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Chris Rock bei den Oscars 2016: "Klar, verdammt, ist Hollywood rassistisch!"
AP

Er hatte den heikelsten Job bei den Oscars: Was machte Moderator Chris Rock aus der Debatte um die "weißen Preise"? Er teilt kräftig und genüsslich aus.

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abongs 29.02.2016, 10:12
10. Ja das stört einigen...

... wenn man über Rassismus redet. Viele Kommentaren hier sind enttäuschen. Das zeigt wie tolerant man eigentlich ist. Genauso war es Zeit lang mit Homosexuelle. Heutzutage werden akzeptiert, im Filme täglich zu sehen. Gefühlt in allen Filmen. Aber ja, das habe wir akzeptiert und finden es in Ordnung. Nur Schwarzen SchauspielerIn wollen die "Menschen" nicht sehen?
Das ist echt Rassismus pur! Mann muss sich hinterfragen ob wirklich tolerant ist. Persönlich

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wachsame 29.02.2016, 10:36
11.

Diese Veranstaltung wird völlig überbewertet. Sie lenkt nur von den eigentlichen Problemen dieser Welt ab. Es ist nicht wichtig, wer welches Kleid von wem trägt.

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linoberlin 29.02.2016, 10:45
12. Viele Grüße!

Gerade bin ich mal wieder in einem Land, wo es ausschließlich schwarze Schauspieler/innen gibt. Auf einem Kontinent mit einer gewaltigen Film- und Musik-"Industrie". Würde man in den Leitmedien der nördlichen Hemisphäre über die hiesigen Produktionen und Awards berichten, wäre wirklich etwas erreicht. Der Rest ist tatsächlich alberne Quote.

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Celegorm 29.02.2016, 10:46
13.

Zitat von abongs
... wenn man über Rassismus redet. Viele Kommentaren hier sind enttäuschen. Das zeigt wie tolerant man eigentlich ist. Genauso war es Zeit lang mit Homosexuelle. Heutzutage werden akzeptiert, im Filme täglich zu sehen. Gefühlt in allen Filmen. Aber ja, das habe wir akzeptiert und finden es in Ordnung. Nur Schwarzen SchauspielerIn wollen die "Menschen" nicht sehen?
Wollen das "die Menschen" nicht? So zu tun, als gäbe es im Filmbusiness keine erfolgreichen Schwarzen scheint mir auch ziemlich herablassend. Schwarze Hauptrollen in Boxoffice-Hits wie zuletzt "Star Wars" und diverse schwarze Oscar-Preisträger sprechen da wohl eine andere Sprache. Das Problem ist eher, dass es wenige gibt, die Rollen ausserhalb üblicher Klischees (Sklave, Gangster, etc.) erhalten. Aber auch da haben sich so einige Ausnahmen etabliert, z.B. Denzel Washington, Samuel L. Jackson oder Will Smith. So zu tun als würden die nicht existieren, ist darum auch fragwürdig, wenn nicht sogar fast rassistisch.

Im übrigen ist es auch keineswegs so, dass andere nicht in Klischee-Rollen enden würden. Gerade die angesprochenen Homosexuellen erhalten selten eine "normale" Rolle, sondern entsprechend fast immer einem gängigen Stereotyp ("fröhliche Tunte", "gemobbtes Opfer", etc.). Allerdings trifft das letztlich sogar auf die meisten männlichen, heterosexuellen Weissen zu. Dass sich jemand in dem Business die Rollen aussuchen und sich somit frei selbst verwirklichen kann, ist sehr selten. Die meisten enden in irgendeiner klar definierten Klischee-Schachtel und kommen dort nicht mehr raus..

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cor 29.02.2016, 12:05
14. Kurz und hart: Das geht einfach nicht

Zitat von Ezechiel
Was soll das ? Wo ist der Preis für die Altenpflegerin, die täglich Überstunden macht, damit sie ihr Pensum bewältigtigen kann ? Wo ist die Auszeichnung für die Eltern die ihre 3 Kinder unter Aufbringung all ihrer Kräfte ernähren und zu anständigen Menschen erziehen.
Weil diese Leistungen eben kaum eine Bedeutung haben im Gegensatz zu einem Film, der Millionen begeistert.

Genau so gut könnte man fragen, warum nicht Deutschlandweit um jeden verstorbenen Deutschen getrauert wird. Irgendwo sind halt auch Grenzen gesetzt.

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kfoster 29.02.2016, 13:01
15. Äpfel und Birnen

