Forum: Kultur
Bombardement auf Dresden: Die Verschleierung der Schuld

Die Opferstadt Dresden, vor 70 Jahren von den Briten bombardiert, ist der Nukleus des neudeutschen Geschichtskults und Rekonstruktionsfurors. Demokratie gilt hier als Ausrutscher.

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haraldhenn 13.02.2015, 17:36
20.

Rotterdam war ein Verbrechen, und Dresden war auch eins. So einfach ist das.

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oliver twist aka maga 13.02.2015, 17:47
21. Merkwürdig

Merkwürdig, diese Verbindung von den Kriegsverbrechen in Dresden, die man ohne Revanchismus als solche benennen kann, und Martin Walser. (* Die Tatsache, dass Nazi-Deutschland mit diesen Kriegsverbrechen angefangen hat - Bsp. Coventry -, nimmt nichts von dem Charakter dieses Bombardements.)

Merkwürdig auch dieser Satz Diezens: "Was nicht nur krude formuliert ist, sondern auch krude gedacht - die Konsequenz ist, dass Walser auch mit dem Konzept der Kollektivschuld nichts anfangen kann." Nun ist es ja komisch, wenn ein so auf den Individualismus pochender Autor ausgerechnet der Kollektivschuldthese das Wort redet. Denn Schuld ist immer etwas Persönliches. Wäre sie es nicht, wären ausgerechnet jene Verbrecher in gewisser Weise entlastet, die dieses Menschheitsverbrechen planten und durchführten. Kollektivschuld ist etwas anderes als Verantwortung, die in die Gegenwart und Zukunft gerichtet ist. Als Deutsche tragen wir diese Verantwortung unabhängig von der persönlichen Schuld.

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Dengar 13.02.2015, 17:48
22. Nein Herr Diez

Auch in anderen Städte, wie zB. Magdeburg , marschieren Nazis. Oder nehmen Sie das Rudolf-Heß-Gedenken als Beispiel. Was Dresden so besonders macht, ist der Umstand, dass Kriegstrümmer (obwohl die Frauenkirche erst zwei Tage später zusammengerauscht ist) eben als Mahmal erhalten blieben. Wer kennt nicht die skelettartigen Finger des Nordturms. Diese Wunde hat geschwärt bis zum Wiedersufbau. So etwas zieht Nazis und Revisionisten an. Isso!

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teloudis 13.02.2015, 19:45
23.

Zitat von michael.mittermueller
Der Angriff auf Dresden steht in direktem Kontext zu den Angriffen auf Tokio, Hiroshima und Pönjang. Der Begriff strategisches Bombardement verschleiert hierbei allenfalls notdüftig, dass es sich um Massenmord erster Güte handelt, wenn während einer Phase des Kriegsrechts und der Diktatur Zivilisten zu tausenden umgebracht werden. Es gibt Untersuchungen über den emotionalen Hintergrund bei Entscheidungen, etwa im Wertpapierhandel. Dabei wurde anhand von Mäusen und Fröschen dokumentiert, dass je mehr Menschen an diesen Entscheidungen beteiligt waren, diese um so abstrakter und damit emotionsloser ausfielen. Ein Frosch den man tötet, ein Hund, ein Affe oder ein Mensch ist insofern unerheblich, als diese Entscheidungen rein egoistisch und rational getroffen werden, sobald man die emotionale Bindung aufhebt. Ich würde gerne einmal die ethischen Grundlagen von Angriffen mittels Massenvernichtungswaffen auf die Zivilbevölkerung erörtern. Gerne auch im SPIEGEL. Sich darauf zu berufen die eine oder andere Diktatur habe dies ebenfalls gemacht und ohnehin wäre dies der einzige Weg eine Diktatur zu beseitigen oder den Krieg zu verkürzen halte ich jedenfalls für nicht haltbar. Im Falle Dresdens ging es um die Zeit nach dem 2ten Weltkrieg. Der Krieg selbst war damals für Deutschland bereits verloren und wurde durch die Massentötungen nicht wesentlich in seiner Länge beeinflusst. Weder in Asien noch in Europa. Wer eine Alterpyramide kennt, der sollte sich hierbei folgendes vorstellen. Er beginnt die in Dresden eingesetzten Waffen, wie Spreng und Phosphorbomben einzeln einzusetzen. Bei Kindern im Alter von 0 Jahren je ein Mensch pro minute. Und wenn er dazu bereit ist und dies als kriegswichtige Handlung verkaufen möchte, dann sollte er oder sie einen Arzt aufsuchen. Und zwar schleunigst. Edward Teller war so ein Mensch. LeMay Curtis ebenfalls. Mit Moral oder Ethik hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. Aber ich bin gerne bereit darüber offen zu diskutieren.
70 Jahre danach, fängt das Vergessen an, und die Verklärung blüht auf. Es hätte nicht vieles sein müssen, auch das platt machen von Dresden auch nicht. In Ihrem Post beschränken sich auf die Bombardierung Dresdens, über das was die Deutschen angestellt haben, in den Jahren davor, verlieren sie kein WORT.

