Forum: Kultur
Comeback der Chemical Brothers: Paranoia auf dem Dancefloor
Corbis

Ein neues Album von den Chemical Brothers? Braucht kein Mensch. Das dachten wir auch. Aber dann hörten wir "Born In The Echoes", waren begeistert - und wollten wissen, wie zum Teufel den britischen Big-Beat-Veteranen dieses Kunststück gelungen ist.

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gmarzahn 17.07.2015, 15:48
1. Das ist aber kein Techno

Die chemical Brothers hatten ja wohl noch nie was mit Techno zu tun. Weder damals noch heute.
Ich finde es schade dass in den deutschen Mainstream Medien so wenig Kompetenz zu finden ist für eine Musik die zum Teil aus Deutschland stammt und hier aber auf jeden Fall ein Zuhause gefunden hat.
Ständig erscheinen neue ausgezeichnete Techno und House Alben/mixes von deutschen Künstlern oder Labels die fast nie erwähnt werden. Kommt mir spontan der grandiose panoramabar 06 mix von letztem Jahr in den Sinn, den es auch noch gratis gibt, kein Wort in den Medien. Aber diese abgehalfterten Rave Machos aus England kriegen den roten Teppich.
Aber wahrscheinlich liegts daran dass nicht Universal Music dahintersteht und Geld und Tickets an Journalisten verteilt damit die schön Wörter ausspucken.

Gute Musik erkennt man oft daran dass sie nicht auf großen Labels rauskommt, sondern auf kleinen, obskuren.

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freddykrüger 17.07.2015, 16:22
2. @gmarzahn

gute Musik erkennt man daran das sie von Musikern gemacht wird und nicht von Knöpfchendrehern wie z.b. Techno und Housetanzbären.

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klogschieter 17.07.2015, 16:45
3. Na und?

Keine Ahnung, ob das Techno ist. Ehrlich gesagt habe ich mit diesem ganzen Geboller und den gesampleten Breitwandgitarren schon vor zwanzig Jahren nicht viel anfangen können. Jedoch verdient es immer und jederzeit Respekt, wenn mal wieder jemand erfolgreich die Lust am Krach und schieren Eskapismus in die Charts einschleust und einen Haufen Leute wenigstens kurzzeitig für Geräusche und LAUTSTÄRKE begeistert. Das nennt man dann vielleicht nicht Techno, sondern Pop, in einem Sinne, dem ich Beifall zu spenden bereit bin. Sehen Sie, ganz bestimmt wird auf obskuren Kleinstlabels jede Menge tolle Musik veröffentlicht. Das ist aber nichts, das sich eignet, es sozusagen als Schild vor sich herzutragen um sich als Statthalter "guter Musik" zu inszenieren. Die Leserbriefseiten der verbliebenen einschlägigen Musikzeitschriften, die vorzugsweise von alten Männern wie mir gelesen werden, sind pickepackevoll mit verzichtbaren Beiträgen von Trotteln, die genau wie Sie auf der "guten Musik" rumreiten und damit nur ihren eigenen engstirnigen Betongeschmack beweihräuchern wollen. Musik soll mir bitte auch weiterhin im Idealfall sämtliche Körperhaare aufstellen. Gern auch in einem ranzigen winzigen Club in einem ehemaligen Bunker, in dem nur DJs auflegen, die ihren Kram noch nicht einmal auf einem obskuren Kleinstlabel veröffentlicht haben. Und am nächsten Tag freue ich mich, wenn im Radio die neue Single der Pet Shop Boys gespielt wird. Und kriege anschließend Lust auf zwei Stunden Gitarrenfeedbackloops. Und erzähle anschließend irgendwem am Telefon, dass ich die Chemical Brothers im Jahre 2015 ziemlich öde finde. Weil ich sie öde finde. Aber doch nicht, weil ich irgendeine Ahnung davon habe, was zum Teufel "gute Musik" ist. Niemand weiß, was gute Musik ist. Das ist ja das Spannende.

