Forum: Kultur
Botschafter des Vorurteils: Hier steht ja ne Mauer, Alter!
AFP

Der Rapper Kollegah entdeckt in einer Dokumentation den Nahen Osten. Doch statt zu zeigen, dass Israelis und Palästinenser mehr verbindet als trennt, füttert er seine jungen Fans mit den altbekannten Vorurteilen.

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stern69 10.12.2016, 21:36
30. Wer sich nicht vertragen will und kann den trennt man

Ich werde nie verstehen was daran so unverständlich ist abgesehen das es anders schöner wäre. Und natürlich ! für Afrikas Zustand ist nicht etwa Afrika mir seinen korrupten Eliten verantwortlich sondern natürlich wir! Das kann man gar nicht oft genug wiederholen. Wenn man dann noch erkennen mag, die Globalisierung bringt mehr Verlierer als Gewinner, ja warum wählt man denn dann ?

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passagier1 10.12.2016, 21:42
31. Mauer-Trauma

Die Idee hat Kollegah geklaut und zwar von Pink Floyd (The Wall aus dem Jahre 1979). Damals und (wie es scheint) heute immer noch ein hochemotionales, sehr deutsches Thema. Der PR-Coup hat jedenfalls gut funktioniert (1 Mio. Clicks auf YouTube und Gesprächsstoff bei Frau Berg und Ken Jebsen).

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teita60 10.12.2016, 21:50
32. Mal von oben betrachtet

Schaut euch mal das Westjordanland mit Google earth von oben an. Danach sollte sich jegliche weitere Diskussion zum Thema erleledigt haben.
Da wird erstmal ersichtlich, wie weit die israelischen Siedlungen sich dort schon ausgebreitet haben.

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info@buch-perl.de 10.12.2016, 21:50
33. Tünche

"... Dabei ist es völlig egal, wer welchen Stein geworfen oder wer wen erschossen hat. Wichtig ist es, diesen Teufelskreis aus Hass, Gewalt und Unrecht zu durchbrechen. Und das schafft man am ehesten, indem man den Opfern zeigt, dass sie nicht alleine sind... Denn ich denke, eines haben die Leute in Palästina schon mehr als genug gehört: leere, inhaltslose Worte. aus Europa, Amerika und wer weiss von wo noch her... Und dieses eine Krebsgeschwür ist eigentlich schon mehr, als unsere Welt ertragen sollte."

Sie bringen dieses Problem so auf den Punkt, dass es für fast alle Probleme, deren Löung gar nicht gewünscht ist, gilt.
So inhaltsleer waren die Worte aus Europa, Amerika und anderen oft gar nicht. Schon Brandt, Palme und Kreisky bissen sich die Zähne an der israelischen Rechten aus. Kreisky wurde als jüdischer Verräter an Juden bezeichnet. Auch Obama kam nicht voran, obwohl mittlerweile die Hälfte der israelischen Bevölkerung, darunter Militärs, nicht einverstanden ist, dass jede Friedensinitiative, gegen den mehrheitlichen Teil der Welt, von ihrer Regierung nicht nur boykottiert, sondern bewusst durch neue, zu Reaktionen führenden Repressalien des Stärkeren, unterlaufen wird. Die Mauer ist für die Hälfte der Israelis nicht weniger furchtbar als für die Palästinenser. Fundamentalistische Israelis betonen immer wieder, dass es keinen Frieden mit Terroristen geben wird und Ostjerusalem, 1980 von Israel einseitig und international nicht anerkannt, als untrennbare Einheit mit Westjerusalem erklärt, unter keinen Umständen aufgegeben wird. Israel befeuert den Terrorismus ständig, indem alle im Einflussbereich der Hamas, auch Frauen und Kinder, einbezogen werden. Das klappt, von außen betrachtet, mit der Hamas einfacher als mit der PLO, aber wenn die PLO Wahlen gewinnt, wird sich nichts ändern. Hass kann in allen unzivilisierten Gesellschaften Macht sein. Wir sehen heute überall, auch hier, dass wir noch weit entfernt von Zivilisation sind und dass, was wir dafür hielten, nur eine hauchdünne Tünche ist.

