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Bürgertum und Rechtsruck: Sie taten liberal
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Der Mittelstand sah dem Aufstieg Hitlers tatenlos zu - heute geifern die Rechten wieder. Und das Bürgertum? Schweigt und versagt abermals.

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kratzdistel 23.05.2016, 11:01
160. sie übersehen gewaltig etwas

Zitat von Spiegelkritikus
Die AfD ist eine konservative Partei, die nicht die Abschaffung der Demokratie anstrebt, sondern ganz im Gegenteil deren Restitution: man will dem Willen und den legitimen Interessen der Bürger gegenüber dem zunehmend autoritären und verselbständigten Gebaren der politischen Eliten in Berlin und Brüssel Geltung verschaffen, daher die für Deutschland revolutionäre Forderung ......
gut über 70 % der Gesetze sind speziell und fachspezifisch und werdern nicht bestritten.da braucht es für gute Gesetze z.b. im Bereich der hygiene, der Ernährung, Energie usw. keine AfD, sondern gut aufgestellte Ministerien mit klugen köpfen, die alles nach dem stande der Wissenschaft erarbeiten. die Meinungsbildung findet daher nicht mehr so im Parlament statt, sondern schon vorgelagert in den parteien welche ziele erreicht werden sollen.es ist eine rationelle form der Demokratie. gerade wenn sie TTIP erwähnen. das wird in unkenntnis dämonisiert. die USA haben eine hervorragende Produkthaftung zum schutze des bürgers. da entscheiden ob ein anspruch besteht Schöffen alks Vertreter der bürger und nicht die richter. das ist bei den meisten in den köpfen noch nicht angekommen. wie wollen sie die deutsche Volkswirtschaft voranbringen zum wohle aller mit Freihandelszonen oder bilateral Investment treaty. nur wer die zusammenhänge versteht, kann auch richtig entscheiden.

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Aberlour A ' Bunadh 23.05.2016, 11:02
161. Arbeiterpartei?

Zitat von rugall70
Natürlich gab es "bürgerliche" Wegbereiter und Unterstützer. Das will ich nicht in Abrede stellen. Nur wenn wieder einmal einseitig auf die Klasse der Bürger draufgeschlagen wird, dann sollte (der Vollständigkeit halber) ein Hinweis auf die Arbeiterschaft nicht fehlen. 40 Prozent der NSDAP-Mitglieder .....
Dass damals Arbeiter einen hohen Prozentsatz in der Gesamtbevölkerung ausmachten kann niemand in Abrede stellen. Daher hatte die Namensgebung der NSDAP eher taktische Züge. Wenn Sie z.B. das bekannte Wahlkampfplakat der NSDAP von 1932 analysieren ("unsere letzte Hoffnung"), dann sehen Sie selbstverständlich auch den Arbeiter mit der obligatorischen Schiebermütze, aber ebenso einen "Großbürger" usw. In diesem Sinne war immer auch das "Bürgertum" im Fokus der Partei. Ich schreibe bewusst in Anführungszeichen, weil es das "Bürgertum", wie wir uns das heute vorstellen, gar nicht gab. Deutschland - die verspätete Nation - war in den 20er Jahren immer noch von einer fortschreitenden Industrialisierung geprägt. Industrie und Handwerk beschäftigen 1925 41,4% aller Erwerbstätigen. Der Handel etwa 16% und im Gegensatz zu heute eine große Bauernschaft (ca. 30%). Man darf auch nicht vergessen, dass damals die Zentrumspartei - die katholische Wähler repräsentierte - eine eminent wichtige Partei war. Auch sie "versagte" bei der Machtübernahme Hitlers - genau in dem Sinne, wie das Herr Diez in seinem Kommentar meinte.

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gruesenko 23.05.2016, 11:02
162. Exklusive Inklusion?

Kürzlich - ich saß mit einem sehr guten Bekannten, einem Rechtsanwalt, in einem Biergarten - als wir uns über Gott und die Welt, und natürlich Fußball, unterhielten, kam unser Gespräch auch auf die Politik. Wir machten uns Gedanken über die "Errosion" der gesellschaftlichen Mitte, und waren uns im Ergebnis dann ziemlich einig, dass die Politik das Segment des "staatstragenden" Bürgertums in den letzten Jahren immer mehr "allein gelassen" hat. Und wir stimmten auch darin überein, wonach die Mitte in ihrer - strukturellen - Trägheit zwar geradezu zur langsamen Reaktion verurteilt ist, dann aber in aller Konsequenz handelt. Handeln im Sinne von Kommunikation nämlich, wie sie von Niklas Luhmann definiert wurde (das Luhmann Mitglied der NSDAP war, sollte an dieser Stelle im Übrigen unbeachtlich sein). Es geht nun einmal nicht so gern auf die Straße, das träge Bürgertum, und zündelt an Asylbewerberwohnheimen herum wie die Rechtsradikalen oder fackelt Fahrzeuge ab wie die Autonomen. Es handelt auf den Stimmzetteln, und es geht dabei bei den Meisten nicht um den vermeintlichen Rettungsanker nationaler Vergewisserung, sondern um die Sehnsucht nach Sicherheit in einer undurchschaubaren Welt der Globalisierung, die eher mit Zunahme von Kriminalität als mit den Segnungen von Liberalität und Wohlstand assoziiert wird.