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erselbst 17.07.2015, 17:12
4. Die neuen 90er

Neben einer fantastischen neuen „The Orb“, einer ziemlich guten neuen „Leftfield“ jetzt also eine neue, großartige „Chemical Brothers“.
Alle drei haben mir Mitte der 90er-Jahre die Rock-Ohren geöffnet und meinen persönlichen Musik-Horizont erweitert. Und manchmal gibt es so besondere Tage: Wilco schenkt uns über Nacht ein neues Album gratis. Für das andere Geschmacksende. Jetzt aber erst mal „Born in the Echoes“. Laut. Mit viel Bass. Schöne Grüße an die Nachbarn. Da müssen sie jetzt durch.

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peteftw 17.07.2015, 17:21
5. soso

Zitat von freddykrüger
gute Musik erkennt man daran das sie von Musikern gemacht wird und nicht von Knöpfchendrehern wie z.b. Techno und Housetanzbären.
Soso, Knöpfchendreher. Man muss den Computern und Knöpfchen aber immer noch Input geben, von alleine fällt denen nichts ein, insofern ist ihr Kommentar Unsinn. Gute Musik muss die Seele berühren und Elektronische Musik tut das erfolgreich für viele Menschen seit Jahren. Aber was erzähl ich, weiterhin viel Spaß mit der Akustikgitarre am Lagerfeuer.

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romeov 17.07.2015, 17:43
6. So was hört man also, wenn man cool sein möchte.

Ich find's schlimm aber für die "Urban Professionells" ist es wahrscheinlich Pflicht. 70er Jahre Disco-Funk ist dagegen revolutionär.

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Vex 17.07.2015, 17:50
7.

Zitat von freddykrüger
gute Musik erkennt man daran das sie von Musikern gemacht wird und nicht von Knöpfchendrehern wie z.b. Techno und Housetanzbären.
Welches Studioalbum ist denn bitte nicht von Knöpfchendrehern gemacht ? Ist soch egal ob Techno, Jazz, Rock, Pop oder Schlager.

Selbst bei Livemusik werden doch inzwischen oft Computer eingesetzt.

Überhaupt haben die ganzen Knöpfchendreher oft ziemlich was drauf besonders was Musiktheorie betrifft. Man sollte sich nicht täuschen lassen und denken das die Musik irgendwie intuitiv machen gerade in der experimentellen elektronischen Musik.

Was ein Musiker sein soll ist auch schwer zu sagen ... Songwriting ist in der Regel die Kunst und das trifft auf alle Musikrichtungen zu. Das abspielen ... egal ob singen, dj oder orchester etc. ist in der Regel Handwerk.

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freddykrüger 17.07.2015, 17:53
8. @peteftw

lol. Akustikgitarre am Lagerfeuer. Ehr das gegenteil. Da scheint wohl der Horizont etwas eingeschränkt zu sein. Der größte Teil des "Inputs" scheint allerdings aus verwerten der Ideen anderer zu sein (samples etc.) als aus eigenen kompositorischen Talent. Wie soll seelenloser Akustischer Sondermüll,Tech No, House usw., die Seele berühren? Vieleicht dem hippen Wellenreiter der 90er? Nein, Techno und House steht für Stupide, Dumpf und Blöd!

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freddykrüger 17.07.2015, 18:16
9. @Vex

Hallo Vex. Ich glaub du verstehst nicht was ich mit Knöpfchendreher mein. Es bezieht sich speziel auf Techno und House (siehe meinen letzten post). Bin bei einen großen Deutschen Metallabel beschäftigt und es ist interessant zu beobachten wie z.b. unsere Bands wieder zwei Schritte zurück gehen. Viele nehmen nur noch mit analogen Equipment auf. Die einzigste digitalisierung findet nur noch bei der Herstellung der CD statt. Klingt ehrlicher und organischer als dieser ganze Techno und Housemüll. Andere elektronische Musik möchte ich hier ausnehmen. Hör sie hin und wieder auch ganz gern. Beschränkt sich allerdings auf die 70er bis Anfang 80er. War die inovativste Zeit für Elektronik. Und, es waren MUSIKER.

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