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Buch zu G20-Krawallen in Hamburg : Die Gretchenfrage
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Wo hört Gesellschaftskritik auf, wo beginnt Zerstörungswut? Der Aktivist und Rote-Flora-Sprecher Andreas Blechschmidt setzt sich in einem Buch mit den G20-Protesten in Hamburg auseinander.

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catcargerry 03.07.2019, 13:42
1. Was hat er verurteilt?

"Blechschmidt war damals noch in der Nacht vor die Kameras getreten und hatte die Brandstiftungen im Wohnviertel verurteilt." Blechschmidt ist mir in Erinnerung als wohlwollender Versteher der Gewalt. Da hätte ich doch gern einmal die wörtlichen Statements, um meine Erinnerung aufzufrischen. Und mit den hier genannten organisatorischen und publizistischen Vorbereitungen der Krawalle und Ausschreitungen ("Riot" hört sich schöner an) hat er die Lunte für die Gewaltexzesse gelegt. Im Übrigen kopiert seine Argumentationslinie die der extremen Linken der 70er, die mir persönlich aus Göttingen bekannt ist und die direkt zu Dellwo und Konsorten führt.

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noalk 03.07.2019, 13:59
2. Worten folgen Taten

"Wer Gewalt pauschal ablehne, ... verschleiere damit die Gewalttätigkeit des Staates." und "... Blechschmidts Erkenntnis am Ende - Gewalt per se ist in einem gewalttätigen System legitim ...". Wer bestimmt, ob ein System gewalttätig ist? Anscheinend derjenige, der dann mit Gewalt gegen das aus seiner Sicht gewalttätige System vorgehen will. Wir haben in D das GG, in dem das Gewaltmonopol unseres Staates und sein Umgang damit verankert ist. Auch dieses Gewaltmonopol steht nicht im rechtsfreien Raum. Mehr kann ein Rechtsstaat nicht leisten. Und genau das macht Formen der Gewalt wie gegen G20 nicht nur illegitim, sondern illegal.

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ruhepuls 03.07.2019, 14:17
3. Jedes "System" übt Gewalt aus...

Jedes System schützt sich vor Destruktiven. Egal ob das ein Naturvolk ist oder ein moderner Staat. Wer sich gegen "das System" stellt wird vom System bekämpft. Von jedem System.

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noalk 03.07.2019, 14:23
4. Noch ein Gedanke dazu

Nach wiederholtem Lesen des Arikels kam mir der Gedanke, ob Blechschmidt mit seiner Argumentation nicht auch den Rechts-Terroristen eine Rechtfertigungsbasis liefert.

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michbo 03.07.2019, 14:23
5. Mal wieder zu kurz gedacht

Sinn, also theoretisch, machen die Überlegungen zur Notwehr gegen den Staat doch nur, wenn man als Linker für sich selbst ein (moralisch legitimiertes) Gewaltmonopol in Anspruch nimmt. Ohne ein solches Monopol stünde ja zu befürchten, dass der Eigentümer des Supermarkts sein Hab und Gut mit der Waffe in der Hand verteidigt. Das wollen die Freunde der linken Randale sicher nicht (erleben). Folge wäre ein Staat, in dem das Recht des Stärkeren gilt - und ich verzweifle, dass das die Linken sein werden. Allerdings: wenn das Bild der Notwehr bemüht wird, ist die vorgeschlagene Argumentation bereits angelegt, denn das Notwehrrecht begründet sich darin, dass das Recht dem Unrecht nicht zu weichen braucht. Ergo, der Ladenbesitzer muss gefälligst zusehen, wie sein Eigentum zerstört wird.

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swnf 03.07.2019, 14:27
6. Was mir bei den G20 Diskussionen immer ein wenig fehlt...

