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Cannes-Pleite für "Toni Erdmann": Das deutsche Kino hat trotzdem gewonnen
DPA

Maren Ades herausragende Tragikomödie "Toni Erdmann" ist bei den Filmfestspielen von Cannes leer ausgegangen. Macht aber nichts - mit dem Film beginnt so oder so eine neue Ära für das deutsche Kino.

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Miere 23.05.2016, 05:26
10. Eine neue Ära für das deutsche Kino?

Glauben Sie ernsthaft, selbst wenn Toni Erdmann morgen in allen Kinos anliefe, dass eine nennenswerte Anzahl von zahlenden Kunden sich das ansehen würde? Dass das locker an Fuck You Göhte und Schweigers Tatort vorbei ziehen würde und alle Leute schreien würden: "Jaaaa! Mehr davon! Fortsetzung!"?

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salamicus 23.05.2016, 06:04
11. Deutsch? Deutsch gut!

Nicht gewonnen? Obwohl der Film die unglaublich interessante und ganz neuartige Geschichte "von den besonderen Herausforderungen für Frauen in dieser Arbeitswelt" erzählt? Die Jury ist eben doof. Denn dieser Film und überhaupt alles, was Deutschland in letzter Zeit so treibt, ist gut, hat Weltniveau. Da mag die Welt den Kopf schütteln. Dann ist die ganze Welt eben auch doof. Eine befremdliche Hybris geht um im Land.

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dbrown 23.05.2016, 06:27
12. Vollkommen egal, da

das da unten doch eh nur ein Auftritt von Hollywood ist, der Reichen und 'Schönen'. Schickeria trifft sich zum Gesehenwerden, ach, was sind wir alle toll...

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joericardo 23.05.2016, 06:57
13. Kritiker

Vielleicht sollten sich die Kritiker fragen, wo sie in ihrer Filmbewertung falsch liegen. Eine Jury hat eben gerade nicht den geschmäcklerischen Empfehlungen von Journalisten zu folgen.
Toni Erdmann ist sicher unterhaltsam, aber letztlich belanglos. Eine neue Ära für das deutsche Kino? Gehts auch eine Nummer kleiner?
Dass hingegen mit Ken Loachs Film die aktuelle soziale Wirklichkeit vieler Europäer sichtbar gemacht wurde, wird in dem Artikel geflissentlich unterschlagen. Er beschreibt zudem gekonnt mit künstlerischen Mitteln eine der Ursachen für den Rechtsruck in Europa.
Was hat dagegen ein oberflächliches Vater - Tochter - Mädchenkunstdrama für eine über sich selbst hinausweisende Relevanz?

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iasi 23.05.2016, 07:24
14. Der Trailer bietet jedenfalls weder Lacher noch Tiefgründiges

Da werden mal wieder Beziehungsbefindlichkeiten abgehandelt - und dabei kräftig Klischees bedient. Den Hintergrund bietet dann eh nur das, was wir aktuell kollektiv ablehnen und an den Pranger gestellt sehen wollen.
Was hat uns denn nun eigentlich "Toni Erdmann" zu sagen? Im Trailer klingt jedenfalls alles leer und taugt nur zu Bestätigung des simplen Bildes, das man sich so gerne macht.
"I, Daniel Blake" hat hingegen etwas zu sagen, denn er hat ein Thema.

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experiencedsailor 23.05.2016, 07:40
15. Na, dann mal los, das läßt ja hoffen.

Ich dachte schon, der deutsche Kinofilm hat mit "Fuck ju Göhte" -oder wie auch immer man das schreibt- seinen traurigen Abschluß gefunden.

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AliceAyres 23.05.2016, 07:55
16.

Du lieber Himmel. Was ist denn das für ein Kommentar?
Nicht nur klingt er mit seinem "Fehlentscheidung"-Lamento nach schlechtem Verlierer, er drischt auch noch auf Gewinner und Festival ein. Nur weil nach Jahren mal ein guter Film aus Deutschland in Cannes läuft, hat man auch automatisch Anrecht auf einen Preis? Verhoevens "Elle“ wurde ebenfalls überall begeistert aufgenommen und ist leer ausgegangen.

Und zu dem seltsamen Absatz über Ken Loachs Film:
"Von diesen Nuancen fehlt in 'I, Daniel Blake' jede Spur. Der Film ist polemisch und ergreift umstandslos Partei - für die, die vom britischen Sozialstaat in Hunger, Not und Verzweiflung getrieben werden, weil Menschlichkeit in diesem System nicht die Grundlage allen Handelns ist, sondern vielmehr den Betrieb stört."

Hört sich für mich nach einem sehr guten Film an. Umstandslos Partei zu ergreifen empfinde ich eigentlich auch nicht als negativ, gerade bei so einem Thema.

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vukoff 23.05.2016, 08:02
17.

Hatte mich erst ein wenig gewundert warum die Werbung für den zugegeben beim normalen Publikum außerhalb so elitärer Veranstaltungen doch recht unbeliebten deutschen Film. Dann gabe ich es dich noch kapiert... ja meine lange Leitung manchmal... es sind Regisseurinnen. Jetzt wird alles gut!

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holzmacher 23.05.2016, 08:04
18. Verloren...

und trotzdem ein Gewinn.
Das können nur die Deutschen.
Ein ziemlich überheblicher Artikel.

Über Geschmack lässt sich trefflich streiten.

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olste52 23.05.2016, 08:04
19. Oh je!

Jetzt hat die Serienfilmnation Deutschland für einmal einen anspruchsvolleren Film abgedreht und bekommt dafür nicht einmal den vehement geforderten ersten Preis. Es ist aber auch! Was sollen da die Engländer und Franzosen sagen, die Jahr für Jahr Filme von höchster Qualität abliefern, die goldene Palme aber nur alle paar Jahre erhalten? Und das ohne im Vorfeld in ein weinerliches Forderungsgehabe zu verfallen.

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