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linksrechtsmitte 10.12.2016, 21:58
34. Diese Mauer ist sehr beeindruckend!

Ich kenne noch die ostdeutsche Mauer - ein Spielzeug gegen das Monstrum mitten in Jerusalem.
Ich denke, Mauern sind Eingeständnisse, die Lage nicht mehr kontrollieren zu können - seit Anfang der Zeit stehen sie für Schwäche in allen Belangen. Mal sehen, ob diese Mauer hält ...
Besser wäre natürlich die Konfliktlösung anstelle der Betonierung der Trennung.

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oalos 10.12.2016, 22:19
35. Niemals frei

Zitat von LJA
aber so was von falsch. Vor der Gründung Israels war die Gegend britisches Mandatsgebiet (Der Gaza-Streifen gehörte zu Ägypten). Davor war es Teil des Osmanischen Reiches. Davor wiederum des Römischen Reiches. Die Römer hatten es Ägypten abgenommen, welches zu dieser Zeit bereits unter der Herrschaft der Griechen war, welche ihrerseits die Perser verdrängt hatten. Zwischendurch dürften wohl auch mal Assyrer und Hethiter die Hand drauf gehabt haben, je nachdem, wie weit man die Grenzen ziehen will. Das mit dem "selten die Köppe einhauen", stimmt zwar einigermaßen, aber es bedeutet eben auch, daß es manchmal halt doch gemacht wurde. Der einzige Grund, warum dort vor dem 20. Jahrhundert relativ wenig in der Gegend los war, lag daran, daß dieser Haufen von Wüste und Felsengebirge einfach zu uninteressant war, um dafür richtig große Kriege vom Zaun zu brechen. Das begann tatsächlich erst nach 1945. Die florierende, wohlhabende und noch dazu demokratische Nation Israel dient den Arabern/Moslems seit dem als Haßobjekt, an dem sie ihre Frustration darüber auslassen können, daß sie in ihren eigenen Ländern nichts Nachhaltiges auf die Reihe kriegen. Nicht mal mit Öl. Zugegebenermaßen sind die Israelis mit ihrer Politik und ihrer Arroganz auch ein recht dankbares Ziel dafür.
Wie sie fein resümieren, war Palästina niemals frei von Besetzung. Da lässt sich auch schlecht was auf die Reihe kriegen. Die Einwohner Palästinas hätten sich in ihrer Wüste 1945 vielleicht mal ohne eine nächste Besetzung durch die wohlhabende und noch dazu demokratische Nation Israel eine eigene Chance erwünscht ?

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hoernomat 10.12.2016, 22:29
36. Was ist denn nun die 'Wahrheit'?

Man kann sicher viele Beispiele belegen, in welchen Israelis und Palästinenser gute gemeinsame Projekte machen, oder sich gegenseitig auf verschiedenste Art und Weise bekämpfen.
Was man aber nicht sagen kann ist, dass der Konflikt gelöst sei und ich würde mir von Menschen, die wie Frau Berg argumentieren, einfach mal wünschen, dass sie die gescheiterte Vision der Zweistattenlösung durch einen Vorschlag ersetzen, nämlich die Einstaatenlösung bei voller gesellschaftlicher Emanzipation aller Bürger/Menschen im heutigen Israel, dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland.
Wenn es so viel Einendes gibt und es sich um eine Demokratie handelt, ist dies doch die logische Konsequenz und die angeführten Palästinenser in staatlichen Funktionen in Israel geben doch den Beweis, dass es offenbar gehen kann.

Anstatt also über die Auslegung der Wahrheit eines Rappers herzuziehen, hätte ich einen wirklich konstruktiven Vorschlag und Appell gewünscht... vielleicht kommt der ja noch ... ?

