Forum: Kultur
BRD in den Sechzigern: Auschwitz-Gräuel, verdeckt hinter Spitzengardinen
DPA

Nachkriegsdeutschland war schon in "Weissensee" und "Ku'damm 56" ihr Thema. In ihrem ersten Roman "Deutsches Haus" widmet sich die Drehbuchautorin Annette Hess nun der westdeutschen Vergangenheitsbewältigung.

juba39 24.09.2018, 17:22
1. Viel zu wenig!

Leider hat Deutschland eine einmalige Chance verpaßt (so sogar eine Generalbundesanwalt a.D.), mit seiner Vergangenheit zu brechen. Deshalb können solche späten, aber nicht vergeblichen Versuche nicht hoch genug hervorgehoben werden. Und weil es niemand wagt zu sagen. Diese NICHT aufgearbeitete Vergangenheit holt uns heute in Form der AfD und Mölln (ja, das auch), über Rostock-Lichtenhagen bis Chemntz ein. Wenn man sich z.Z. in den ÖR Beiträge ansieht, daß Deutschland bis heute nicht weiß, wie mit NS-Ordensburgen umgehen. Wo 45 Jahre später ganz rasch alle Erinnerungen an eine "zweite deutsche Diktatur" getilgt wurden.
Auch das eine unsägliche Verharmlosung der Naziverbrechen. Wenn der Faschismus die erste, die DDR die zweite Diktatur war, kann ja die erste nicht so schlimm gewesen sein. Immerhin wurden in der DDR keine Menschen Vergast, fremde Länder überfallen, Oppositionelle hingerichtet. Denken Leute überhaupt nach, bei solchen Vergleichen? Die Jungnazis schon, denn von denen kommen solche Rückfragen zur eigenen Legitimierung.
Für mich als Randberliner erschreckend, wenn ein CDU-Funktionsträger zum Besuch der Gedenkstätte Niederschönhausen, NICHT ABER Sachsenhausen auffordert.
Wäre eigentlich ein Aufhänger für eine Fortsetzung für Annette Hess's nächsten Roman.

Beitrag melden
seamanslife 24.09.2018, 17:47
2. das große Vergessen

mein Vater hat den Einmarsch in Frankreich und die Besatzungszeit bis zum Unternehmen Barbarossa mitgemacht. Über Frankreich hat er viel erzählt und wo er überall war. Das er bei einem Winzer einquartiert war und ihm nach Dienstschluß in seinem Weinberg geholfen hat. Der Sohn des Winzers hat unsere Familie in Berlin sogar in den 60ziger Jahren besucht. Es bestand Briefkontakt zwischen dem Winzer und meinem Vater.
Der Einmarsch in die Sowjetunion endete am Don und bei der Rückzugsschlacht am Dnepr verlor mein Vater ein Bein. Das war das Einzige worüber er über den Rußlandfeldzug gesprochen hat, bis ins Grab. Soll das alles gewesen sein?

Beitrag melden
murksdoc 24.09.2018, 19:12
3. Schämen Sie sich!

Deutsche Gräueltaten im Osten sind entweder tatsächlich passiert, oder die Berichte darüber sind Fleckfieber-typische Horrorhalluzinationen, die ausschließlich bei Fleckfieber im Gedächtnis des tatsächlich Erlebten abgespeichert werden. Die, die sie berichten, lügen nicht. Das macht deren Berichte aber nicht automatisch zur Wahrheit. Diesen Anteil herauszufinden, ist Aufgabe der Historiker. Die aber weigern sich und stoßen mit in das Horn, über eine ganze Generation von Deutschen zu Verbrechern und Massenmördern abzustempeln. Auch das ist ein Verbrechen. Auch, wenn es bequem ist. (Diese Eigenart der Fleckfieberhorrorphantasien, als tatsächlich Erlebtes abgespeichert zu werden, bedingt übrigens auch, daß die gesamte Geschichte der Menschheit wahrscheinlich viel weniger grausam war, als man heute denkt. Weltreservoir des Fleckfieber laut "League of Nations Typhus Commission" von 1920: des heutige Polen (Fleckfieber: engl "Typhus"). Ausgerottet wurde Fleckfieber 1945 durch das DDT. Niemand von uns heute hat die Krankheit je gesehen).

Beitrag melden
giostamm11 25.09.2018, 11:05
4. haraldbuderath - NEIN !!!

der zweite Weltkrieg war alleinige Schuld Deutschlands. Mit diesem Aggressionskrieg, Rassenwahn, Vernichtung wurden 55 mio Menschen umgebracht. Da gibt es NICHT aufzurechnen und....NEIN...die andern haben nicht auch.....dieses andauernde deursche relativieren ist absolut tiefstes Niveau. Kein anderes Volk in der gesamten Menschengeschichte hat mehr verbrochen als die Deutschen. Es waren Nazis? Ja es waren deutsche Nazis und Deutsche die willig mithalfen vei Arisierung der Wirtschaft und einige die den Mund hielten und nur sehr sehrwenige die Wiederstand leisteten. Es gab pflichtbewusste Bahnangestellte die die Züge nach Auschwitz fuhren....es gab aber keine Resistenza wie in Italien, 200.000 Menschen die bewaffneten Widerstand leisteten. Das Schisma Nazi gegenüber Deutschland funktioniert nicht. Dievwsren tief verwurzelt durch alle Schichten und nicht eine abgetrennte Elite. Und genau dieses Zusammenstehen und Gemeinsame selbst im Rassenwahn macht auch die besondere einzigartige Schuld. Noch gibt es Überlebende....pietätlos heute an- und aufzurechnen......andere haben auch.....klappt gar nicht

Beitrag melden
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!