Forum: Kultur
Botschafter des Vorurteils: Hier steht ja ne Mauer, Alter!
AFP

Der Rapper Kollegah entdeckt in einer Dokumentation den Nahen Osten. Doch statt zu zeigen, dass Israelis und Palästinenser mehr verbindet als trennt, füttert er seine jungen Fans mit den altbekannten Vorurteilen.

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gandhiforever 10.12.2016, 16:37
1. Was verbindet?

Was verbindet Israelis und Palaestinenser? Nun, primaer ist es die geografische Naehe, das Wasser des Jordans z.B.

Man koennte aber auch sagen, dass die Abhaengigkeit von den Entscheidungen der Regierung Netanjahu Israelis und Palaestinenser verbindet.

Denn es ist die israelische Regierung, die die Macht inne hat, die seit Jahrzehnten mit allerlei Tricks versucht, die Westbank reif fuer eine Annexion zu machen. Im meinen augen verbindet das allerdings auf sehr fragwuerdige Art, weil die Intentionen der einen Seite die Rechte der anderen Seite massiv beschneiden.

Das sollte man nicht schoen reden, denn es ist nicht schoen, auch wenn es "verbindet".

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stefan.p1 10.12.2016, 16:42
2. Frau Berg leugnet die Wirklichkeit

Es mag stimmen das es Projekte für israelische und palästinensische Jugendliche gibt aber wenn man zum ersten mal nach Israel fährt , ist man zunächst einmal überwältigt von der Überwachung durch Militär etc,.
Als nächstes ist man schockiert wenn man sich die Grenze zum Gaza oder Westjordanland oder die innerhalb Jerusalems ansieht. Wie die Palästinenser von Israelischen Militär schickaniert werden. Das alles taucht in den deutschen Medien nur sehr dosiert auf - gehört aber in Israel zum traurigen Alltag. Ebenso das daraus resultierenden Mißtrauen und der Hass zwischen den beiden Völkern die auch an jeder Ecke zu spüren ist.
Das ist die Wirklichkeit in Israel.

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quark2@mailinator.com 10.12.2016, 16:45
3.

Vielleicht haben sich einige in diesem Land schon zu sehr daran gewöhnt, daß sie es normal finden, wenn fremde Truppen auf eigenem Territorium stehen und fremde Mächte vorschreiben, in welche Richtung man zu laufen hat. Die Palästinenser haben aber keinen Weltkrieg begonnen und müssen es nicht für normal halten, daß die besseren Teile ihres ehemaligen Landes von fremden (Schutz-)Mächten "anderweitig verteilt" wurden. Ich kann jedenfalls sehr gut nachvollziehen, daß es ihnen nicht paßt und ich finde das Vorgehen der israelischen Regierungen über die Jahrzehnte schlicht inakzeptabel, egal wie man es auch zu rechtfertigen versucht. Und viele andere empfinden vermutlich wie ich, denn sonst gäbe es öfter mal ein Forum bei SPON zu diesem Thema und von der offiziellen Linie abweichende Meinungen könnten auch veröffentlicht werden.

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romansynthie 10.12.2016, 16:49
4. Applaus

Sie kennen Kollegah? Den Konvertit, der Musik für den Knast macht... Das Idol der Straße, der hauptsächlich junge Männer mit Migrationshintergrund anspricht? Was glauben sie wie gut sich seine Alben verkaufen wenn er nicht aus der Seele derer spricht die sein Leben finanzieren? Warum sollte er aufklären... Er ist Rapper.

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chattagam 10.12.2016, 17:04
5. na und?

Der Kerl hat keinen (politischen) Bildungsauftrag. Nur eben eine andere Sicht als Frau Berg. So what?

Außerdem darf und will er sich keine Kunden/Hörer/Schmerzensgeldberechtigte verprellen durch eine Aussage, die bei der Zielgruppe nicht gut ankommt. Machen so Fritzen wie Westernhagen und Grönemeyer ja auch nicht anders. Nur ist es da wohl die "richtige" Meinung.

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ackermart 10.12.2016, 17:04
6. Wieso ist die Welt komplexer geworden...

, nur weil man nun mehr Meinungen von anderen als je zuvor erfahren kann? Sie war auch davor schon so komplex, dass jeder Versuch ihrer geschichtlichen Beschreibung eine Meinung alias Geschichte nur war. Deren (hoch auf) Geschichtetes schien uns nur wahr, solange deren Anhäufung ein Privileg von Herrschenden war.

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killing joke 10.12.2016, 17:29
7. Postmoderner Tribalismus

Da können die hedonismusverwöhnten, distinktionsbesessenen, fundamental-individualistischen linksliberalen Kulturschaffenden noch so blasiert mit dem Kopf schütteln: in den kommenden Zeiten der tribalistischen Barbarei werden diejenigen Gruppen die Oberhand behalten, denen es am effektivsten gelingt, Gruppenloyalität und kollektives Handeln zu organisieren und aufrecht zu erhalten.

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Marlena 10.12.2016, 17:31
8.

Zitat von romansynthie
Sie kennen Kollegah? Den Konvertit, der Musik für den Knast macht... Das Idol der Straße, der hauptsächlich junge Männer mit Migrationshintergrund anspricht? Was glauben sie wie gut sich seine Alben verkaufen wenn er nicht aus der Seele derer spricht die sein Leben finanzieren? Warum sollte er aufklären... Er ist Rapper.
Kollegah ist sehr beliebt bei Abiturienten und Studenten zwar nicht wegen dem Textinhalt allerdings wegen seinen Textkunstruktionen die sehr gut sind.

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ttell 10.12.2016, 17:43
9. Wissen Sie Frau Berg,

ich nehme Ihnen Ihre Naivität nicht ab. Ich denke, dass Sie oft in Israel sind, aber glaube nicht, dass Sie schon einmal einen Fuß nach Hebron oder Ramallah gesetzt haben. Ich bin gerade einen Monat in Hebron gewesen und erkenne in dem Beitrag des Rappers Land und Leute, natürlich aus deren Sicht dargestellt, authentisch wieder. Hinter Ihrer aufgesetzten Naivität und dem schönmalerischen Getue steckt wohl knallharte Propaganda. Denn so realitätsblind kann kein Mensch sein.

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