Forum: Kultur
Brexit-Talk bei "Anne Will": "Dann wird es finster in Europa"
NDR/ Wolfgang Borrs

Anne Will wollte über den "Brexit-Countdown" diskutieren. Ihre Gäste lieferten apokalyptische Prognosen - und die Talkshow geriet unversehens zu einer letzten Messe für den Kontinent.

Seite 1 von 12
stefan.martens.75 22.10.2018, 01:07
1. Immer wieder an die USA denken

Die heute wie Selbstverständlich zusammen gehören und mit einer Stimme, meiste des Präsidenten sprechen.
Dazu waren nur einige hunderttausend tote nötig in 4 Jahren.
Manchmal der Einsatz der Nationalgarde um Bundesrecht durch zu setzen und natürlich der Aufbau des FBI deren Mitarbeiter jahrzehntelang nicht mal eine Waffe tragen durften, weil sie sonst von den Mitgliedstaaten als Gefahr ihrer Souveränität erachtet worden wären.

Die EU ist weder fertig noch befriedigend aber trotzdem bislang eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel.

Wenn die Briten gehen, kommen sie in 5-10 Jahren wieder.
Ich mache mir mehr Sorgen um Polen und Ungarn und die Aufrechterhaltung der Standards die die EU ausmachen.

Beitrag melden
GlobalerOptimist 22.10.2018, 01:10
2. "Dann wird es finster in Europa"

Was der Kollege aus Italien vorgebracht hat, war ja durchaus richtig beobachtet, aber dass das die EU richten soll und kann, ist schlichtweg unmöglich. Die EU sollte sich einfach mal ehrlich machen und allen mitteilen, dass jeder sein Land selbst entwickeln muss. Die Subwentionen für die Landwirtschaft und die Strukturfonds gehören abgeschafft, weil diese Zauberprogramme nur den Frust weter schüren. Auch die Ausdehung dieser Programme, für die Gabriel plädierte, bringt nur weitere Unzufriedenheit. Die EU sollte sich auf Außenpolitik, Sicherheits- und Verteidigungspolitik beschränken.
Wie können Bürokraten entscheiden, welche Autos wir fahren und was wir essen und trinken?
Nach der Finsternis kommt ein neuer heller Tag, nur keine Angst.

Beitrag melden
Frietjoff 22.10.2018, 01:25
3. Brexit = Das »Versailles« Englands

So katastrophal Brexit für die Briten und Iren sein wird, das größere Problem kommt später.

Egal wie es auch ausgehen wird (Bruch ohne Vertrag, Hard Brexit mit Vertrag, Soft(ish) Brexit, »Norwegen«, gar kein Brexit), die Populisten werden das Gezerre für sich auszuschlachten wissen. Auf Generationen hinaus werden sie Brüssel und Berlin für jedes Übel auf den britischen Inseln verantwortlich machen.

Politiker, die sich dem entgegen stellen, werden von der nationalistischen Demagogie langfristig zerrieben werden und irgendwann bei Wahlen chancenlos sein.

So wie es in der Weimarer Republik geschehen ist. So wie es in Ungarn geschehen ist. So wie es in Polen gerade geschieht. So wie es in den USA geschehen wird, falls Trumps Partei in zwei Wochen die Parlamentswahlen überlebt.

Die liberale, pluralistische, weltoffene Demokratie ist in England jedenfalls auf Generationen hinaus am Ende. (Jeremy Corbyn weiß das schon und deshalb biedert er sich bei den nationalistischen »kleinen Leuten« an.)

Beitrag melden
geotie 22.10.2018, 01:46
4.

Eigentlich müsste ich es wollen, dass die Briten in der EU bleiben, aber dann dürften die gar nicht mehr dazulernen! Sehr viele würden dann immer noch der Meinung sein, dass alles von denen abhängt und die EU nur ein Anhängsel ist. Eigentlich kann man schon sagen, dass die sehr eingebildet sind!

Beitrag melden
wezi17 22.10.2018, 01:59
5. Wer sagt denn, dass ...