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igelei 23.05.2016, 11:09
163. Der Rechtsruck ist bedingt durch die fatale Wirtschaftspolitik aber betreibt Augenwischerei

Heute wie damals ging dem Rechtsruck eine Finanzkrise, ausgelöst durch hemmungslose Spekulation gieriger, vom Staate unkontrollierter Unternehmer vorraus. Damals wie heute hat sich die regierende Kaste auf Kosten des Volkes mit eben diesen Spekulanten verbrüdert und verbunden. Die Lösung schien durch den Nationalsozialismus möglich, der die Probleme der Bevölkerung auffing und ihr ein Ziel gab- die Juden, die Bolschewiken etc. Auch heute haben wir eine Partei, die das problem sieht, aber Augenwischerei betreibt. Die AfD. Anstatt gegen Spekulanten, Korruption und für eine faire Verteilung zu kämpfen. Kämpft die 'Alternative' für mehr Liberalismus (siehe Parteiprogramm) und versucht - erfolgreich - den Volkszorn auf die Opfer, Flüchtlinge, des Neoliberalismus zu lenken. Die oberen 10 % danken es Ihr wahrscheinlich mit großzügigen Parteispenden.

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deglaboy 23.05.2016, 11:10
164. Empfehle Herrn Diez dringend das Buch

von Jürgen Roth, da werden reale Ursachen genannt und belegt, keine eingebildeten.

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ackermart 23.05.2016, 11:14
165. Ist denn das neue Gutbürgertum ...

etwa nicht zugleich auch "gutbürgerlich"? Wenn aber ja doch, dann will Herr Diez offenbar von eben diesem Zusammenhang ablenken, als da der heutige Wohlstandsstandard - infolge öffentlich redlicher Vergu(e)tung - zu eben einem historischen Vergleich mit den damals superreichen "Gut"-Bürger(liche)n geradezu einlädt. Was das vornehme Schweigen des Geldadels heute wie damals angeht, so muß der heute nur eben nicht selber dafür zahlen - um das selbe wie damals zu erreichen: An Fremden noch weit mehr als an den eigenen Wutbürgern zu reichen. Wie stünde man schließlich da, wenn man das auch noch höchst selber willkommen heißen täte. Solche Einheit von GELD- und GELT al(ia)s GUT nimmt man doch nur den bestechend gut Redenden ab, niemals hingegen den wirklich Bestechenden hinter den Kulissen.

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b.oelmann 23.05.2016, 11:17
166. Titelbild

Das Titelbild ist das Hochzeitsfoto von Mary Pickford und Douglas Fairbanks. Oben in der Mitte sieht man Charlie Chaplin. Ich versuche gerade, einen Bezug zum Artikel herzustellen.

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murksdoc 23.05.2016, 11:22
167. Stimmt

Dass Adolf Hitler von niemandem als Gefahr angesehen wurde, weil er wie 26 Reichskanzler vor ihm zu jeder Zeit vom Reichspräsidenten wieder abgesetzt werden konnte, nach Hindenburgs Tod aber durch einen Fehler, den Artikel 51 der Weimarer Verfassung (Bei Verhinderung des Reichspräsidenten wird dessen Amt durch den Reichskanzler ausgeübt) zum "verfassungskonformen" Diktator wurde, weil er nach Artikel 25 eben dieser Verfassung auch noch den Reichstag auflösen und damit die Gewaltenteilung beseitigen konnte, erzählt man uns nicht, weil an dieser Verfassung der SPD-Heilige Friedrich Ebert mitgearbeitet hatte. Dass sich daraus auch die Hauptschwierigkeit für Widerstandsbewegungen aller Art ergibt, nämlich gegen eine verfassungsmässige Regierung eines an sich demokratischen Staates zu kämpfen, was, ob man diese Regierung mag oder nicht, fast unmöglich ist, können wir deshalb nicht verstehen. Anstatt aus den Fehlern dieser Verfassung zu lernen, mutet man uns deshalb zu, glauben zu müssen, unsere Grossväter wären allesamt Nazis gewesen. Aber Lügen haben eben kurze Beine und wenn ich unsere etablierten Parteien anschaue, muss ich sagen: kürzer geht nicht, sonst müssten sie ihre Schuhe direkt am Hals anschrauben. Dass ich die nicht wähle, ist sowieso klar. Ob ich jemals AfD wählen werde, liegt daran, ob ich der Meinung bin, sie könnten in 4 Jahren mehr kaputt machen als die anderen, oder nicht.

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astor2000 23.05.2016, 11:24
168. Falsch verstanden

Zitat von Sumerer
Das ist offensichtlicher Unsinn. Hitler stützte sich zunächst auf damals Unterpriviligierte - er beschrieb sein Konzept selbst in: "Mein .....
Es geht in meinem Beitrag nicht darum, auf wen Hitler sich stützte, sondern wer ihn an die Macht brachte! Ich hoffe, Sie haben den Unterschied jetzt verstanden.

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hman2 23.05.2016, 11:32
169.

Zitat von murksdoc
Dass Adolf Hitler von niemandem als Gefahr angesehen wurde, weil er wie 26 Reichskanzler vor ihm zu jeder Zeit vom Reichspräsidenten wieder abgesetzt werden konnte, nach Hindenburgs Tod aber durch einen Fehler, den Artikel 51 der Weimarer.....
Sie übersehen da auch etwas wichtiges. Dass Hitler das Amt von Hindenburg "erbte" war nur noch eine Randnotiz ohne wirkliche Bedeutung. Knackpunkt war das Gesetz "zur Beseitigung der Not von Volk und Staat", das bereits diktatorische Vollmachten gab. Und das nur möglich war, weil das christliche Zentrum (der Vorgänger der CDU) unter Bruch aller Wahlversprechen der Selbstentmachtung des Parlaments nahezu geschlossen zugestimmt hatte!

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