Einige Foristen vergleichen die afroamerikanische Bevölkerungsgruppe mit den hispanoamerikanischen und asiatischen Minderheiten. Mal davon abgesehen, dass jede Gruppe für sich selbst festlegen muss, welche Themen für sie wichtig sind, haben Schwarze in den USA doch einen gewaltig anderen Status als andere ethnische Gruppierungen. Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass sie, im Gegensatz zu allen anderen Zugereisten, mehrheitlich in Ketten dort hingebracht wurden, während der Rest mehr oder weniger freiwillig immigriert ist. Des Weiteren haben die Afroamerikaner mehr zum wirtschaftlichen und kulturellen Fundament und Aufbau der Vereinigten Staaten beigetragen als alle anderen nicht-weißen Zugereisten, während Sie gleichzeitig über fast 500 Jahre systematisch, mit perfiden, brutalen und zynischen Methoden und Argumenten, daran gehindert wurden, an Reichtum und Chancen teilzuhaben. Das führt zu einem gemeinschaftlichen Gefühl, so richtig verarscht worden zu sein. Und entschuldigt hat sich dafür bis heute niemand. Man kann sehr wohl darüber streiten, ob die Oscarverleihung die passende Plattform für eine Gerechtigkeitsdebatte darstellt, weil Anerkennung von Leistung mit Quoten zu verwässern, wieder die nächste Ungerechtigkeit nach sich zieht. Dass sich aber die schwelende Unzufriedenheit hier und da Ventile sucht, um Druck abzulassen, ist nachvollziehbar. Dass hier einige Deutsche und vermutlich auch hauptsächlich weiße Foristen, meinen kommentieren zu können, ob die "schwarze Befindlichkeit" so sein darf, wie sie eben ist, hat eine gewisse Komik! Ist ja noch schöner, wenn der Diskriminierende dem Diskriminierten sagen darf, dass er sich nicht so anstellen soll - der angeborene Nachteil hat schon seine Richtigkeit...

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Hank Hill 29.02.2016, 13:56
16. @kfoster

Sie machen es sich sehr einfach. Mir ist nicht bekannt, daß ein in den letzten Jahren eingereister Schwarzer in Ketten eingereist ist. Und warum finden Einwanderer, egal welcher Hautfarbe, nach einiger Zeit ihren Platz in der Gesellschaft, und Schwarze Ihrer Ansicht nach nicht ? Es liegt mit Sicherheit z.T auch daran, daß Schwarze ihre Opferrolle verinnerlicht haben, bzw. z.T. seit Generationen von Sozialhilfe leben. Viele Afro-Amerikaner haben ihren Platz in der amerikanischen Gesellschaft und das nicht nur in Billigjobs. Es liegt fast immer am Einzelnen. Aber natürlich ist es einfacher Rassismus zu rufen als den Hintern selbst hoch zu kriegen.

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Aberlour A ' Bunadh 29.02.2016, 14:40
17. Und Sie machen es sich noch einfacher

Zitat von Hank Hill
Sie machen es sich sehr einfach. Mir ist nicht bekannt, daß ein in den letzten Jahren eingereister Schwarzer in Ketten eingereist ist. Und warum finden Einwanderer, egal welcher Hautfarbe, nach einiger Zeit ihren Platz in der Gesellschaft, und Schwarze Ihrer Ansicht .....
Als nicht Afroamerikaner oder Angehöriger einer anderen Minorität sollte Sie in diesem Zusammenhang ganz ganz ganz kleine Brötchen backen. Andernfalls wird es peinlich. Und dass die Anwendung der Jim Crow-Gesetzte in den Südstaaten bis in die jüngere Vergangenheit eine Schande für die USA war und ist und bis heute nachwirkt sollten sie sich mal ernsthaft zu Gemüte führen.

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pauleschnueter 29.02.2016, 15:38
18. einen Quotenschwarzen

Das einzig wirklich rassistische an der Verleihung war, dass sie einen Quotenschwarzen zum moderieren eingesetzt haben und nicht den am besten geeigneten.

Wie soll es afroamerikanische Nominierte geben, wenn die einfach mal nicht gut genug sind? Da heißt es doch eher anstrengen fürs nächste mal.
Aber gut. Das ist halt Amerika... Ich will nur mal an eine der Trumpveranstaltungen erinnern, bei der er zwei oberpeinliche klischee-Afroamerikanerinnen (also ganz im Sinne des rassistischen Rollenbildes) auf die Bühne geholt hat.
Die Amis wissen einfach selber nicht was sie tun.

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teutschmajowski 29.02.2016, 17:20
19. Leonardos Rollenangebote

Interessanter Vergleich von Chris Rock, der Leonardo DiCaprio heranzieht, stellvertretend für jemand, der jedes Jahr eine Gelegenheit erhält in einem Aufsehen erregenden Film mitzuspielen. In Gegensatz zu vielen großartigen dunkelhäutigen Schauspielern, denen ähnliche Herausforderungen verwehrt bleibe. Ohne es zu wollen, hat er dabei auch gleich auf die Wurzel des Problems gezeigt: Welche Rolle DiCaprios hätte denn besser ein Schwarzer übernehmen können/sollen? Den jungen Iren, der von Southampton mit der Titanic nach Nordamerika aufbricht? In den 20ern? Den Sklavenhändler in "Django Unchained"? Den Romeo in Romeo und Julia? Den reichen weißen Schnösel in "The Great Gatsby" ? In einer Zeit, in der Schwarze für Reiche gerade mal den Aschenbecher ausleeren durften? Hier müssen einfach neue zeitgemäße Storys her. Solange immer noch für Blockbuster der Fundus "weißer" Literatur geplündert wird, haben es schwarze Schauspieler natürlich schwer. Die Academy Awards sind also nicht das Problem. Sie sind nur der Indikator, dass etwas immer noch nicht stimmt an unserer gesellschaftlichen Basis: Fehlende Gleichberechtigung, Chancengleichheit und gleiche Bildungschancen für alle. Dann sitzen irgendwann auch schwarze Studio-Bosse am Hebel. Die Oscar-Nominierungen für Schwarze kann sich ja keiner aus Proporzgründen aus den Rippen schneiden. Wenn Denzel Washington eine Top-Leistung (wie schon mehrfach passiert) abliefert, wird er in der Regel auch nominiert...

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