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Atheist_Crusader 10.12.2016, 22:59
37.

Zitat von stefan.p1
Es mag stimmen das es Projekte für israelische und palästinensische Jugendliche gibt aber wenn man zum ersten mal nach Israel fährt , ist man zunächst einmal überwältigt von der Überwachung durch Militär etc,. Als nächstes ist man schockiert wenn man sich die Grenze zum Gaza oder Westjordanland oder die innerhalb Jerusalems ansieht. Wie die Palästinenser von Israelischen Militär schickaniert werden. Das alles taucht in den deutschen Medien nur sehr dosiert auf - gehört aber in Israel zum traurigen Alltag. Ebenso das daraus resultierenden Mißtrauen und der Hass zwischen den beiden Völkern die auch an jeder Ecke zu spüren ist. Das ist die Wirklichkeit in Israel.
Zur Wirklichkeit gehören allerdings auch palästinensische Bürger die mit Autos Amok fahren, Jugendliche die mit Messern Sicherheitskräfte angreifen und Terrorgruppen außer Landes die Raketen auf Wohngebiete schießen.
Unter solchen Umständen ist es verdammt schwer, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Ja, Israel macht Fehler. Aber es ist dennoch die einzige echte Demokratie und der einzige geistig gesunde Staat der Region. Es ist nicht Israel, das Leuten mit religiöser Kopfwäsche zu Selbstmordattentätern erzieht. Es ist nicht Israel, das antisemitische Cartoons schon im Kinderfernsehen zeigt.

Für eine derart blutige und kaputte Situation hat Israel da noch die weißeste Weste von allen Beteiligten.

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Atheist_Crusader 10.12.2016, 23:05
38.

Zitat von undog
Vor der Vertreibung der in Israel lebenden Menschen durch die jüdisch-zionistische Masseneinwanderung, lebten diese dort ohne Staatgebilde, primitiv, und Juden und Araber hauten sich selten die Köppe ein. Das gefällt mir viel besser als der heutige Zustand.
Ja, der Islam war schon immer sehr tolerant wenn man eine Minderheit ist, die schön ihren Tribut zahlt und nicht dreist nach Rechten fragt. Solange die Juden also nicht allzu zahlreich waren, waren sie da keine Bedrohung.
Nicht zu vergessen, dass die meisten Menschen im Nahen Osten damals noch unter der kolonialen Knute von Mächten wie Großbritannien lebten, die keinerlei Probleme damit hatten, aufmüpfige Völker auch mal schnell zu dezimieren.

Das hat sich aber geändert. Wie viele andere Dinge auch. Die Juden haben jetzt zum Beispiel einen eigenen Staat, müssen für ihr Überleben nicht darauf hoffen, dass andere Länder sie tolerieren. Ein Problem mit dem sich Muslime nicht herumschlagen mussten.

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sonic29 11.12.2016, 00:19
39. Wieder einmal ein nachdenklicher, ja kluger Beitrag

von Frau Berg. Obwohl ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt habe: ich würde mir - offensichtlich im Gegensatz zu einigen Foristen - niemals anmaßen, diese komplexe und ganz und gar verfahrene Situation auch nur halbwegs objektiv beurteilen zu können. Abgesehen davon, dass sich aus der warmen Stube in einem sicheren, weitgehend Attentats-freien Land eine harte, den Gesetzen der wechselseitigen Eskalation folgende Politik natürlich besonders leicht kritisieren lässt: Aufgrund der Komplexität der Themen sollten generell, wie von Frau Berg angeregt, immer beide Seiten betrachtet werden und auch Meinungen zugelassen werden, die man selbst nicht teilt. .Aber das fällt, so lehren uns die vergangenen Monate, auch Politikern und Journalisten zunehmend schwer. Wer will das also von einem eher schlichten Gemüt wie dem erwähnten Rapper erwarten...

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