... Europa als politische Größe immer weiter bestehen wird? Und wenn es nicht mehr besteht, dann fragen wir uns 2035 mal mal, ob die polnische und die ungarische Politik oder die zentraleuropäische Besserwisserei und Schulmeisterei ums Jahr 2020 größeren Anteil am der Auflösung gehabt haben.

Beitrag melden
spon_5217121 22.10.2018, 03:05
6. Der äußere Schein trügt

Der "dicke Klotz in der Mitte" wird von innen "ausgehöhlt" und wird beim Zusammenbruch alle anderen auch platt machen.Im Interesse aller sollte die tragende Basis im dicken Klotz, intensiv den Innenfraß bekämpfen.Als erste Maßnahme empfiehlt es sich einige Hohlköpfe zu entfernen.Das würde der Basis gut tun.

Beitrag melden
skylarkin 22.10.2018, 03:44
7.

Das ist aber schon eine etwas selektive Zusammenfassung. Es wurde Personenfreizügigkeit nicht nur für die ärmeren Herkunftsländer, sondern auch für die reichen Zielländer als für bestimmte Schichten problematisch diskutiert und erwähnt, dass reiche Länder wie die Schweiz und Island ihre vorübergehenden Ambitionen doch noch in die EU zu gehen, eingestellt haben, während arme Länder wie Serbien und Albanien weiterhin in die EU streben. Dies zeige ein gefährliches Ungleichgewicht.
Wie gleichzeitg die ärmeren Schichten in den wohlhabenden Länder vor der Personenfreizügigkeit und der außereuropäischen Zuwanderung geschützt werden sollen (Gabriel erwähnte es kurz als Schutzfunktion) und diese Freizügigkeit doch gleichzeitig erhalten werden soll, wurde nicht gesagt. Teilweise zeigten sich starke Widersprüche.

Beitrag melden
Newspeak 22.10.2018, 03:54
8. ....

Wenn irgendwelche reichen Deppen die Eurozone aus Eigennutz kaputtmachen, dann sollte es einen Aufstand geben. Es ist nicht ein Kampf der Völker, sondern ein Ausspielen der Armen durch die Reichen. Und die Reichen scheinen zu gewinnen, aber sie sollten so enden wie 1789. Das war die europäische Revolution, die wir heute bräuchten. Danach waren Adel und Kirche weitgehend entmachtet, die Menschenrechte erklärt, und die europäische Aufklärung etabliert. Seitdem haben wir leider Vieles davon wieder verloren.

Beitrag melden
DJ Bob 22.10.2018, 05:09
9. tja Herr Gabriel

Herr Gabriel meint: "Das erste Referendum war ein unfassbares Beispiel dafür, wie ignorant die politische Klasse Englands mit ihrer Bevölkerung umgangen ist"
Herr Gabriel we gehen sie mit UNS um? Entmündigung, Bervormundung, "Oberlehrer" sein etc etc
Ich sehe die Demokratie nicht in Gefahr! Wir brauchen nicht hinter jeden Baum einen Nazi zu sehen! Ich sehe nur ein Gefahr für die Demokratie wenn das bestehende "Establisment" Gesetze beschliesst um ihre Pfründe zu sichern, um unsere Bürgerrechte zu beschneiden.
Auch die Gerechtigkeitsdebatte ist ein Thema! Gestern war ein Beitrag über den "Arbeiterstrich" in Deutschland die die Migration von sehr armen Arbeitern aus Bulgarien und wie sie hier in D ua ausgebeutet werden. Jeden "Trump Quatsch" wird hier kommentiert oder darf kommentiert werden . Aber wenn es um unsere eigene Land geht? Fehlanzeige! Vielleicht war es selbst SPON zu peinlich über den Nachteil von offenen Grenzen kommentieren zu lassen. Aber wie heisst es schön hier in D? Es waren natürlich nur "Einzelfälle"
Solange wir "den Luxus" haben jeden "Trump" durchs Dorf zu jagen solange wird sich hier in D oder der EU nichts ändern. Im Gegenteil es wird schlimmer

Beitrag melden
Seite 1 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!