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manten75 13.02.2015, 22:09
24. Verbrechen bleibt Verbrechen

Auch wenn es nicht von Nazis begangen wurde. Es ist eine Schande, dass Bomber Harris in London ein Denkmal hat.

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caine666 13.02.2015, 22:38
25. bei manchen Kommentaren

Kann man nur den Kopf schütteln, die Bombardements waren die Konsequenzen aus dem was Deutschland davor gebracht hatte, achja Leute schöne Grüße aus Nürnberg!

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danenffm 13.02.2015, 22:39
26. Keine Logik..........

........wenn man Dresden mit Hamburg oder Pforzheim vergleicht. Dresden ist am Ende des Krieges, strategisch, militärisch und wirtschaftlich irrelevant in einem monströsen Rachefeldzug vernichtet worden. Es war ein purer Terrorangriff u.a. gegen Menschen, die schon alles verloren hatten. Selbstverständlich kann man jetzt Coventry sagen, Antwerpen oder London.....aber es war ein Krieg der Demokratien gegen die Diktatur. Insofern hätte es Kräfte geben müssen, die die völlige Zerstörung einer kulturellen und architektonischen Perle, hätten in Frage stellen müssen. Meine Heimatstadt Belgrad wurde 1944 von den Briten und Amerikanern wesentlich schlimmer und rücksichtsloser zerbombt, als von der Luftwaffe 1941!

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anton_otto 13.02.2015, 22:39
27.

Selbstverständlich hat man das Recht, um die Opfer des Bombenangriffs zu trauern. Damit werden doch die Vebrechen des Naziregimes nicht relativiert!
Es ist intellektuell armselig, das zu leugnen.
Auch die Sieger haben Verbrechen begangen. Das echte Problem sind die heutigen Sturmabteilungen, die sogenannte Antifa, die militant gegen die Erinnerung daran vorgehen. Also, wer ist hier empathiefrei?

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derdesillusionierte 13.02.2015, 22:47
28. Großartig offengelegt,

das große deutsche Gejaule, von dem ich selber im Forum schrieb, ist unerträglich. In dieses große Deutschgetümel passen auch Begriffe wie "Gutmensch" "Usrael" o.Ä. oder auch das "Durchfüttern der Griechen"-die faschistische Rhetorik in neuem Gewand hält Einzug in den deutschen Köpfen.

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politisch_nicht_korrekt 13.02.2015, 22:54
29. Relativierung

Das ständige Wiederholen, dass Dresden nur die Konsequenz des von Deutschland begonnenen Krieges war, ist eine - zumindest für mich - recht unverschämte Relativierung der Opfer. Als ob der Säugling in Dresden oder in Warschau irgend etwas an kollektiver Schuld oder auch nur Verantwortung auf sich geladen haben könnte. Gerade diejenigen, die sich hier immer als moralische Instanz gebärden, zeichnen sich da durch besonderen Zynismus aus. Und befinden sich mit Ihrer Kollektivschuldthese weit näher an der Sippenhaft der Nationalsozialisten, als sie selbst wahrhaben möchten.

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