Ich lebe jetzt seit 20 Jahren nicht weit von der Roten Flora. Ca. 5-10 Min zu Fuß. Seit 20 Jahren kenne ich die Gegend und die Anwohner sehr gut und war auch schon oft vor Ort, wenn am 1. Mai zuerst ein Straßenfest in der Schanze stattfindet, das dann leider meist irgendwann in einer Grawall-Schlacht zwischen Polizei und (extrem)linken Grawall-Machern endete.
Beeindruckt war ich oft von der scheinbaren Gelassenheit mancher Hundertschaften, wenn sie zwar von aufgebrachten Demonstranten auf übelste verbal beleidigt wurden, aber trotzdem ruhig und besonnen die Stellung hielten!
Es hat sich aber auch etwas geändert in den letzten 20 Jahren und besonders deutlich wurde das bei den G20 Protesten vor 2 Jahren: es wurden meiner Meinung nach immer mehr Sachbeschädigungen, die gefühlt nichts mehr oder nur noch wenig mit einer politischen Agenda zu tun hatten. Es kam mir schon lange so vor, dass es zu den linken Demonstranten auch immer mehr Krawalltouristen gab, die einfach nur ins Viertel kamen, um in der Masse versteckt ihrer Zerstörungswut freien Lauf lassen zu können!
Besonders deutlich wurde das an dem Freitag im Juli bei G20, als ein Mob durch die Elbchaussee und Altona zog und alles anzündete, was dort im Weg stand. Die Elbchaussee ist Teil meines Arbeitsweges und als ich am Nachmittag nach der Arbeit den Weg zurück nachhause durch die Elbchaussee nahm, fiel auf, dass im Gegensatz zu sonst nicht nur der Kapitalismus angegriffen wurde, sondern auch alte, wertlose Autos (inkl. eines Kleinwagens eines sozialen Pflegedienstes!!) angezündet worden waren. Für mich waren das sehr klare Zeichen, dass dort keine linken, sondern Asoziale ohne politischen Hintergrund am Werke waren!
Die strikte, strafrechtliche Verfolgung dieser scheint auch Wirkung gezeigt zu haben. Bei der letzten Demo am 1. Mai gab es keine nennenswerten Ausschreitungen mehr, wenn ich mich nicht täusche!

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stolte-privat 03.07.2019, 14:33
7. Gewalt in jeder Form....

... und von jeder politischen Seite hat in einer Demokratie nichts verloren. Nach den Krawallen sollte sich die Hamburger Polizei noch rechtfertigen? Wofür? In vielen anderen Staaten dieser Erde (speziell den kommunistisch regierten, also eher "Linken") wären solche "Proteste" mit Waffengewalt und vielen Toten beendet worden. In HH kam es ja zu einem regelrechten Krawalltourismus. Mal schön ein Wochenende Randale machen zur Entspannung. Mit politischem Statement hat das nichts mehr zu tun. Mich würde mal interessieren, wie viele der Randalierer von Sozialhilfe oder sonstigen Leistungen der Staaten leben, deren Politik sie ja so verabscheuen. Aus meiner Sicht sind diese Menschen nichts weiter als Heuchler.

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catcargerry 03.07.2019, 15:29
8. Das ist so

Zitat von noalk
Nach wiederholtem Lesen des Arikels kam mir der Gedanke, ob Blechschmidt mit seiner Argumentation nicht auch den Rechts-Terroristen eine Rechtfertigungsbasis liefert.
Die Argumente sind vielleicht aufwendiger konstruiert und verblasener als die Ideenwelt und Taten von Reichsbürgern und extremen Rechten, aber keinen Deut ethischer und moralischer.

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betonklotz 03.07.2019, 16:38
9. Proteste wie bei den Weltwirtschaftsgipfeln sind witzlos

denn die Öffentlichkeit erfährt kaum etwas über die Anliegen, denen die Demonstranten Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen. In den Medien gibt es im wesentlichen Berichte über die Krawalle die es bei solchen Anlässen ja praktisch immer gibt, aber so gut wie nichts über die Ziele und Motive der Demosnstrierenden. Gerade bie solchenAnlässen wie den G20 Gipfeln ist das besonders ausgeprägt, einfach schon deswegen weil die Demontrierenden eben keinen monolithischen Block darstellen, sondern ein Sammelsurium aus verschiedenen Gruppierungen mit durchaus untersiedlichen zielen und Anliegen. Und die Massenmedien machen sich kaum einmal die Mühe darüber differenziert und ausführlich zu berichten.

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