mensch ist insofern unerheblich, als diese Entscheidungen rein egoistisch und rational getroffen werden, sobald man die emotionale Bindung aufhebt.
Ich würde gerne einmal die ethischen Grundlagen von Angriffen mittels Massenvernichtungswaffen auf die Zivilbevölkerung erörtern. Gerne auch im SPIEGEL. Sich darauf zu berufen die eine oder andere Diktatur habe dies ebenfalls gemacht und ohnehin wäre dies der einzige Weg eine Diktatur zu beseitigen oder den Krieg zu verkürzen halte ich jedenfalls für nicht haltbar. Im Falle Dresdens ging es um die Zeit nach dem 2ten Weltkrieg. Der Krieg selbst war damals für Deutschland bereits verloren und wurde durch die Massentötungen nicht wesentlich in seiner Länge beeinflusst. Weder in Asien noch in Europa. Wer eine Alterpyramide kennt, der sollte sich hierbei folgendes vorstellen. Er beginnt die in Dresden eingesetzten Waffen, wie Spreng und Phosphorbomben einzeln einzusetzen. Bei Kindern im Alter von 0 Jahren je ein Mensch pro minute. Und wenn er dazu bereit ist und dies als kriegswichtige Handlung verkaufen möchte, dann sollte er oder sie einen Arzt aufsuchen. Und zwar schleunigst. Edward Teller war so ein Mensch. LeMay Curtis ebenfalls. Mit Moral oder Ethik hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. Aber ich bin gerne bereit darüber offen zu diskutieren.

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Ishibashi 13.02.2015, 16:00
4. Verdrängen ist selten eine gute Strategie

Es war nun mal ein Kriegsverbrechen wehrlose Flüchtlinge derart sinnlos zu vernichten. Das zur Kenntnis zu nehmen relativiert doch in keiner Weise die Nazi Verbrechen.
Im Gegenteil ! Das anklagen von Verbrechen der Sieger ist durchaus sinnvoll, um zu zeigen dass der Stärkere nicht automatisch Recht hat und sich an keine Konventionen halten braucht.
Ein Aufrechnen von Verbrechen darf es nicht geben !

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coventina 13.02.2015, 16:09
5. bemüht

Das wirkt sehr um einen aktuellen Aufhänger zum Schimpfen bemüht. Die Zeit der großen Nazidemos in Dresden ist (zum Glück) vorbei, vor Allem weil sich die Dresdner und Freunde der Stadt aktiv dagegen gewandt haben - und nur ein Teil derer, die bei diesen "Trauermärschen" unterwegs waren, waren Einheimische. Übrigens auch bei den extremen linken, die vor ein paar Jahren über Sitzblockaden und dergleichen hinausgingen und mit den Nazis Straßenschlachten veranstaltet haben. Und nein, DD ist nicht die einzige Stadt, in der Neonazis meinen, am Bombardierungsjahrestag marschieren zu müssen. Mir fällt spontan noch Magdeburg ein, aber da gibt es sicher noch mehr, es wird nur nicht so viel darüber berichtet. Und auch dort gibt es Protest und Gegenveranstaltungen.
Laßt uns doch einfach in Ruhe um unsere Stadt und die damals gestorbenen trauern, ohne Straßenschlachten, ohne das durch alle Zeitungen zu jagen. Und ja, ich bin mir der Zusammenhänge durchaus bewußt. Opfergefühle sind Unsinn, das Ergebnis bleibt das gleiche und mahnt zur Wachsamkeit. Und es erinnert daran, daß ich mich ziemlich hilflos fühle beim Gedanken daran, was gerade in der Ukraine und in Syrien passiert. Die politischen Zusammenhänge sind andere, das Ergebnis für die Menschen, die dort leben, ist das gleiche. An diesem Tag, ebenso wenn ich mitbekomme wie meine Oma, die das Bombardement miterlebt hat, auf entsprechende Nachrichten reagiert, fühle ich schmerzhaft, daß ich persönlich eigentlich nichts tun kann, um das vielbeschworene "Nie wieder" auch umzusetzen. Hier mit Plakaten wedeln hilft dort niemandem.

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Widerstandsgewächs 13.02.2015, 16:21
6. ich kann Ihnen nur beipflichten

aber der Kit zwischen Pegida und den Opfer Jammernden ist neben historischer Vergesslichkeit auch eine gehörige Portion Unwissenheit und die Klassifizierung des Totalitären als eine Erscheinung aus der rechten Ecke. Dies wird von der jetzt im Osten herrschenden Nomenklatura, die zum großen Teil noch aus den Beständen der Amtsträger zu Zeiten der DDR Diktatur stammt, verwischt was zum weiteren Anwachsen der "Ahnungslosigkeit" führt.

Dabei entstehen neue totalitäre Strukturen welche Bürger auf die Palme bringen und weniger bemittelte Bürger zum Nachtrotten und Nachplappern pegidistischer Ansichten und Meinungen verleitet.

Am besten jedem Dresdner ein LTI, des Hauptwerkes des ebenfalls von der Dresdner Bombennacht Victor Klemperer schenken, lesen lassen und bitten, ihre Aussagen, Gedanken, Fahnenschwenkerei sowie Aufmärsche mit seinen Argumenten zu vergleichen!
Ein Zitat:
„Am Abend dieses 13. Februar brach die Katastrophe über Dresden herein: die Bomben fielen, die Häuser stürzten, der Phosphor strömte, die brennenden Balken krachten auf arische und nichtarische Köpfe, und derselbe Feuersturm riß Jud und Christ in den Tod; wen aber von den etwa 70 Sternträgern diese Nacht verschonte, dem bedeutete sie Errettung, denn im allgemeinen Chaos konnte er der Gestapo entkommen.“

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Rapporteur 13.02.2015, 16:35
7. War ja klar,...

Zitat von geo11a
die deutschen, die bösen Täter, müssen alles akzepieren , auch Kriegsverbrechen der "Sieger", auch wenn Unschuldige dabei starben. Ich würde sagen "6" setzen, Herr Kolummnist.
...dass der erste Beitrag-Schreiber einer sein muss, der es nicht verstanden hat.

Da fragt man sich, ist ein Wegschauer wie Walser oder ein Toten-Aufrechner wie #1.

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A.Schmid-Ohren 13.02.2015, 16:37
8. Nicht mal in diesem Forum

findet sich jemand, der die Gedanken des Autors kommentieren würde. Jeder redet über seine Vorurteile, keiner hat sich mit dem Geschriebenen auseinander gesetzt. Ich bin selten mit einem Text von Diez so einverstanden gewesen, wie mit diesem. Von mir also: "1" setzen.

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EvaBaum 13.02.2015, 16:41
9. Zynisch

Die zehntausenden getöteten Frauen und Kinder waren bestimmt nicht kriegsentscheidend. Es war ein Masaker, sonst nichts. Alle Versuche dieses zechtzufertigen, sind einfach nur zynisch!

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