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Buchpreis-Gewinnerin Terézia Mora: Unterm Strich lauert das Ungeheuer
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Der Roman ist ein bewegender Roadtrip und ein Blick in den Abgrund der Seele. Der Deutsche Buchpreis für Terézia Moras "Das Ungeheuer" ist eine Auszeichnung für ein Kunststück: ein mitreißendes Buch über Schwermut, Trauer und Tod.

ijf 08.10.2013, 10:26
1. Ungarn und seine Dichter

Meine Eltern hatten ungarische Freunde. Sie brachten mir deutsche Ausgaben der Werke von Mor Jokai und Sandor Petõfi mit - meine absoluten Lieblingsbuecher als Kind (Jokai) und Teeanger (Petõfi). Die Buecher haben bis heute einen prominenten Platz in meinem Buecherregal und gehoeren sichtbar zu den "zerfleddertsten" und meistgeliebten Exemplaren... Natuerlich waren das "historische" Romane und 1848er Revolutions-Lyrik, dennoch praegen diese Werke mein Bild der Ungarn bis heute. Umso gruseliger und trauriger ist es fuer mich, wenn ich sehe, wie sich das offizielle, politische Ungarn heute praesentiert.

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knutka 08.10.2013, 21:17
2. Depri Lieder, Depri Bücher

Die Verarbeitung schwerer Themen in der Literatur ist sicherlich nichts Ungewöhnliches. Liebe, Melancholie und auch gerne die psychische Krise können Bestandteil guter Romane sein. Auch der Tod darf eine Rolle spielen, gehört er doch zum Leben genauso dazu, wie das Glück der Kindheit und auch der späteren Jahre. Aber warum muss die deutschsprachige Literatur hier wieder so maßlos übertreiben und die Juroren dabei auch noch gnadenlos mitspielen. Das, was mich im Radio durch die neuen deutschsprachigen Lieder mittlerweile ständig begleitet, hat jetzt auch in der deutschen Literatur Einzug gehalten. Friedrich Glauser konnte übrigens Lebensbejahung und Krise miteinander vereinen und trotzdem eindringlich und nachwirkend schreiben (darunter auch ein sehr guter Anstaltsroman und dazu noch glaubhaft). Zum Glück gibt es auch zeitgenössische Autoren, die sich darauf verstehen, z. B. Silvio Huonder, Kai Weyand und Fabian Holting.

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